Grundlagentag Wärmemanagement Live-Versuche und Generatives Design: So kühlen Profis moderne Elektronik

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Von greifbaren Grundlagen bis hin zu High-End-Kühlstrukturen aus dem Computer: Das richtige Wärmemanagement ist entscheidend für die Lebensdauer und Leistung von Elektronik. Die Grundlagen von Andreas Griesinger und Tobias Best sind für Einsteiger und Profis in der Elektronikentwicklung ein Pflichtprogramm.

Der Grundlagentag Wärmemanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Fachkonferenz „Power of Electronics” und hat sich ursprünglich aus den „Cooling Days” entwickelt. (Bild:  Stefan Bausewein)
Der Grundlagentag Wärmemanagement ist ein wesentlicher Bestandteil der Fachkonferenz „Power of Electronics” und hat sich ursprünglich aus den „Cooling Days” entwickelt.
(Bild: Stefan Bausewein)

Der Grundlagentag zum Thema Wärmemanagement ist auf dem Fachkongress Power of Electronics nicht nur ein Randthema, sondern ein entscheidendes Element. Entstanden aus den ehemaligen Cooling Days haben wir das Erfolgskonzept übertragen. Denn wer Elektronik zuverlässig und langlebig designen will, kommt an einem effizienten Entwärmungskonzept nicht vorbei.

Der Grundlagentag auf der Power of Electronics 2026 setzt genau hier an und bietet wertvolle Einblicke für Einsteiger und erfahrene Profis, die theoretische Inhalte direkt in die Praxis übertragen möchten. Zwei besondere Highlights des Tages zeigen, wie thermische Optimierung heute funktioniert: von der ersten Simulation bis zum hardwarenahen Live-Versuch.

Anschauliche Versuche am Vormittag: Die Theorie wird greifbar

Prof. Andreas Griesinger von der DHBW Stuttgart wird am 29. September auf dem Fachkongress „Power of Electronics” in Würzburg ein praxisorientiertes Modul zu den wesentlichen Grundlagen des Wärmemanagements besprechen.(Bild:  Stefan Bausewein)
Prof. Andreas Griesinger von der DHBW Stuttgart wird am 29. September auf dem Fachkongress „Power of Electronics” in Würzburg ein praxisorientiertes Modul zu den wesentlichen Grundlagen des Wärmemanagements besprechen.
(Bild: Stefan Bausewein)

Den Auftakt am Vormittag macht Prof. Andreas Griesinger (DHBW Stuttgart) mit dem Vortrag „Anschauliche Versuche zu optimierten Kühlstrategien in der Elektronik“. In diesem stark praxisorientierten Modul werden die wesentlichen Grundlagen nicht nur theoretisch besprochen, sondern live demonstriert. Die Teilnehmer erleben hautnah, wie bereits kleine Anpassungen im Hardwareaufbau die Bauteiltemperaturen entscheidend senken können. Auf dem Prüfstand stehen unter anderem optimierte Aufbauvarianten, Geometrien, Oberflächen, thermische Interfacematerialien (TIMs) sowie der Einsatz von Kühlkörpern, Heatpipes und Vapor Chambers. Ein echtes Muss für jeden Entwickler, der sehen will, wie sich Design-Entscheidungen in der Realität auswirken.

Thermische Risiken frühzeitig erkennen dank Simulation

Ein wahres „Urgestein“ ist Tobias Best von Alpha Numerics. Er ist einer der Gründer der Konferenz, die damals noch unter dem Namen Cooling Days gestartet ist. Mittlerweile ist er ein fester Bestandteil des Tracks Wärmemanagement bei Power of Electronics. (Bild:  Stefan Bausewein)
Ein wahres „Urgestein“ ist Tobias Best von Alpha Numerics. Er ist einer der Gründer der Konferenz, die damals noch unter dem Namen Cooling Days gestartet ist. Mittlerweile ist er ein fester Bestandteil des Tracks Wärmemanagement bei Power of Electronics.
(Bild: Stefan Bausewein)

Wie man dieses Wissen systematisch im Entwicklungsprozess anwendet, zeigt Tobias Best von Alpha Numerics in seinem Vortrag „Entwicklungsbegleitende Temperatursimulation – Entwicklung eines Entwärmungskonzepts an einem Praxisbeispiel“. Die frühzeitige Temperatursimulation ist heute ein zentraler Bestandteil der Elektronikentwicklung, um teure Redesigns zu vermeiden.

Tobias Best vermittelt ein tiefes Verständnis für die thermischen Zusammenhänge zwischen Elektronikkomponenten, Leiterplatten, Wärmebrücken und dem Gehäusedesign. Dabei spielt es keine Rolle, ob lüfterlos oder aktiv gekühlt. Das Besondere an seinem Seminar: Es bleibt nicht bei der Theorie. In einer gemeinsamen Fallstudie wenden die Teilnehmer das erlernte Wissen direkt an und legen ein komplettes Elektronikgerät samt Kühlkonzept aus. Dabei kommen sowohl clevere Überschlagsrechnungen als auch moderne Simulationswerkzeuge zum Einsatz.

DER KONGRESS FÜR ELEKTRONIKENTWICKLER

Entwickeln mit Weitblick – Die 360-Grad-Sicht auf die Elektronik

Power of Electronics
(Bild: VCG)

Von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt: Power of Electronics liefert Wissen, Werkzeuge und Kontakte für erfolgreiche Elektronikentwicklung. Egal, ob Sie am Anfang Ihrer Karriere stehen oder erfahrener Spezialist sind – hier finden Sie tiefgehende Inhalte, aktuelle Technologien und innovative Lösungen. Es erwartet Sie ein auf verschiedene Themengebiete der Elektronik fokussiertes Vortragsprogramm, eine übergreifende Fachausstellung mit den jeweiligen Spezialunternehmen und Komponentenanbietern sowie zahlreiche Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch und intensiven Networking.

Ausblick auf den Praxistag: Generatives Design für Fluidkühler

Wer nach den Grundlagen noch tiefer in moderne Entwicklungsmethoden einsteigen möchte, sollte den Praxistag am 30. September nicht verpassen. Hier knüpft Tobias Best mit einem 30-minütigen Vortrag an: „Entwicklung eines effizienten Fluidkühlers auf Basis generativer Designsoftware“.

Die Entwicklung effizienter Fluidkühler ist hochkomplex. Hier gilt es, den perfekten Kompromiss aus hohem Wärmeübergang und minimalem Druckverlust bei vorgegebener Pumpenleistung zu finden. Tobias Best stellt eine innovative Herangehensweise vor, bei der generative Designmethoden leistungsfähige Kühlstrukturen automatisiert entwerfen. Durch CFD-Simulationen iterativ optimiert, entsteht so ein ganzheitlicher Entwicklungsansatz, der nicht nur die Funktionalität und Effizienz maximiert, sondern auch die reale Herstellbarkeit (Design for Manufacturing) von Anfang an berücksichtigt.

Grundlagentag nicht nur für Einsteiger

Der Grundlagentag richtet sich ausdrücklich nicht nur an Einsteiger in das Thema Wärmemanagement in der Elektronikentwicklung. Auch erfahrene Entwickler und Ingenieure finden dank der tiefen Expertise der Referenten und eine Vielzahl konkreter Praxisbeispiele wertvolle Anregungen, aktuelle Impulse und frische Herangehensweisen für ihren beruflichen Alltag. Nutzen Sie den direkten Austausch und erweitern Sie Ihr Fachwissen in einem praxisorientierten Umfeld. (heh)

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