Schwierigkeiten in der Beschaffung Lieferverzögerung von Halbleiter-Komponenten: 5 Monate – Tendenz steigend

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Mit einer Umfrage unter 404 Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und der Informations- und Telekommunikationstechnologie hat der Digitalverband Bitkom abgeklopft, wie schwierig es gerade ist, an Halbleiter-Bauteile oder -Komponenten heranzukommen. Das Fazit: It’s complicated. Und für 2024 wird noch eine Verschärfung der Lage erwartet.

Fehlende Chips: Unterbrochene Lieferketten aber auch fehlende Materialien führen zu Umsatzeinbußen in der Elektronik-Branche.(Bild:  (c) Patrick Daxenbichler - stock.adobe.com)
Fehlende Chips: Unterbrochene Lieferketten aber auch fehlende Materialien führen zu Umsatzeinbußen in der Elektronik-Branche.
(Bild: (c) Patrick Daxenbichler - stock.adobe.com)

Die Lage auf dem Markt für Halbleiter-Komponenten und Halbleiter-Bauteile scheint weiterhin angespannt, berichtet der Digitalverband Bitkom, der unter 404 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus verarbeitendem Gewerbe und ITK-Dienstleistungen.

Der Bitkom hat mal per Umfrage nachgehorcht, wie schwierig es sich denn gestaltet, im Jahr 2023 an die Bauteile zu kommen, die von 86 Prozent der befragten Unternehmen verwendet werden. Das Ergebnis auf die Frage, ob das jeweilige Unternehmen dieses Jahr Schwierigkeiten bei der Beschaffung der Teile hatte, ist relativ eindeutig: Neun von zehn der Unternehmen hatten Probleme in der Halbleiterbeschaffung.

Per Multiple Choice konnten die Teilnehmenden dann Einblicke in ihre größten Problemfaktoren geben. Verzögerungen bei den Lieferungen haben 97 Prozent der Unternehmen zu schaffen gemacht, die Preiserhöhungen auf dem Markt immerhin 93 Prozent. Auf Platz 3 der Problemliste steht mit 89 Prozent, dass bestimmte Bauteile teilweise nicht verfügbar waren und auf Platz 4 mit 88 Prozent, dass die Liefermengen reduziert worden sind. Aktuell beträgt die durchschnittliche Lieferzeitverzögerung laut Bitkom rund 5 Monate. Immerhin weniger als im Jahr 2021, da waren es durchschnittlich 6,5 Monate. Allerdings erwartet ein Gros der befragten Unternehmen keine Entspannung, sondern eine Verschärfung der Lage.

Unternehmen rechnen mit Zunahme der Lieferzeitverzögerungen im Jahr 2024

68 Prozent der befragten Unternehmen rechnen für das Jahr 2024 mit einem Wachstum der Lieferzeitverzögerung; 41 Prozent davon gehen von einer deutlichen Zunahme aus, 24 Prozent kalkulieren mit einer nur leichten Zunahme. Nur jedes zehnte Unternehmen unter den Teilnehmenden geht davon aus, dass sich die Warenbeschaffungslage entspannen wird. „Ohne Chips geht in der deutschen Wirtschaft nichts. Halbleiter sind die Basistechnologie der digitalen Wirtschaft“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst dazu.

Asien dominiert als Produktionsstandort

Interessant ist indes, dass jedes vierte der befragten Unternehmen seine Halbleiter-Bauteile aus Festland-China bezieht (25 Prozent), vor Taiwan (17 Prozent), Südkorea (10 Prozent) und Singapur (7 Prozent). Ähnlich begehrt sind Halbleiter-Bauteile und entsprechende Komponenten aus den USA, woher 21 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Unternehmen ihre Teile beziehen. Das Produktionsland Israel liegt mit sechs Prozent ähnlich abgeschlagen wie Deutschland (fünf Prozent).

Allerdings lässt sich von Deutschland mit den Investitionen ins Silicon Saxony und weitere Standorte künftig wohl etwas mehr Unabhängigkeit in der Halbleiter-Produktion erhoffen. Weitere Informationen mit einem Stimmungsbild aus 404 Unternehmen ab 20 Beschäftigten aus verarbeitendem Gewerbe und ITK-Dienstleistungen finden Sie auf der Webseite des Bitkom(sb)

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