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Die Gütekriterien von Energiesparlampen
Für den Verbraucher bedeuten die vorgenannten Eigenschaften der verschiedenen Lampen eine immer exzellente Farbwiedergabe und eine Lampe mit vollem Lichtspektrum mit jedoch niedrigem Wirkungsgrad bei Wahl einer Glühlampe.
Bei Wahl einer Energiesparlampe hat er zu entscheiden zwischen Lampen mit hoher oder niedrigen Schaltfestigkeit, hoher oder niedriger Lebensdauer, Lampen mit hoher, mittlerer oder niedriger Farbtemperatur, mäßiger oder guter Farbwiedergabe und gutem oder sehr gutem Wirkungsgrad.
Auch bei dem Einbau der Lampe sind die Randbedingungen zu beachten. So geben Energiesparlampen bei tiefen Temperaturen nur sehr wenig Licht ab, falls sie herkömmlich mit Quecksilber gefüllt sind. Ihre Effizienz sinkt auf die von Glühlampen. Daher sollten Energiesparlampen nicht zur winterlichen Außenbeleuchtung eingesetzt werden. Hier sind Glühlampen, LEDs oder mit Amalgam gefüllte Energiesparlampen wesentlich besser geeignet.
Quecksilber und integrierte Elektronik
Nicht vergessen werden darf auch die Entsorgung der Lampen. Glühlampen enthalten keine Giftstoffe und können über den Hausmüll entsorgt werden. Energiesparlampen jedoch beinhalten notwendigerweise Quecksilber in nicht vernachlässigbarer Menge. Je nach Hersteller sind 1 bis 10 mg in den Glaskolben eingebracht worden. Auch die in Energiesparlampen integrierte Elektronik ist nicht für den Hausmüll geeignet. Im Gegensatz zu Glühlampen sind Energiesparlampen deshalb fachgerecht zu entsorgen. Daher sind im Handel Recyclingsysteme eingeführt.
Deutlich besser genutzt würden diese Rücknahmesysteme, wenn ein Pfandbetrag von zum Beispiel fünf Euro pro Lampe eingeführt würde. Auch umweltfreundliche Energiesparlampen enthalten nach wie vor Quecksilber. Die Umweltgütesiegel werden diesen Lampen meist deshalb verliehen, da die Verpackung oder die integrierte Elektronik verbessert wurde, nicht aufgrund einer Eliminierung des Quecksilbers. Eine deutliche Verbesserung stellen Lampen dar, bei denen das Quecksilber als Verbindung, Amalgam, in die Lampe eingebracht wird. Technische Verbesserungen an Energiesparlampen sind besonders bei der Farbwiedergabe und Farbtemperatur wünschenswert. Hier sind Glühlampen immer noch deutlich besser.
Sofortstart auf Kosten der Lebensdauer
Auch der Startvorgang von Energiesparlampen kann noch deutlich verbessert werden. Dies betrifft die Verkürzung des Startvorgangs, dem Sofortstart und die schnellere Erhöhung der vollen Lichtstromabgabe. Denn in den ersten Minuten nach dem Einschalten liefern Energiesparlampen nur einen Bruchteil ihres Nennlichtstromes. Heute wird der Sofortstart durch den Verzicht der Wendelvorheizung realisiert, wodurch sich die Lebensdauer der Lampe reduziert.
Bei den in den Lampen integrierten Vorschaltgeräten kann die Anzahl der maximal möglichen Schaltzyklen deutlich erhöht werden. Weitere Anstrengungen sind in der Umweltverträglichkeit der Elektronik zu empfehlen. Als nächster großer Schritt wäre die Substitution von Quecksilber durch umweltverträglichere Stoffe wünschenswert.
In wie weit dies überhaupt möglich ist, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden. Bei speziellen Hochdrucklampen ist dieser Schritt in den letzten Jahren jedoch vollzogen worden. So enthalten die D2-Lampen noch Quecksilber. Ihre Nachfolger, die D4-Lampen, sind bei kaum schlechteren lichttechnischen Werten quecksilberfrei.
*Dr.-Ing. Karsten Köth ist Leiter des Licht und Strahlungslabors der Fakultät IV an der TU Berlin.
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