Eine Kirche aus dem 11. Jahrhundert erstrahlt jetzt nicht nur im LED-Glanz: Über eine App können die Mitarbeiter Lichtszenen einstellen und dank Bluetooth lassen sich die Leuchten per Funk ansteuern.
Seit Herbst letzten Jahres erstrahlen nicht nur die kostbaren Malereien, sondern auch alle anderen baugeschichtlich interessanten Details der Kirche in neuem LED-Glanz.
(Bild: Tridonic)
Historische oder unter Denkmal stehende Gebäude zu sanieren ist oft eine technische Herausforderung. Bauliche Veränderungen oder eine technische Installation ist strengen Vorgaben unterworfen. So auch bei der Erneuerung der Beleuchtung auf LED-Technik. Hier müssen Installateure oft auf die vorhandene Verkabelung zurückgreifen. Damit man in einem historischen Gebäude nicht auf modernes LED-Licht verzichten muss, setzen die Hersteller auf funkbasierte Technik, mit der sich eine ausgeklügelte Lichtsteuerung realisieren lässt.
In einer Schweizer Gemeinde wurde in die Pfarrkirche Saint-Martin, deren Ursprünge bis ins 11. Jahrhundert zurückreichen, eine energieeffiziente und clevere Steuerung für die LED-Beleuchtung installiert. Seit Herbst letzten Jahres erstrahlen nicht nur die kostbaren Malereien, sondern auch alle anderen baugeschichtlich interessanten Details der Kirche in neuem Glanz. Von der Umrüstung der vorhandenen Halogenbeleuchtung auf LED-Licht versprachen sich die Verantwortlichen vor allem deutliche Energieeinsparungen und weniger Wartungskosten. Wichtig war eine implementierte Steuerung, damit sich das Licht besser an die verschiedenen Nutzungen der Kirche anpasst.
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Bluetooth-Netzwerk mit Mesh-Struktur
Doch das beauftragte Lichtplanungsbüro Senseco aus Lausanne durfte unter keinen Umständen in die historische Bausubstanz der Kirche eingreifen. Zusätzliche Strom- oder Datenleitungen zu verlegen, war tabu. Gelöst haben die Planer das Problem mit einer funkbasierten Lichtsteuerung. Jeder Lichtpunkt ist mit einem Steuermodul basicDIM Wireless von Tridonic ausgestattet und fungiert als Knoten in einem Bluetooth-Netzwerk mit Mesh-Struktur.
Das Funkmodul ist für Casambi ausgelegt und misst 50 mm x 26 mm x 33 mm – ist der Aufbau eines Lichtmanagements denkbar einfach. Einmal mit den LED-Treibern der anzusteuernden Leuchten verbunden, bauen sie automatisch ein Netzwerk mit bis zu 127 Lichtpunkten auf, in dem sie dann Schalt- und Dimmbefehle kommunizieren. Das Modul bringt eine konfigurierbare 1-10-V- und eine DALI-Schnittstelle sowie einen schaltbaren Relaiskontakt mit. Optional lassen sich Sensoren einbinden. Außerdem können die vernetzten Leuchten zu Gruppen zusammengefasst und Szenen erstellt werden.
Die Kirche ist mit verschiedenen Lichtkomponenten ausgestattet: Im Langschiff gibt es große Ringleuchter mit getrennt schaltbarem Direkt- und Indirektlicht. Auf den Gesimsen der Pfeiler wurden kompakte Strahler platziert, die etwas breiter abstrahlend die Gewölbekappen ausleuchten oder als schmale Streiflichter den Verlauf von Rippen und Bögen nachzeichnen. Zusätzlich gibt es diverse Einzelleuchten bei der Orgel, des Chores, des Altars, des Seitenschiffs, der Kanzel und des Eingangsbereichs. Die Projektleiterin von Senseco, Nadine Le Moigne, macht die Vorteile deutlich: „Dank des Lichtmanagementsystems können nun all diese Lichtpunkte in beliebigen Kombinationen und mit individuell voreingestellten Parametern zu unterschiedlichsten Lichtszenen arrangiert und exakt auf die jeweilige Nutzung zugeschnitten werden.“
Leuchten über eine App ansteuern
Für die Konfiguration der Leuchten steht die von Tridonic entwickelte App mit dem Namen 4remote BT bereit. Sie lässt sich auf Smartphones und Tablets mit Android oder iOS installieren. Über die grafischen Oberfläche lassen sich Leuchtengruppen definieren, einzelne Leuchten oder ganze Leuchtengruppen an- und ausschalten sowie dimmen. Das setzt allerdings voraus, dass entsprechende LED-Module verbaut sind. Einstellen lassen sich RGB-Farbwerte oder Tunable-White-Farbtemperaturen für einzelne Leuchten oder ganzer Leuchtengruppen.
Einmal eingestellte Konfigurationen lassen sich als Lichtszene abspeichern. In der Kirche gibt es Szenen für die Gottesdienste, für musikalische und literarische Veranstaltungen im Chor oder im Langschiff sowie für die beliebten Bachkonzerte. Alles Szenen lassen sich über die App abrufen. Zusätzlich gibt es das batteriebetriebene sogenannte basicDIM Wireless User Interface. In diesem flachen Bediengerät im Schalterformat lassen sich vier Szenen hinterlegen sowie Leuchten auf- und abdimmen.
Wollen Besucher die Kirche besichtigen, können sie im Eingangsbereich über einen Taster selbst die Beleuchtung einschalten und ihren Rundgang beginnen. Programmiert ist eine rund achtminütige Lichtszene, die den Kirchenraum und die Deckenmalereien ausleuchtet und gegen Ende langsam heruntergedimmt wird. Um Störungen bei Gottesdiensten oder Veranstaltungen zu vermeiden, musste sichergestellt werden, dass die Szene Besichtigung mit dem Taster nur dann aufgerufen werden kann, wenn keine anderen Lichtszenen in der Kirche aktiv sind.
Stand: 08.12.2025
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DALI-Signal steuern
Gelungen ist das über den DALI-Aktor DALI-RM/S, bei dem ein DALI-Signal einen Relaiskontakt ansteuert. Auf den DALI-Eingang des Aktors ist ein basicDIM-Wireless-Modul verdrahtet, das in sämtliche Lichtszenen in der Kirche eingebunden ist. An den Relaisausgang des Aktors ist über ein weiteres basicDIM-Wireless-Modul der Besuchertaster angeschlossen. Wann immer eine Lichtszene für Messen in der Kirche aktiv ist, wird das basicDIM Wireless des Besuchertasters über das DALI RM/S von Netzwerk getrennt. Wird der Taster gedrückt, kann der Schaltbefehl nicht weitergegeben werden und es passiert nichts. Erst wenn die Lichtszene Besichtigung mit dem User-Interface oder Tablet erneut aktiviert wird, kann diese mit dem Taster am Eingang wieder aufgerufen werden.