ERP-Systeme Künstliche Intelligenz macht Datenbank zum Wissensspeicher
Wie Datenbanken nicht nur Fakten wiedergeben, sondern mit künstlicher Intelligenz das Wissensmanagement von Unternehmen nachhaltig verändern können, dieser Frage geht DELTA BARTH derzeit im Rahmen ihres Forschungsprojekts nach.
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Transparente und aussagekräftige Auswertungen von Geschäftsprozessen – für die meisten Anwender ist dies eine zentrale Anforderung an ihr ERP-System. Ob Umsatzzahlen, Produktionsabläufe oder Konstruktionspläne – systematisch bilden die Datenbanken einer ERP-Software die täglichen Arbeitsabläufe eines Betriebs in Form rationaler Daten ab und stellen damit einen technischen und finanziellen Wert für die Unternehmen dar.
Der Zugriff auf die gespeicherten Informationen erfolgt über fest definierte Schlüsselwörter. Über diese Keys können die Umsätze des letzten Jahres, die durchschnittliche Dauer eines bestimmten Arbeitsganges oder auch der Zeitplan eines konkreten Projektes abgefragt werden.
„Sobald man weiß, wonach man sucht, geben Datenbanken all diese Informationen wieder – aber sie liefern keinen Hinweis auf deren Bedeutung oder unterstützen den Anwender dabei, eine Suchanfrage zu individualisieren“, beschreibt Frank Otto, Leiter des Projekts bei DELTA BARTH. Genau hier setzt das Forschungsprojekt an.
Erhöhte Nutzerfreundlichkeit bei Datenbankauswertungen
Die Software-Spezialisten aus Limbach-Oberfrohna setzen mit diesem Forschungsprojekt ein weiteres Ausrufezeichen in puncto Nutzerfreundlichkeit. Die Ergebnisse der aktuellen Studie fließen direkt in die Auswertungsmodule der ERP-Software DELECO ein. „Unser webbasiertes Informationszentrum DELECO Cockpit soll zu einer echten Wissensbasis für unsere Nutzer werden“, sagt Otto.
Datenbankabfragen erfassen bislang ausschließlich fest definierte Parameter und können aufgrund ihrer hohen Komplexität nur direkt vom ERP-Anbieter programmiert werden. Die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt sollen dies ändern: „DELECO-Nutzer sollen ihre Auswertungen zukünftig selbst gestalten können“, führt Otto weiter aus. „Anstelle von starren, vorgegebenen Reports sollen unsere Anwender die Parameter der Abfragen individuell zusammenstellen und intuitiv innerhalb der Datenbank navigieren können.“
Künstliche Intelligenz: Vom Informations- zum Wissensspeicher
Möglich wird dies durch die Entwicklung eines Ontologie-unterstützten Systems. „Ontologie beschreibt eine interaktive Sicht auf Informationen. Daten werden genauso wiedergegeben, wie sie der Nutzer sieht – nicht wie ein Programmierer dem Anwender vorgibt, sie lesen zu müssen“, erklärt Otto.
Die Idee der neuartigen Datenbank basiert auf der semantischen Vernetzung von Informationen. Werden die Informationen einer Datenbank nicht mehr nur als reine Daten gelesen, sondern nach ihrem Sinngehalt interpretiert und vernetzt, dann wird der Informationsspeicher Datenbank zum Wissensspeicher.
Hierfür werden die Attribute der Datenbanktabellen mit Bedeutungen und semantischen Regeln belegt. Datenbanken werden somit zu semantischen Netzen, welche die reinen Informationen mit Inhalten verknüpfen. „Semantische Netzwerke basieren auf inhaltlichen Assoziationen und ähneln der menschlichen Art und Weise Informationen zu verarbeiten – was die Nutzerfreundlichkeit im Umgang mit derartigen Datenbanken deutlich erhöht,“ ergänzt Otto.
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