Ein Jahr der Gegensätze liegt hinter uns. Technologische Durchbrüche gab es genauso, wie geopolitische Verwerfungen und wirtschaftliche Unsicherheiten. Doch es gibt keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Welche Themen haben 2025 geprägt? Wir verraten es Ihnen!
Die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS befindet sich im Winterschlaf! Wir wünschen Ihnen eine gute Zeit!
(Bild: Dall-E / KI-generiert)
Das Jahr 2025 war für die meisten Leute in der Elektronik- und Digitalindustrie ein ausgesprochen anstrengendes Jahr, das werden die wenigsten von Ihnen anders sehen. Aber wir haben eine gute Nachricht für Sie: Das Jahr ist fast rum!
Die Redaktion der ELEKTRONIKPRAXIS wünscht Ihnen deswegen eine geruhsame Winterzeit und genau die richtige Menge an Entspannung, die Sie benötigen, um erfrischt und mit Energie in das neue Jahr zu starten.
Wie gewohnt wird es in den kommenden Tagen bei uns ein wenig ruhiger, ein wenig gemütlicher, denn auch wir werden uns erholen. Im kommenden Jahr haben wir viel vor, und dafür benötigen wir eine große Menge an Energie! Die ELEKTRONIKPRAXIS wird ihren 60. Geburtstag feiern und wir haben allerhand spannende Aktionen dafür geplant. Abseits davon können Sie natürlich wieder zahlreiche Hefte, Events, Seminare und Webinare, Whitepaper, Fachartikel und News erwarten.
Wir bedanken uns ganz herzlich für Ihre Treue und hoffen, dass Sie auch im kommenden Jahr an unserer Seite sind!
Sollte Ihnen während der ruhigen Feiertage etwas Zeit bleiben, dann sorgen Sie sich nicht: Wir haben nachfolgend einen kleinen Rückblick auf die von Ihnen am meisten beachteten Schlagzeilen des Jahres vorbereitet. Dazu reichen wir außerdem die am häufigsten gelesenen Fachartikel des Jahres 2025, für den Fall, dass Sie sich weiterbilden möchten – zum Beispiel diesen hier!
Das Jahr 2025 – wieder ein Jahr der Herausforderungen
Viele von Ihnen können sich bestimmt noch daran erinnern, dass Sie im Sommer 2024 recht positiv auf das Jahr 2025 geschaut haben. Die Hoffnungen darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage in Deutschland und Europa entspannt, haben sich leider nicht erfüllt – das Jahr 2025 wurde vielerorts sogar noch schwieriger.
Volle Lager banden Kapital, gleichzeitig kam es zu Materialengpässen. Die wirtschaftliche Lage, insbesondere in der Automobilbranche, entspannte sich kaum. Gleichzeitig verschärfte sich die Situation im Bereich der Leistungshalbleiter: Wolfspeed meldete Insolvenz nach Chapter 11 an, andere Hersteller gaben gleich komplett auf, während TSMC sich von der eigenen GaN-Technologie verabschieden will.
Der Druck aus dem chinesischen Markt wächst stetig, denn die großen Investitionen in die heimische Entwicklung und Fertigung sorgen nicht nur für eine Überproduktion, die den Weltmarkt überschwemmt, sondern auch dafür, dass chinesische Qualität in vielen Bereichen mittlerweile aufgeholt hat. Wie die Industrie diesem Trend begegnet, bleibt eine der zentralen Fragen.
Die US-Regierung setzt derweil auf symbolisches Säbelrasseln: Gebühren auf sämtliche Waren, die mit amerikanischer Technologie hergestellt wurden oder überhaupt ins Land kommen, sollen die heimische Produktion stärken. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass diese Strategie der eigenen Bevölkerung nicht in allen Bereichen zugutekommt.
Doch uns stellt sich die Frage: Quo vadis Deutschland – wohin geht es mit dir, Europa? Beobachter gewinnen den Eindruck, dass die Politik sich keinem Weg versprechen will. Man nehme einmal das ewige Hin und Her um das Verbrenner-Aus als nur eines von vielen Beispielen. Zwar sollen Privatinvestitionen großer Unternehmen das Wachstum ankurbeln.
Doch wie wäre es mit einem deutlichen Engagement für die mittelgroßen und kleinen Firmen im Land? Viele Unternehmer fühlen sich alleingelassen und wenden sich deshalb einander zu. Das Warten auf die Politik bringt keine Bewegung ins Spiel; stattdessen sollte man nun kommunizieren und kollaborieren. Die Stärke liegt in der Zusammenarbeit – vergessen Sie das nicht.
Januar bis März 2025: Technologie-Offensive trotz Unsicherheit
Das Jahr startete sichtbar technologiefokussiert, denn zu diesem Zeitpunkt spielte der politische Einfluss auf die Tech-Branche noch keine ganz so große Rolle. Entwickler und Ingenieure freuten sich über ultraeffiziente Motoren, KI-Rechner im Desktop-Format und Experimente mit leichteren Batterien, die zeigten, wie stark Leistung, Effizienz und Miniaturisierung inzwischen zusammenspielen.
Gleichzeitig dominierten im Februar und März zwei gegensätzliche Trends: einerseits der Drang zur Industrialisierung von Maker-Technologien (Compute Modules, Edge-Geräte), andererseits Sicherheitsrisiken bei Standardchips wie dem ESP32. Diese sind leider symptomatisch für eine Branche, die zunehmend vernetzt, aber auch verwundbarer wird. Cybersicherheit ist und bleibt ein Thema, das niemand unterschätzen sollte.
Stand: 08.12.2025
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Die geopolitische Ebene blieb präsent, war allerdings noch nicht ganz so stark auf den Weltmarkt ausgerichtet. Die US-Regierung stellte ihre eigene Chipförderung infrage, während China durch Exportregeln gezwungen war, beim Thema Lithografie eigene Wege zu entwickeln.
April bis Juni 2025: Chipkrieg, Insolvenzrisiken und Energiesprünge
Der Frühling brachte eine Beschleunigung der globalen Technologiepolitik. Trumps erneute Zölle erzeugten Unsicherheit in der wirtschaftlichen Planung, während China verstärkt an autarken Halbleiterlösungen arbeitet – sei es bei EUV-Alternativen oder im Automotive-Segment. Das Ziel der Volksrepublik wird immer deutlicher: Man will Abhängigkeiten reduzieren und die eigene Stärke erhöhen, um so politische und wirtschaftliche Spielräume zu sichern.
Parallel setzte sich ein bedrückender Trend in der Automobilindustrie fort: Zulieferer-Insolvenzen und Restrukturierungen, wie bei Marelli, die ein weiteres Kapitel einer Branche darstellen, die sich zwischen E-Mobilität, Preisdruck und globaler Konkurrenz neu sortieren muss. Auf der positiven Seite sorgten Fortschritte in der Fusionsforschung – etwa neue Rekorde bei Wendelstein 7-X – für vorsichtigen Optimismus im Energiebereich.
Juli bis September 2025: Optochips, GaN-Strategien und Software-Schwachstellen
Der Sommer stand im Zeichen von Strategieentscheidungen und neuen technologischen Alternativen. Ein chinesisches Forschungsteam sorgte mit einem neuartigen optischen Chip für Aufmerksamkeit, während sich im Bereich der Leistungselektronik ein klarer Trend abzeichnet: TSMC zieht sich schrittweise aus dem GaN-Geschäft zurück, während Infineon seine Aktivitäten weiter ausbaut – ein sichtbares Zeichen divergierender Strategien.
Parallel rückte auch die Robotik in den Fokus. Ein Video mit Fehlfunktionen humanoider Roboter verdeutlichte, wie sensibel das Zusammenspiel von Mechanik und KI-gesteuerten Systemen inzwischen ist.
Im September verschob sich die Themenlage erneut hin zu Software- und Supply-Chain-Risiken. Schadcode in weitverbreiteten Open-Source-Paketen zeigte, wie volatil und fragmentiert moderne Softwareentwicklung geworden ist – und weiterhin bleibt, denn im November kam es abermals zu einem solchen Vorfall. Ergänzt wurde diese Phase von Ideen für luftgestützte Windkraft, die das Innovationsspektrum des Sommers abrundeten.
Oktober bis November 2025: Produktionsausbau, Rohstoffe und neue Energiequellen
Zum Jahresende wurden zwei Makrotrends besonders sichtbar, die sich allerdings schon durch das ganze Jahr zogen. Erstens: Es gibt deutsche und europäische Unternehmen, die sich klar zum Standort bekennen. Infineon etwa nahm als erstes Unternehmen weltweit eine 300-mm-GaN-Fertigung in einer bestehenden HV-Linie in Betrieb – ein symbolisch wie strategisch wichtiger Schritt für die europäische Souveränität in der Leistungselektronik. Gleichzeitig geriet die Halbleiterpolitik der EU ins Rampenlicht: Die niederländische Regierung griff in die Aufsicht über Nexperia ein und provozierte damit eine neue Runde im Chipkrieg.
Zweitens: Energie und Rohstoffe werden zunehmend zu strategischen Leitplanken. Ob solargetriebener Satellitentreibstoff,vulkanisches Lithium aus Deutschland oder PV-Strukturen auf einem Fahrzeug, die 12.000 km Reichweite ohne Tanken ermöglichen – der Herbst zeigte, wie eng Energie, Mobilität und Elektronik miteinander verknüpft sind. Dazu kamen neue Cyberrisiken, etwa Angriffe über hochauflösende PC-Mäuse – ein ungewöhnliches, aber symbolträchtiges Beispiel für die steigende Komplexität moderner Angriffsszenarien.
Fazit: 2025 war ein Jahr der Verschiebungen – und 2026 könnte ein Jahr des Kurswechsels werden
Während die Elektronikindustrie Innovationen hervorbrachte, wurde klar, wie stark externe Faktoren – von Handelskonflikten über Sicherheitsrisiken bis zur Energieversorgung – das Tempo und die Richtung des Fortschritts beeinflussen. Die Branche entwickelt sich schneller denn je, jedoch unter Bedingungen, die zunehmend von globaler Politik, Energiefragen und Lieferketten geprägt sind.