Herkömmliches Plastik ist ein Problem, weil es nur langsam abbaubar ist, Ressourcen verbraucht und Gesundheitsrisiken birgt. Unternehmen erforschen deswegen Bioplastik-Ansätze als Alternative. Von Panasonic Industry kommt die Plastikalternative kinari.
kinari ist Panasonics Idee für eine pflanzliche Alternative zu Plastik.
(Bild: Panasonic Industry)
Plastik hat ein enormes Imageproblem. Einst diente Plastik als Symbol für Modernität, Bequemlichkeit und Fortschritt. Das Material war allgegenwärtig und wurde als innovativ und praktisch angesehen. Es wird auch heute noch in einer Vielzahl von Produkten verwendet, von Verpackungen über Spielzeug bis zu Elektronik und Haushaltswaren.
Allerdings ist uns zwischenzeitlich bewusst geworden, dass die Negativseiten von herkömmlichem Plastik überwiegen. Es verschmutzt durch seine einst gepriesene Haltbarkeit sämtliche Ökosysteme unseres Planeten, verbraucht in der Herstellung fossile Ressourcen und birgt Gesundheitsrisiken. Wenn wir die Vorteile von Plastik nicht missen wollen, müssen wir uns auf die Suche nach einer umweltverträglicheren Alternative machen.
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Das erste Bioplastik wurde bereits im 19. Jahrhundert entdeckt: Celluloid gilt als eines der ersten synthetischen Polymere und kann als Vorläufer des heutigen Bioplastiks betrachtet werden. Obwohl Celluloid nicht vollständig biologisch abbaubar ist, war seine Entwicklung ein wichtiger Schritt in der Erforschung von Biokunststoffen.
Biokunststoffe im Trend
Inzwischen gibt es eine Vielfalt an Biokunststoffen, die für verschiedenste Anwendungen eingesetzt werden, darunter Lebensmittelverpackungen, Einwegartikel und sogar in einigen Fällen für technische Anwendungen. Polyhydroxyalkanoate (PHA) etwa wird von bestimmten Bakterienarten produziert und ist vollständig biologisch abbaubar, was sie etwa für den Einsatz in der Landwirtschaft prädestiniert; als Mulchfolien etwa. PHA-Produkte kommen ebenfalls in medizinischen Anwendungen und in der Kosmetik zum Einsatz.
Polyactid (PLA) und Polybutylensuccinat (PBS) wiederum werden aus pflanzlichen Rohstoffen wie Maisstärke oder Zuckerrohr hergestellt und sind biologisch abbaubar. Problem an der Stelle: Der erhöhte Bedarf an pflanzlichen Rohstoffen, die gleichzeitig auch in der Lebensmittelproduktion eingesetzt werden, treibt den Preis für diese Ressourcen.
Deswegen wollen die Entwickler und Ingenieure von Panasonic Industry einen anderen Weg beschreiten. Im Rahmen des Bioplastics Innovation Forum wurde nun kinari als weitere Plastikalternative vorgestellt, das bis zu 85 Prozent aus Pflanzenfasern und 15 Prozent Bindeharz auf Erdölbasis besteht. Der Clou: Die Zellulose wird aus Pflanzenabfällen gewonnen und nicht aus Rohstoffen.
Kaffeesatz und Holzabfälle
Den Pflanzenanteil von kinari gewinnen die Hersteller aus Abfällen wie gebrauchtem Kaffee- und Teesatz, aus überschüssigen Bäumen aus Wäldern, Stroh und Rückständen aus der Sake-Herstellung. Das Ziel ist es, auf diese Weise die Lebensmittelversorgungskette zu entlasten. Trotz des hohen Zellulose-Anteils in kinari weist das Material Eigenschaften auf, die mit denen von Harzen auf Erdölbasis vergleichbar sind. „Dieser Durchbruch bei den Biokunststoffen eröffnet neue Möglichkeiten zur Verringerung der Umweltbelastung durch die Verwendung von Kunststoffen, ohne Kompromisse bei der Leistung einzugehen“, so die Verantwortlichen von Panasonic Industry.
kinari kommt bereits nicht nur bei Panasonic in den Kantinen zum Einsatz, nämlich in Form von Besteck und Geschirr, sondern auch bei anderen Unternehmen. Asahi YOU.US nutzt bei Events etwa kinari-Becher, während das Modeunternehmen ECOALF aus kinari Knöpfe herstellt. Um mit kinari einen Kreislauf zu erreichen, arbeitet man bei Panasonic an Technologien, mit denen Harze sortiert und zu Pellets geformt werden. Denn in den Augen der Ingenieure bei Panasonic ist es ein richtiger Schritt in die Zukunft, unterschiedlichste Harze nicht zu mischen, sondern sie zu sortieren, um sie wieder als Ressource verwenden zu können.
Ersatz für den Harz aus Öl
Bei Panasonic wird außerdem daran gearbeitet, eine sinnvolle Harz-Alternative zu finden, die biologisch abbaubar ist. Denn wie eingangs erwähnt: kinari besteht aus bis zu 85 Prozent Zellulose, aber eben auch aus 15 Prozent Harz, das aus Erdöl hergestellt wurde. Im Bestfall soll kinari in gar nicht allzu ferner Zukunft als komplett biologisch abbaubar sein. Weitere Informationen zu kinari finden Sie auf der Webseite von Panasonic Industry. (sb)
Stand: 08.12.2025
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