AI Cluster Networking Report KI wächst schneller als die Netze: Ultra Ethernet und Emulation werden wichtig

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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KI rollt durch die Branchen, doch die Infrastruktur hinkt hinterher. Eine Studie von Keysight und Heavy Reading zeigt: 89 % investieren weiter, 59 % sehen knappe Budgets als Hauptbremse. Der Fokus wandert weg vom Ausbau hin zur Optimierung.

Studie: Der KI-Bedarf wächst schneller als die Infrastruktur.(Bild:  KI-generiert)
Studie: Der KI-Bedarf wächst schneller als die Infrastruktur.
(Bild: KI-generiert)

Die Erhebung von Heavy Reading im Auftrag von Keysightlief von Mitte März bis Mitte April 2025 und umfasst 103 Antworten aus Telko- und Cloud-Häusern. Die Mehrheit arbeitet in großen Organisationen mit milliardenschweren Budgets. Ergebnis: Der AI‑Boom treibt den Bedarf an schneller, stabiler Datenübertragung, während Rechenleistung schneller skaliert als die Fabrics.

Gleichzeitig melden mehr als die Hälfte drei harte Hürden: Budgetgrenzen (59 %), Infrastrukturgrenzen (55 %) und fehlende Fachkräfte (51 %). Das verschiebt die Prioritäten. 62 % wollen mehr Leistung aus bestehender Infrastruktur holen, ohne gleich neue Hardware zu kaufen.

Von Ausbau zu Optimierung

Die Betreiber drehen an mehreren Stellschrauben: höhere Linkgeschwindigkeiten (61 %), präzises Config‑Tuning (53 %) und abgestufte GPU‑Upgrades (50 %). Änderungen laufen zuerst im Labor‑Cluster (43 %), Optiken werden systematisch qualifiziert (34 %), Switches im Bake‑off verglichen (27 %). Am Ende zählt nicht der schnellste Port, sondern die zuverlässige Completion-Zeit: weniger Paketverluste, kürzere Tail-Latenzen.

Emulation wird zum Pflichtwerkzeug. 95 % halten sie für entscheidend, weil sie reale Topologien und Traffic‑Muster spiegelt, reproduzierbare Ergebnisse liefert und Fehler vor dem Rollout abfängt. Heute nutzen 35 % Emulation produktiv, 60 % planen den Einsatz. Eng gekoppelt damit: Messen statt Meinen – Completion‑Zeit, p99/p999‑Latenz, Drop‑Raten und Energie pro Job entscheiden.

Ethernet gewinnt Prüfstand, InfiniBand bleibt im Spiel

Beim Interconnect setzt 400G heute den Standard (55 % im Einsatz), 800G folgt (34 %), 1,6 Tbit/s startet in Tests (22 %). Parallel evaluieren 58 % das Ultra Ethernet‑Konzept, das einen durchgängigen Ethernet‑Stack mit sehr niedriger Latenz und Verlustfreiheit als Ziel skizziert. Diese Punkte markieren Zielbilder, keine flächendeckend erreichten Eigenschaften. InfiniBand/NVLink bleibt dort eine Option, wo eng gekoppelte GPU‑Kollektive und deterministische Latenz zählen.

„KI‑Rechenzentren erreichen einen Wendepunkt, an dem Leistung und Skalierbarkeit allein nicht mehr ausreichen. Betreiber benötigen tiefere Einblicke, strengere Validierungen und intelligentere Infrastrukturentscheidungen“, so Ram Periakaruppan, Vice President und General Manager, Network Applications & Security Group bei Keysight. „Diese Studie bestätigt, was wir in der Praxis beobachten: Der Erfolg im Zeitalter der KI hängt von der Optimierung jeder einzelnen Schicht des Netzwerks ab. Keysight ist stolz darauf, diesen Wandel mit Lösungen zu unterstützen, die es Anbietern ermöglichen, ihre KI‑Infrastruktur in großem Maßstab zu emulieren, zu validieren und zukunftssicher zu machen.“

Die Stichprobe ist telko‑ und hyperscalerlastig und spiegelt vor allem die Sicht großer Betreiber. Der Befund bleibt klar: KI wächst schneller als die Netze selbst. Die Branche verschiebt den Schwerpunkt von Expansion zu Optimierung, mit Emulation als Reality‑Check und Ethernet‑Roadmaps, die in Richtung 800G und 1,6 Tbit/s gehen. (mc)

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