Störende Oberschwingungen KI-Rechenzentren belasten Qualität des Stromnetzes

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Der rasante Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI) in den USA beeinträchtigt zunehmend die Qualität und Stabilität des Stromnetzes. Oberschwingungen würden die Stromqualität in umliegenden Haushalten verschlechtern.

KI-Rechenzentren beeinträchtigen die unmittelbare Stromqualität.(Bild:  Pixabay)
KI-Rechenzentren beeinträchtigen die unmittelbare Stromqualität.
(Bild: Pixabay)

Eine Analyse von Bloomberg zeigt, dass in einem Radius von 50 Meilen um bestimmten KI-Rechenzentren Oberschwingungsstörungen entstehen. Das geschieht durch nichtlineare Lasten im Versorgungsnetz und könne den Betrieb elektrischer Geräte umliegender Haushalte stören. Solche schlechten Oberschwingungen könnten die Ursache für heißlaufende Motoren in Kühlschränken oder Klimaanlagen sein und letztlich eine Brandgefahr darstellen. Das Problem könne sich auf einen Gesamtschaden in Millardenhöhe summieren, so der Bloomberg-Bericht.

Daten von Whisker Labs, die rund 770.000 Sensoren in US-Haushalten auswerteten, würden belegen, dass mehr als die Hälfte der Haushalte mit den stärksten Stromverzerrungen im Umkreis von 20 Meilen um große Rechenzentren liegen. Etwa 3,7 Millionen Amerikaner seien von diesen Beeinträchtigungen betroffen.

KI-Rechenzentren entstehen schneller als das notwendige Stromnetz

Unternehmen wie Microsoft und Amazon investieren Milliarden in den Ausbau ihrer Rechenzentren, um der steigenden Nachfrage nach KI-Diensten gerecht zu werden. Microsoft plant, bis Ende des Geschäftsjahres rund 80 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren zu investieren, etwa die Hälfte davon in den USA. Amazon Web Services (AWS) hat 11 Milliarden Dollar für den Ausbau in Georgia vorgesehen.

Dieser massive Ausbau erhöht den Druck auf die Strominfrastruktur erheblich. Einige Rechenzentren verbrauchen so viel Strom wie ganze Städte oder Bundesstaaten. Sie entstehen oft schneller als der notwendige Netzausbau drumherum, warnt die Analyse. Investitionen darin würden ohnehin zu schleppend erfolgen und schon jetzt nicht dem Nachfrageboom gerecht werden, der sich in der Zukunft noch verschärfen würde.

Der Bericht warnt davor, dass sich der KI-Stromhunger nicht nur aufs Problem reduziert, ob in bestimmten Gebieten genügend Strom für alle da ist. Vielmehr könne eine insgesamt schlechtere Stromqualität auch dazu führen, dass Lichter flackern oder es zu lokalen Stromausfällen kommt.

Energieversorger und Politik stehen vor Herausforderungen

Die steigende Nachfrage nach Energie für KI-Rechenzentren zwingt Energieversorger und politische Entscheidungsträger, Lösungen zu finden, um die Netzstabilität zu gewährleisten. In einigen Fällen werden stillgelegte Atomkraftwerke reaktiviert, um den Energiebedarf zu decken. So plant Microsoft, einen Reaktor im stillgelegten US-Atomkraftwerk Three Mile Island wieder hochzufahren, um seine Rechenzentren mit Strom zu versorgen. (mc)

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