Kabeltestverfahren

Kabellebensdauer in bewegten Anwendungen

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Umfangreiches Messlabor für den Kabeltest

Der Grund, dass sich das Unternehmen den Luxus gestattet, ein umfassendes Kabeltestlabor zu betreiben, ist zum einen das hohe Qualitätsbewusstsein des Kabelherstellers. So kann auch der Sohn des Unternehmensgründers, Bob Gore, mit Überzeugung verkünden: „Unsere Produkte halten, was sie versprechen“. Zum anderen spielt in diese Philosophie der hohe Servicegedanke, Kompetenz wie auch eine gute Kundenbeziehung hinein: „Wenn der Kunde kauft, kauft er das Produkt auf Vertrauensbasis“, erklärt Rudolf Reichert, Leiter des Testlabors. Qualität und genaue Vorhersagen sowie Untersuchungen der Eigenschaften eines Kabels seien die Grundlage guter Produkte.

14 Prüfanlagen für den mechanischen, dynamischen Langzeittest

Im Flex-Labor in Pleinfeld werden sowohl Kundenprojekte als auch Projekte zum grundsätzlichen Verständnis des Verhaltens von Kabeln in bewegten Anwendungen durchgeführt.

Es stehen 14 unterschiedlichen Testgeräte zur Verfügung. Die Prüfanlagen unterscheiden sich hierbei in vielfältiger Weise wie z.B. hinsichtlich Bewegungsart, Bewegungskombination und Eigenschaften wie Verfahrweg, Beschleunigung, Größe des Testinnenraums und Montagemöglichkeiten sowie Modifizierbarkeit/Anpassungsfähigkeit der Anlage. Ein werkstofftechnisches und metallografisches Labor sowie ein Rasterlektronenmikroskop liefern zusätzliche Informationen zu Schadens- und Bruchbildern sowie Position und Zustand der Leiter nach dem Versagen.

Bild 1: Beispiel für einen schleppkettenfreien vertikalen Test (Archiv: Vogel Business Media)

Hauptsächlich testen die Mitarbeiter um Rudolf Reichert die dynamische Dauerbelastbarkeit von Kabeln in Meterware (ohne Anschlusstechnik) und kompletten Kabelsystemen (mit Tülle und Steckern). Weiterhin untersuchen die Spezialisten den Einfluss von Kabelwerkstoffen auf die Wechselbiegedauerfestigkeit unabhängig und abhängig vom Kabeldesign (Bild 1). Mit diesen Erkenntnissen werden die Fertigungsprozesse im Haus optimiert und der Einfluss der Fertigungsparameter auf die Flex-Lebensdauer analysiert.

Einen Schwerpunkt der Laborarbeit bildet ebenfalls das Erforschen grundlegender Zusammenhänge zwischen Kabeldesignparametern und der mechanisch-dynamischen Dauerbelastung für Power-Leitungen, Signalleitungen und HF-Übertragung.

Standard- und modifizierte Testverfahren

Verwendet werden Standard-Testverfahren wie

  • Wechselbiegetest (auch „Tic-Toc-Test“ genannt, Bild 2),
  • Rolling Flex (Bild 3),
  • Torsion und
  • und S-Bend-Test.
Bild 2: Dynamische Standard-Testverfahren: Beispiel für einen freitragenden Wechselbiegetest (Tic-Toc-Test) (Archiv: Vogel Business Media)

Da das Labor sehr anwendungsorientiert arbeitet, wurden spezielle Stresstester für diverse nichttypische Bewegungsabläufe etabliert. Sowohl für Standardtests als auch für spezielle Tester findet die Testplanung und -durchführung immer in enger Zusammenarbeit mit den Kunden und unter Berücksichtigung der Endanwendung statt. Das Ziel besteht darin, dem Kunden eine auf Messdaten basierende zuverlässige Aussage über die zu erwartende Lebensdauer seines Produktes zu liefern.

Bild 3: Dynamisches Standard-Testverfahren Rolling Flex (Archiv: Vogel Business Media)

Die Bewegungsabläufe werden mit klassischen Trapezfahrprofilen als auch mit frei programmierbaren Kurvenscheiben durchlaufen, um auch hier möglichst applikationsnah den Kabelstress in der Kundenanwendung zu reflektieren.

Die komplett vollautomatische Stress- und Messtechnik wird zentral gesteuert und ist mit einer vernetzten Oracle-Datenbank verbunden.

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