Jensen Huang, Mitbegründer und CEO von Nvidia, hat das Unternehmen zu einem globalen Giganten für Grafikprozessoren und künstliche Intelligenz gemacht. Vom bescheidenen Start in den 90er-Jahren bis hin zur Marktführerschaft prägt Nvidia heute die digitale Zukunft in Bereichen wie Gaming, autonome Fahrzeuge und Rechenzentren. Doch wer ist der Mann hinter diesem rasanten Aufstieg?
Jensen Huang im Jahr 2016 - die Lederjacke ist inzwischen sein Markenzeichen.
Nvidia hat vor allem in den letzten ein bis zwei Jahren einen kometenhaften Aufstieg erlebt, und zwar durch die Kompetenz des auch „Team Green“ genannten Konzerns in Sachen KI (Künstliche Intelligenz). Dabei war Nvidia ursprünglich über viele Jahre hinweg lediglich ein GPU-Hersteller, und wirklich bewusst trifft der Durchschnittsbürger im Alltag auch heute noch nur in Form von Grafikkarten auf Nvidia – wenn überhaupt. Dabei ist Nvidia bereits breit gefächert aufgestellt und hat sich primär durch den Wirbel um die KI-Kompetenz an der Börse zu einer der wertvollsten Firmen, je nach Aktienkurs auch zum wertvollsten Unternehmen überhaupt, gemausert.
Eine bedeutungsvolle Person ist dabei der CEO Jensen Huang, der schon seit Gründung des Unternehmens Nvidia leitet und um den sich heute unser Artikel drehen wird. Dank seiner Arbeit bei Nvidia und seinem Aktienanteil an der Firma ist er Milliardär. In einem weiteren Artikel werden wir im Laufe des Januars 2025 auch den Aufstieg der Firma Nvidia detailliert schildern.
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Kindheit: Aus Taiwan in die USA
Es war der 17. Februar 1963, als Jensen Huang in Tainan das Licht der Welt erblickte. Tainan ist die älteste Stadt Taiwans und liegt im Südwesten der Insel. Mit etwa 1,9 Millionen Einwohnern ist sie derzeit die sechstgrößte Stadt Taiwans. Der Name Jensen Huang ist dabei eine westliche Version seines eigentlichen Geburtsnamens, der Huang Jen-hsun lautet. Schon als Kind wanderte er in die USA aus. Doch die erste Zwischenstation war Bangkok in Thailand, wo er mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder aufschlug, als Jensen Huang fünf Jahre alt war. In Bangkok ging er auch zunächst zur Schule, wurde aber im Alter von neun Jahren zusammen mit seinem Bruder in die USA geschickt, um die Chance auf ein besseres Leben zu haben.
Die beiden Brüder wurden in der nordwestlichen Ecke der USA von ihrem Onkel in Tacoma (Bundesstaat Washington) aufgenommen, etwa 20 Kilometer südlich von Seattle. Ein Jahr später zogen Jensen und sein Bruder nach Oneida in Kentucky, südöstlich von Lexington, wo sie im Oneida Baptist Institute lebten, einer christlich-baptistisch geführten Jungenschule. Jensens Onkel dachte offenbar fälschlicherweise, dass die streng religiös ausgerichtete Schule ein namhaftes Internat sei.
Nachdem auch die Eltern und der Onkel von Jensen Huang in die USA ausgewandert waren, zogen die Brüder wieder zu ihren Eltern, die sich in Oregon niedergelassen hatten. Inzwischen war Jensen bereits ein Teenager, und seine Begabungen wurden immer deutlicher. Er übersprang gleich zwei Schulklassen und machte bereits mit 16 Jahren seinen High-School-Abschluss in Aloha (Oregon) – üblich ist ein Alter von 18 Jahren beim Abschluss. Sein erstes eigenes Geld verdiente er als Hilfskraft in einer Denny’s-Filiale, einer Diner-Restaurantkette in den USA.
Zwei Studienabschlüsse und die Gründung Nvidias
1984, also mit gerade einmal 21 Jahren, machte Jensen Huang seinen Bachelor-Abschluss in Elektrotechnik an der Oregon State University in Corvalis. Während des Studiums lernte er auch seine heutige Frau Lori Mills kennen, die damals seine Laborpartnerin war. Zusammen mit ihr hat er zwei Kinder, die beide inzwischen ebenfalls bei Nvidia arbeiten: Spencer und Madison. Über deren genauen Geburtstage ist nichts Genaues bekannt, aber zumindest zu Spencer Huang haben wir eine Information recherchiert, laut der er im Jahr 1999 geboren worden sein soll. Er ist derzeit Produktmanager bei Nvidia. Seine Schwester Madison ist im Bereich des Nvidia Omniverse als Produktdirektorin und im technischen Marketing tätig.
Doch zurück zu Jensen Huang und ins Jahr 1984: Nach dem Abschluss an der Oregon State University folgte ein Studium an der Eliteuniversität Stanford in Kalifornien, wo er ebenfalls Elektrotechnik studierte und im Jahr 1992 seinen Master ablegte. Seinen ersten Job in der Chip-Branche hatte er bei LSI Logic und danach bei dem derzeit im Hinblick auf Grafikkarten größten Konkurrenten von Nvidia, nämlich bei AMD, wo er als Entwickler für Mikroprozessoren arbeitete.
1993 war dann der Startschuss für Nvidia. Zusammen mit Chris Malachowsky und Curtis Priem gründete Huang im Alter von 30 Jahren das Unternehmen, um im aufkommenden Markt der Grafikchip-Lösungen für Personal Computer Fuß zu fassen. Jensen Huang war dabei von Anfang an CEO von Nvidia. Der Name des Unternehmens leitet sich im lateinischen Wort Invidia ab, was Neid bedeutet – es ist reine Mutmaßung, aber vermutlich wollten die drei Gründer indirekt darauf hinaus, dass sie ihre Konkurrenz neidisch machen möchten.
Stand: 08.12.2025
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Nachdem es zu Beginn der Grafikkarten-Ära noch etwa ein Dutzend auf GPUs spezialisierte Unternehmen gegeben hatte, sorgte nicht zuletzt Jensen Huang als CEO dafür, dass nach wenigen Jahren nur Nvidia und der Hersteller ATI blieben, der zu AMD gehört. Vor allem in Gamerkreisen gibt es schon seit langer Zeit eine Art Konflikt zwischen Fans des Team Green (Nvidia, grünes Logo) und des Teams Red (ATI/AMD, rotes Logo). Ein kleines Detail am Rande ist dabei, dass die heutige Geschäftsführerin von AMD, Dr. Lisa Su, eine Cousine von Jensen Huang ist.
Leidvolle Anfangsjahre am Rande der Pleite
Die Anfänge als CEO waren für Jensen Huang allerdings nicht leicht. Der erste Grafikchip von Nvidia, der NV1, kam 1995 auf den Markt und scheiterte, da er zu speziell und zudem nur zu wenigen PC-Systemen kompatibel war. Der japanische Videospielhersteller Sega versprach sich von der Forschung und Entwicklung rund um Grafikchips Innovationen, die auch in Spiele-Automaten oder -Konsolen eingesetzt werden könnten. Daher investierte Sega fünf Millionen Dollar in Nvidia – ohne diese Finanzmittel wäre Nvidia vermutlich heute nicht mehr existent. Positiv an dem Engagement war für Nvidia zudem, dass sich die Zusammenarbeit hauptsächlich unter Gamern herumsprach, da es an den Nvidia-Grafikkarten Anschlüsse für den Joystick der Sega-Spielekonsole Saturn gab.
Den Durchbruch schaffte Nvidia schließlich mit GPUs im Jahr 1997, die den Namen Riva erhielten. Diese wurden auch von privaten Anwendern in PCs eingebaut. Nvidia war damals offenbar nur einen Monat entfernt von einer Insolvenz, doch die Riva-GPUs schlugen glücklicherweise voll ein. Jensen Huang hat den Beinahe-Bankrott zum Anlass genommen, über viele Jahre hinweg zwecks der Motivierung seiner Mitarbeiter bei Ansprachen anfangs zu erwähnen, dass die Firma nur 30 Tage von der Zahlungsunfähigkeit entfernt war. Die Anfangsjahre waren laut Huang voller Schmerz und Leid, sorgten aber dafür, dass er gezwungenermaßen zu einem besseren Firmen-Anführer wurde, was sich nach der Etablierung von Nvidia dann mehr und mehr auszahlte.
Huang steigt finanziell auf – und bleibt lange unbekannt
Die Erfolge mit Nvidia unmittelbar nach der Riva-Phase sorgten dafür, dass Jensen Huang im Jahr 2003 mit seiner Familie von einem Mittelklasse-Viertel in San José (Kalifornien) nach Los Altos Hills umzog, einer deutlich wohlhabenderen Stadt mit etwa 8.500 Einwohnern im County Santa Clara (Kalifornien). Im Jahr 2004 gönnte sich die Familie auch noch ein Domizil auf Hawaii. Auf weitere, einzelne Tätigkeiten von Jensen Huang rund um den Aufstieg Nvidias möchten wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen, da wir uns darum in unserem noch folgenden Artikel zur Firma Nvidia kümmern werden.
Weltweit bekannt wurde er aber erst in den vergangenen Jahren, obwohl Nvidia schon vorher im Bereich der GPUs enorm erfolgreich war. So wurde 2017 bekannt, dass Jensen Huang sich in San Francisco ein Anwesen für 38 Millionen Dollar geleistet haben soll. Selbst in Finanzkreisen war Jensen Huang zu diesem Zeitpunkt aber noch immer eher unbekannt. Nvidia als Marke war in weiten Teilen nur interessierten PC-Gamern sowie Menschen, die professionell mit Grafikkarten arbeiten, ein Begriff. Normale Bürger wurden mit dem Namen Nvidia nur konfrontiert, wenn sie einen näheren Blick auf die Technik eines spielefähigen PCs oder Laptops warfen. Viele weitere Geschäftsteile von Nvidia haben aber bereits mit Dienstleistungen oder auch mit in Produkten „versteckten“ Nvidia-Chips zu tun.
Erst als das Thema KI etwa seit dem Jahr 2018 exponentiell wuchs und Nvidia sich hier als wichtiger Player für dieses Thema entpuppte, wurde Nvidia für die Finanzmärkte und Investoren sowie die Medien im großen Stil interessant. Jensen Huang ist in den vergangenen Jahren als Manager geradezu zu einer Art Superstar geworden und tritt dabei seit über 20 Jahren stets sehr leger mit einer Lederjacke als Markenzeichen auf, was seinen Führungsstil mit einer sehr flachen Hierarchie unterstreicht. Selbst auf der Titelseite des Time-Magazins ließ er sich mit einer Lederjacke ablichten.
Privater Einsatz und Auszeichnungen
Jensen Huang engagiert sich privat auch für wohltätige Zwecke. So stellte er unter anderem im Jahr 2008 Mittel zur Verfügung, um neue Klassenräume für über 100 vom Erdbeben in Wenchuan (China) betroffene Schüler in einer Schule in Peking zu ermöglichen. Der Universität Stanford spendete er zudem 30 Millionen Dollar, um ein neues Gebäude für Ingenieurwesen errichten zu können. 2019 spendete er der baptistischen Schule, in der Huang als Kind lebte, 2 Millionen Dollar, um Schlaf- und Klassenräume für Schülerinnen zu bauen. Seiner ersten Universität, der Oregon State University, gab er vor zwei Jahren 50 Millionen Dollar als ersten Teil einer Spende in Höhe von 200 Millionen Dollar, um auf dem Campus ein hochmodernes Institut für Supercomputing zu errichten.
Jensen Huang hat zudem bereits viele Auszeichnungen erhalten, von denen wir einen kleinen Ausschnitt präsentieren. Seine erste Auszeichnung war schon im Jahr 1999 der von Ernst & Young vergebene Titel zum Unternehmer des Jahres. Vom Harvard Business Review-Magazin wurde er 2019 zum CEO mit der weltweit besten Leistung gewählt, zwei Jahre später erhielt er mit dem Robert N. Noyce Award den im Technikbereich hoch angesehenen Preis der Halbleiterindustrie-Gesellschaft SIA. 2021 und 2024 nahm das Time Magazin Huang in die Liste der weltweit 100 einflussreichsten Menschen auf. Zuletzt kam noch ein Ehrendoktortitel der Hong Kong University of Science and Technology hinzu. Das Forbes Magazin berechnete erst in jüngster Vergangenheit, dass Jensen Huang ein Vermögen von etwa 130 Milliarden Dollar besitzt und damit zu den Top 10 der weltweit wohlhabendsten Menschen gehört, wobei große Teile des Vermögens freilich vom jeweils aktuellen Aktienkurs abhängen. (sb)