Softwareentwicklung Java-Schöpfer James Gosling entwickelt Tauchroboter

Redakteur: Franz Graser

James Gosling, der Vater der Programmiersprache Java, hat beim Suchmaschinengiganten Google gekündigt. Er heuert bei einem Startup an, das Unterwasser-Sonden konstruiert.

Gosling wird leitender Softwarearchitekt bei dem Unternehmen Liquid Robotics. Das kalifornische Startup baut unbemannte Tauchsonden zur Erforschung des Meeres.

Die sogenannten Wave Glider werden von der US-Regierung, Forschungseinrichtungen und privaten Unternehmen verwendet. Liquid Robotics folgt zudem dem Gedanken des Cloud Computing, indem es die von den Tauchrobotern gesammelten Daten speichern und per Internet als Service zur Verfügung stellen will.

Gosling wird sich vor allem mit der eingebetteten Software der Tauchroboter für Sensorik und Navigation beschäftigen und das Daten-Center aufbauen, in dem die Forschungsergebnisse auflaufen und bereitgehalten werden sollen. "Unsere Systeme funktionieren zwar jetzt schon gut, aber es gibt noch eine Reihe von Problemen, und ich freue mich, daran zu arbeiten", schrieb Gosling in einem Weblog-Eintrag: "Das wird eine Menge Spaß machen."

Die Tauchsonden sind mit einem Floß an der Wasseroberfläche verbunden, das mit Solarzellen ausgestattet ist. Auf diese Weise wird der Roboter mit Strom versorgt. Durch die Auf-und-Ab-Bewegung der Wellen erhält das Gerät Vortrieb. So können die Tauchsonden Hunderte von Meilen zurücklegen, ohne Treibstoff zu benötigen.

Gosling gilt als Vater der Programmiersprache Java und war lange Jahre einer der prominentesten Köpfe beim IT-Konzern Sun Microsystems. Kurz nach der Übernahme von Sun durch Oracle verließ er die Ellison-Company, weil ihm die Unternehmenskultur bei Oracle nicht zusagte.

Danach wechselte er zu Google, blieb dort aber nur ein halbes Jahr.

Schon während seiner Zeit bei Sun war Gosling ein Fan ungewöhnlicher technischer Lösungen. Ein Höhepunkt der jährlichen Java-Entwicklerkonferenzen waren die von ihm moderierten Wettbewerbe, bei denen die schrägsten Maschinen für das Werfen von T-Shirts ausgezeichnet wurden.

Insofern bleibt sich Gosling selbst treu, wenn er jetzt für eine Firma arbeitet, die sich der Erforschung des Ozeans widmet. Ein anderer Faktor mag ebenfalls geholfen haben: Bill Vass, der CEO von Liquid Robotics, ist ebenfalls ein Sun-Veteran.

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