Korrektur der Prognosespanne Januar-Erdbeben haben TSMC rund 155 Millionen Euro gekostet

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Am 21. Januar 2025 bebte im Süden Taiwans die Erde, in den folgenden Tagen kam es noch zu Nachwehen. Zwar kam es zu keinen strukturellen Schäden an TSMCs Fabs, doch die Erschütterungen reichten aus, die in der Produktion befindlichen Wafer zu schrotten. Die Kosten dieses Bebens für TSMC: rund 155 Millionen Euro.

TSMCs Fab 18 ist die vierte 12-Zoll-Gigafab in Taiwan und befindet sich im  Southern Taiwan Science Park in Tainan.(Bild:  TSMC)
TSMCs Fab 18 ist die vierte 12-Zoll-Gigafab in Taiwan und befindet sich im Southern Taiwan Science Park in Tainan.
(Bild: TSMC)

Haben Sie sich schon immer mal gefragt, wie teuer es für den weltgrößten Auftragsfertiger Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) wird, wenn auf dem pazifischen Feuerring die Erde ganz besonders heftig bebt? Das taiwanische Unternehmen betreibt einen Großteil seiner Produktionsstandorte in Taiwan. Die Region wiederum ist eines der weltweit aktivsten Erdbebengebiete, denn Taiwan liegt auf der Grenze zwischen der philippinischen und der eurasischen Platte. Erdbeben, die eine Stärke von 6 oder höher auf der Richterskala erreichen, können mehrfach pro Jahr auftreten.

So geschah es in der Nacht des 20. auf den 21. Januar 2025, als im Süden Taiwans unter der Gemeinde Dapu in einer Tiefe von knapp zehn Kilometern die Erde zu rumpeln begann. Das Beben erreichte die Stärke 6,4.  Infolgedessen und während der Nachbeben stürzten beispielsweise in Tainan einige Gebäude ein, knapp 30 Menschen wurden verletzt. In Tainan wiederum befindet sich unter anderem der Southern Taiwan Science Park, wo TSMC Fabs unterhält. Auch im Central Taiwan Science Park in Taichung waren die Erschütterungen zu spüren. An beiden Standorten wurden die Einrichtungen sicherheitshalber evakuiert.

Die Kosten eines Ausfalls

Nun ist TSMC nicht grundlos der weltweit größte Auftragsfertiger von Halbleiterprodukten; in vielen Produktionsstätten wird rund um die Uhr gefertigt, also auch in der Nacht. Entsprechend befanden sich vielleicht keine Arbeiter mehr in den Gebäuden, wohl aber noch Wafer in den Maschinen. Die hochempfindliche Technologie verträgt die Erschütterungen weniger gut. Entsprechend mussten die Wafer, die während Haupt- und Nachbeben in den Maschinen waren, entsorgt werden.

TSMC bestätigte im Nachgang des Bebens, dass die Arbeiter relativ schnell wieder an ihre Plätze zurückgekehrt wurden. Des Weiteren ist bekannt gemacht worden, dass es während Haupt- und Nachbeben zu keinen strukturellen Schäden an der TSMC-Infrastruktur gekommen ist. „Es gab keine strukturellen Schäden an unseren Produktionsstätten, und die Wasserversorgung, die Stromversorgung, die Arbeitssicherheitssysteme und der Betrieb funktionieren normal“, ließen die Verantwortlichen von TSMC am 10. Februar 2025 verlauten.

Dennoch ist es natürlich zu Materialschäden gekommen und die waren hoch genug, dass TSMC den Umsatzausblick für das Q1 FY2025 eher am unteren Ende der Prognosespanne von 25 und 25,8 Milliarden US-Dollar einordnet. „Durch das Erdbeben und die Nachbeben wurde eine bestimmte Anzahl von Wafern, die sich in der Produktion befinden, in Mitleidenschaft gezogen und musste verschrottet werden“, erklärt TSMC. Einer vorläufigen Bewertung zufolge schätzt das Unternehmen die Erdbebenschäden auf etwa 5,3 Milliarden New-Taiwan-Dollar abzüglich der Versicherungsansprüche – das sind etwas mehr als 160 Millionen US-Dollar oder rund 155 Millionen Euro.

Kaum der Rede wert?

Für einen Konzern wie TSMC klingt das für den einen oder anderen vielleicht nach Geld, das verschmerzbar ist. Mehrfach im Jahr möchte man diese Extrakosten sicherlich auch bei TSMC nicht haben. Da verwundert es wenig, dass das Unternehmen nicht nur wegen geopolitischer Herausforderungen Standorte außerhalb Taiwans aufbaut.

Trotz der Anpassung der Erwartungen an die Prognosespannung rechnet man dennoch mit einer Bruttogewinnmarge zwischen 57 und 59 Prozent und einer Betriebsgewinnmarge zwischen 46,5 und 48,5 Prozent. „Das Unternehmen unternimmt alle Anstrengungen, um die Produktionsausfälle wieder aufzuholen, und der Ausblick für das Gesamtjahr bleibt unverändert“, wird mitgeteilt. Gleichzeitig hatte TSMC im Januar 2025 ohnehin Erfolge zu vermelden: „Auf konsolidierter Basis belief sich der Umsatz im Januar 2025 auf rund 293,29 Milliarden NT$, ein Anstieg von 5,4 Prozent gegenüber Dezember 2024 und ein Anstieg von 35,9 Prozent gegenüber Januar 2024.“ (sb)

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