Angemerkt Ist die künstliche Intelligenz der nächste Energiefresser?

Ein Kommentar von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 2 min Lesedauer

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Die künstliche Intelligenz ist sehr praktisch. Was wir aber nicht sehen, ist der enorme Energiehunger der Rechenzentren. Obwohl KI viel Energie benötigt, kann sie auch eine Antwort auf unsere Energieprobleme sein.

Künstliche Intelligenz sammelt Daten aus allen zugänglichen Quellen. Damit diese Daten gespeichert und ausgewertet werden können, benötigen Rechenzentren enorme Mengen an Energie.(Bild:  erstellt mt Bing KI)
Künstliche Intelligenz sammelt Daten aus allen zugänglichen Quellen. Damit diese Daten gespeichert und ausgewertet werden können, benötigen Rechenzentren enorme Mengen an Energie.
(Bild: erstellt mt Bing KI)

Spätestens seit ChatGPT ist künstliche Intelligenz aus der öffentlichen Diskussion nicht mehr wegzudenken. War es am Anfang vor allem die Neugier auf die Möglichkeiten des Spielens und Experimentierens auf breiter Front und für jedermann zugänglich, so haben sich inzwischen unzählige KI-Abkömmlinge entwickelt: Von der generativen KI, die Texte und ganze Romane schreibt oder mehr oder weniger kreativ Bilder erstellt. Eines passiert aber immer im Hintergrund: Die Algorithmen sammeln Unmengen an Daten und so entsteht ein gigantischer Datenspeicher. Mit diesen Daten lernt die KI. Die Datenspeicher verschlingen aber auch Unmengen an Energie.

Doch das Sammeln von Daten verbraucht Energie. Zum Vergleich: Der weltweite Energieverbrauch von Rechenzentren wurde für das Jahr 2020 auf 200 Terawattstunden geschätzt. Das entspricht etwa einem Prozent des weltweiten Stromverbrauchs. Bis 2030 könnte dieser Anteil auf drei Prozent steigen. Zu den datenintensiven Anwendungen gehören beispielsweise das Training von KI-Modellen oder die Verarbeitung von Big Data. „Für das Training eines KI-Modells liefen Prozessoren hunderter Grafikkarten, die jeweils etwa 1.000 W verbrauchten, für mehrere Wochen. 1.000 W ist so viel wie ein Backofen“, sagte Ralf Herbrich. Er ist Geschäftsführer des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam und Leiter des Fachgebiets Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit.

Künstliche Intelligenz ist Problem und Lösung

Somit ist künstliche Intelligenz in diesem Zusammenhang sowohl ein Problem als auch eine Antwort auf die drängenden Fragen der Energieversorgung. Denn mit KI lassen sich Energiesysteme optimieren. Zum Beispiel durch die Steuerung von Stromnetzen oder in Gebäuden. Andererseits wird der Energiehunger der KI immer größer.

Wir müssen uns daher jetzt die Frage stellen, wie wir KI in verantwortungsvoller Weise nutzen können? Dabei geht es nicht nur um effiziente Hardware mit leistungsfähigen und ressourcenschonenden Prozessoren und Speichersystemen. Vielmehr müssen die Rechenzentren die benötigte Energie aus nachhaltigen Quellen beziehen.

Bei aller Euphorie, wie KI unser Leben und unseren Alltag erleichtern kann: Wir müssen es schaffen, verantwortungsvoll mit Daten umzugehen. Denn mehr als 50 Prozent der Daten in Unternehmen sind heute unnötige Daten, sogenannte Dark Data. Sie liegen nutzlos in der Cloud, werden nur einmal verwendet und dann nie wieder.

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