Rückverfolgbare Chips Intel setzt auf Transparenz in der Lieferkette

Von Manuel Christa 2 min Lesedauer

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Intel macht die Herkunft seiner Prozessoren nachvollziehbarer. Mit dem neuen Assured-Supply-Chain-(ASC)-Programm bietet das Unternehmen einen Fertigungsprozess, der es Kunden ermöglicht, die Lieferkette ihrer Chips lückenlos nachzuverfolgen.

Intel stellt das ASC-Programm vor, welches die Lieferkette von Chips transparent machen soll.(Bild:  KI-generiert)
Intel stellt das ASC-Programm vor, welches die Lieferkette von Chips transparent machen soll.
(Bild: KI-generiert)

Damit will Intel nicht nur Fälschungen erschweren, sondern auch Unternehmen und Behörden dabei unterstützen, Sicherheitsrisiken in ihrer IT-Infrastruktur besser einzuschätzen.

Sichere Lieferkette für neueste Core-Ultra-Prozessoren

Das ASC-Programm startet in der zweiten Jahreshälfte 2025 mit ausgewählten Intel-Core-Ultra-(Serie 2)-Prozessoren für Notebooks und Desktops (u. a. Arrow Lake). Diese Chips lassen sich am Buchstaben „A“ in der Modellbezeichnung erkennen. Mithilfe von Branchentools können Kunden nachvollziehen, welche Länder an der Produktion beteiligt waren – von der Chipfertigung über die Endmontage bis zum fertigen Produkt.

Intel setzt dabei auf einen speziell abgesicherten Fertigungsprozess, der ausschließlich für ASC-Prozessoren genutzt wird. Die Herstellung erfolgt ausschließlich in Intel-eigenen oder vertraglich gesicherten Werken, um unautorisierte Eingriffe oder Manipulationen in der Lieferkette auszuschließen.

„Wir sind eines der wenigen Unternehmen, die so etwas anbieten können“, erklärt Jennifer Larson, General Manager of Commercial Client Segments bei Intel, im Gespräch mit ELEKTRONIKPRAXIS auf dem MWC 2025. Zu den ersten OEM-Partnern gehören HP und Lenovo, weitere Hersteller sollen zeitnah folgen, bestätigt die Intel-Managerin.

Das ASC-Programm bietet einen Siliziumfertigungskorridor für kommerzielle Intel-Prozessoren und eine sichere digitale Methode für Endbenutzer, um zu sehen, wohin Chips entlang der Lieferkette gelangen.(Bild:  Intel)
Das ASC-Programm bietet einen Siliziumfertigungskorridor für kommerzielle Intel-Prozessoren und eine sichere digitale Methode für Endbenutzer, um zu sehen, wohin Chips entlang der Lieferkette gelangen.
(Bild: Intel)

Mögliche Ausweitung auf weitere Produktlinien

Das ASC-Programm ergänzt Intels bestehende Sicherheitslösungen wie Intel vPro Fleet Services, die Unternehmen bei der effizienten Verwaltung ihrer Hardware-Assets unterstützen. Langfristig plant Intel, das Programm auf weitere Produktreihen auszuweiten. Welche Prozessoren als Nächstes unter ASC laufen werden, hängt von der Marktnachfrage und den Kundenanforderungen ab. Besonders im Fokus stehen dabei Desktop- und Server-CPUs, da Unternehmen hier höchste Anforderungen an Sicherheit und Nachverfolgbarkeit stellen.

Warum der Schutz vor gefälschter Hardware so wichtig ist

Gefälschte oder kompromittierte Hardware stellt eine ernsthafte Bedrohung dar – insbesondere für Unternehmen und Behörden mit hohen Sicherheitsanforderungen. Immer wieder tauchen Berichte über manipulierte oder nachgebaute Prozessoren auf, die nicht nur Leistungseinbußen verursachen, sondern auch potenzielle Hintertüren für Cyberangriffe öffnen.

Viele Branchen unterliegen strengen Compliance-Vorgaben. Regulierungsbehörden verlangen zunehmend, dass Unternehmen die Herkunft ihrer Hardware nachweisen und sichere Beschaffungswege garantieren. Besonders in den USA, der EU und China wachsen die Bemühungen, die Lieferketten von IT-Komponenten stärker zu regulieren – unter anderem, um den Einsatz von Bauteilen aus unsicheren oder politisch problematischen Quellen zu verhindern.

Mit ASC will Intel diesen Risiken entgegenwirken. Kunden sollen sicher sein können, dass ihre Prozessoren aus einer gesicherten Fertigung stammen – ein entscheidender Faktor für sensible Bereiche wie Regierungsnetzwerke, den Finanzsektor und die kritische Infrastruktur.  (mc)

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