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Eine Entwicklung nimmt an Fahrt auf

Wie ging es weiter mit den Kleinstbearbeitern, wie die Mikroprozessoren wortwörtlich eingedeutscht heißen? Das ist leicht zu erklären, gibt es doch drei Optimierungsziele: schneller, schneller und wieder schneller. So wurden die Bitbreiten erhöht, die Marken 8-Bit (1972), 16-Bit (1975), 32-Bit (1979) wurden relativ schnell erreicht, bis 64-Bit (1991) dauerte es etwas länger. Seitdem ist es dort ruhig.
Das liegt darin begründet, dass noch mehr intrinsische (eingebaute) Bitbreite kaum noch Vorteile für gewöhnliche Rechnungen mit sich bringen würde, da wir unsere Programme eben mit Daten bis 64 Bit schreiben. Der entscheidende Pluspunkt von 64-Bit-Architekturen ist auch oftmals nicht die Verarbeitung von 64 Bit in einer Operation, sondern der drastisch erhöhte Adressierungsbereich und damit das Überschreiten der 4-GByte-Grenze der 32-Bit-Architekturen.
Da muss ich an meinen allerersten Rechner denken, ein AIM-65, mit 1 kByte RAM, von dem meine Kommilitonen und ich nicht glaubten, dass wir ihn jemals vollschreiben würden. Dieser Unglaube resultierte nicht etwa aus mangelnden Ideen für größere Programme, sondern aus dem sehr rudimentären Bedienerinterface, einer einzeiligen Darstellung von 20 Zeichen und einer Eingabe in hexadezimalem Code ohne Massenspeicher. Und der erste selbstkonzipierte und designte Rechner hatte auch nicht mehr, aber ein Assemblerprogramm im per Netzwerk kommunizierenden Homecomputer C64.

Apropos Adressierung und Speichergröße: Eine Kuriosität der 16/32-Bit-Architekturen sei am Rande erwähnt: Böse Zungen behaupteten über die 8086-Architektur, dass es den Ingenieuren gelungen sei, mithilfe einer 32-Bit-Adressierung 1 MByte zu adressieren und ohne Schwierigkeiten sogar 64 kByte. So mancher mag sich vielleicht noch an die segmentierte Adressierung erinnern. Ja, die gute alte Zeit, sie ist zum Glück Vergangenheit.
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