Seit einigen Jahren erweitert Intel seinen bislang größten europäischen Produktionsstandort in Irland. Nun ist die Umrüstung auf die neuste Prozesstechnik Intel 4 abgeschlossen: Die Massenproduktion startet. Erstmals kommt nun auch in Europa die Extrem-Ultraviolett-(EUV-)Lithografie in der Serienfertigung zum Einsatz.
Ratespiel: Finden Sie Pat Gelsinger? Der Intel-Chef war mit großem Gerät angetreten, um das rote Band zur Eröffnung der neuen Chipfabrik Fab34 im irischen Leixlip zu zerschneiden. Hier entstehen Highend-Prozessoren mit der neusten, EUV-basierten Intel-4-Prozesstechnologie.
(Bild: Intel Corporation)
Intel hat die Massenproduktion von Prozessoren auf Basis der hochmodernen Intel-4-Technologie in seiner neuen Fab 34 in Leixlip, Irland hochgefahren. Dabei kommt erstmals in Europa die Extrem-Ultraviolett (EUV)-Lithografie in der Serienfertigung (high-volume manufacturing, HVM) zum Einsatz. Die EUV-Lithografie ist Voraussetzung für die Produktion modernster Halbleitertechnologieknoten (Prozessknoten). Bis heute ist nur der niederländische Konzern ASML in der Lage, die riesigen, extrem teuren Maschinen dafür herzustellen. EUV spielt eine entscheidende Rolle bei der Verwirklichung des Ziels von Intel, innerhalb von vier Jahren fünf neue Prozessknoten-Generationen zu etablieren und bis 2025 die Führung in der Prozesstechnologie wiederzuerlangen. Lediglich das Imec in Belgien verfügt noch über EUV-Scanner. Das Forschungs- und Innovationsinstitut arbeitet eng mit Intel an der Entwicklung der modernen Fertigungsprozesse zusammen und hat gerade mit Hersteller ASML den Aufbau einer Pilotlinie für neuste High-NA-EUV-Lithografie beschlossen.
Hauptanwendungsgebiete für die in Leixlip hergestellten Chips sind nach Angaben von Intel künstliche Intelligenz, Telekommunikation und Rechenzentren. Dazu zählen zum Beispiel Produkte wie die kommenden Core-Ultra-Prozessoren (Codename Meteor Lake) ein, die „den Weg für KI-PCs ebnen“ sollen, sowie für die künftige Generation der Xeon-Prozessoren, die Intel ab 2024 auf dem Intel 3-Prozessknoten fertigen möchte.
Intel will wieder Technologieführer in der Prozesstechnik werden
Nach eigenen Angaben sendet Intel mit diesem Produktionsmeilenstein der Intel Fab 34 „ein klares Signal, dass sich das Unternehmen auf Kurs befindet, wie geplant „five nodes in four years“ zu liefern und damit eine neue Generation von Spitzenprodukten auf den Weg zu bringen“. Dieses Signal ist wichtig für den Konzern, der sich verstärkt als Auftragsfertiger positioniert und damit verstärkt in direkte Konkurrenz zum größten als solchen tätigen Unternehmen tritt: das taiwanische TSMC. Im letzten Jahrzehnt hatte Intel in der Chipfertigung zunehmend an Boden verloren, erst mit dem Intel-Urgestein Pat Gelsinger an der Spitze scheint es dem Unternehmen mit massiven Investitionen und klaren Zielsetzungen zu gelingen, das Ruder herumzureißen. In seiner aktuellen Strategie spielt Europa eine tragende Rolle, weshalb Intel seine Aktivitäten auf dem Kontinent massiv verstärkt.
„Ich bin stolz auf das Intel-Team sowie auf unsere Kunden, Zulieferer und Partner, die mit uns zusammengearbeitet haben, um diesen Moment zum Leben zu erwecken und uns auf dem Weg zurück zur Prozessführerschaft zu halten“, sagte Pat Gelsinger, CEO von Intel. „Die Silicon Isle war schon immer ein Kernstück unserer langfristigen Strategie, und die Eröffnung von Fab 34 trägt zum Ziel der EU bei, eine widerstandsfähigere und nachhaltigere Halbleiterlieferkette zu schaffen.“
Eine nachhaltigere, widerstandsfähigere und sicherere globale Lieferkette
Die Eröffnung von Fab 34 im irischen Leixlip soll in Verbindung mit Intels geplanter Wafer-Fertigung in Magdeburg und der geplanten Montage- und Testeinrichtung im polnischen Wrocław laut Gelsinger dazu beitragen, „eine einzigartige End-to-End-Wertschöpfungskette für die Halbleiterfertigung in Europa zu schaffen“. Als Standort für technologisch führende Branchen – KI, Telekommunikation, Rechenzentren, Automobilbau und andere – braucht Europa eine stabile Halbleiter-Lieferkette für Spitzentechnologie. Intel hat sich nach eigenen Angaben dazu verpflichtet, Europa bei der Verwirklichung seiner technologischen Ambitionen zu unterstützen und im Gegenzug eine globale Halbleiter-Lieferkette aufzubauen, die widerstandsfähig und geografisch ausgewogen ist.
„Intels Niederlassung in Irland ist ein Eckpfeiler unserer globalen Fertigungspräsenz und ein wichtiger Teil des Aufbaus einer durchgängigen Wertschöpfungskette für die Halbleiterfertigung in Europa“, sagte Keyvan Esfarjani, Executive Vice President und Chief Global Operations Officer bei Intel. Die 17-Milliarden-Euro-Investition sei ein bedeutender Meilenstein und wichtig für den Standort Irland. Hier, genauer in Leixlip in North Kildare, ist der Chiphersteller seit über 30 Jahren aktiv. Intel betont, dass die kontinuierliche Entwicklung des Campus nur durch die anhaltende Unterstützung und enge Zusammenarbeit mit der örtlichen Gemeinde möglich sei. Zur offiziellen Eröffnung von Fab 34 gab das Unternehmen daher bekannt, dass es der Gemeinde Leixlip 1 Million Euro zur Finanzierung eines Gemeindeprojekts spenden wird.
Stand: 08.12.2025
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„Intel 4 ist ein riesiger Schritt in Richtung Spitzenfertigung in Europa“
Dr. Ann Kelleher, Executive Vice President und General Manager of Technology Development bei Intel, sagte bei der Eröffnung: „Dies ist ein Meilenstein für Intel und die gesamte Halbleiterindustrie. Der Transfer der Intel-4-Prozesstechnologie in die Großserienproduktion in Irland ist ein riesiger Schritt in Richtung Spitzenfertigung in Europa und ein großer Moment auch für unsere Technologieentwicklungsteams in Oregon.“ In der dortigen Entwicklungsfabrik des Konzerns wurden sowohl die Intel-4-Technologie als auch die darauf basierenden ersten HVM-Prozesse maßgeblich entwickelt. Intel 4 soll im Vergleich zu bisherigen Technologien erhebliche Verbesserungen bei Leistung, Energieeffizienz und Transistordichte erreichen.
„Die Eröffnung von Fab 34 ist ein weiterer historischer Tag für Intel und für das Team in Irland. Seit seiner Ansiedlung im Jahr 1989 ist Intel ein Anker für die industrielle Entwicklung unseres Landes, und heute stellt das Unternehmen einmal mehr sein Engagement für Spitzentechnologie aus Irland unter Beweis“, sagte Leo Varadkar, irischer Premierminister. „Dieser Meilenstein kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für die Industrie, da Europa die Voraussetzungen schafft, um seine Halbleiterkapazitäten zu erhöhen. Wir freuen uns auf die Rolle, die Irland bei der Verwirklichung der Ambitionen der Region spielen kann“.
Intels ehrgeizige Umweltverpflichtung: Ein nachhaltiger Weg in die Zukunft
Nicht nur mit der Fab34 arbeitet Intel daran, einen schwierigen Spagat hinzubekommen: Der Konzern will sowohl seine Geschäftstätigkeit ausweiten als auch gleichzeitig seinen ökologischen Fußabdruck minimieren. Mit der Eröffnung der Fabrik hat das Unternehmen daher auch seinen Klima-Aktionsplan für die Region veröffentlicht, der die Bemühungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen, des Energieverbrauchs, des Wasserverbrauchs und der Deponieabfälle im Einzelnen auflistet.
Die Fab 34 von Leixlip ist laut Intel auf dem besten Weg, das LEED-Zertifikat in Gold zu erhalten. Das „Leadership in Energy and Environmental Design“ ist ein international anerkanntes Zertifizierungssystem für ökologisches Bauen, entwickelt vom U.S. Green Building Council (USGBC). Eine durch unabhängige Dritte durchgeführte LEED-Bewertung untersucht in erster Linie die Umweltauswirkung von Gebäuden und betrachtet in zweiter Linie die sozialen Auswirkungen in Bezug auf Nachhaltigkeit.
Laut Intel umfasst die neue Anlage mehrere Designinnovationen für mehr Nachhaltigkeit. So werde in den Gebäuden ein Verhältnis von 9:1 zwischen der durch Wärmerückgewinnung erzeugten Wärme und der durch herkömmliche Methoden erzeugten Wärme erreicht, und der Großteil des beim Bau verwendeten Zements wurde aufgrund der Integration von recyceltem Material als kohlenstoffarm eingestuft.
Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien
Der Campus in Leixlip setzt laut Intel weiterhin die Strategie des Stromeinkaufs aus 100 Prozent erneuerbaren Energien um, führt 88 Prozent seines Wassers in den Fluss Liffey zurück und entsorgte im Jahr 2022 nur 0,6 Prozent seines Gesamtabfalls auf einer Deponie. Diese Bemühungen würden die Unternehmensziele von Intel unterstützen, bis 2030 die Nutzung von 100 Prozent erneuerbarem Strom im gesamten Unternehmen, eine positive Nettowasserbilanz und keine Abfallentsorgung auf Mülldeponien zu erreichen. Bis 2040 will der Chiphersteller die Treibhausgasemissionen im gesamten Unternehmen und bis 2050 die vorgelagerten Treibhausgasemissionen auf Null senken. (me)