Unterschiedliche Meinungen bei VDI und DIW Ingenieure braucht das Land - oder doch nicht?
Zur Lage auf dem Arbeitsmarkt für Ingenieure scheiden sich die Geister: Der VDI hat diese Woche wieder betont, dass wir auf einen akuten Ingenieurengpass zusteuern. Diese Meldungen rufen immer wieder heftige Reaktionen in unserem Forum hervor. Jetzt hat auch der DIW sich zu dem Thema geäußert und die Zahlen des VDI angezweifelt.
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Mite der Woche veröffentlichte der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) eine Pressemeldung, in der der Hans-Peter Klös, Leiter des Wissenschaftsbereichs Bildungspolitik und Arbeitsmarktpolitik im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, betont, dass die hohe Arbeitsmarktnachfrage dazu führt, dass sich die Ingenieurengpässe auf hohem Niveau verstetigen.
"Die Zahl der offenen Stellen für Ingenieure ist gegenüber dem Januar 2012 um 7,1 Prozent angestiegen und überschritt mit 105.700 erstmals seit Beginn der Erhebung im August 2000 die Schwelle von 100.000. Die Zahl arbeitsloser Ingenieure ging gegenüber dem Vormonat leicht zurück und lag bei 18.882." so der VDI in seiner Pressemeldung zum Ingenieursmonitor 2012.
„Der VDI begrüßt, dass nun auch die Expertenkommission der Bundesregierung für Forschung und Innovation vor den Gefahren der Arbeitsmarktengpässe bei technisch-naturwissenschaftlichen Qualifikationen für den Innovationsstandort Deutschland warnt“, so VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs. „Obwohl die Zahl der Studenten und Absolventen in den Ingenieurwissenschaften in den letzten Jahren gestiegen ist, ist noch nicht das Niveau erreicht, das notwendig wäre, um langfristig Ingenieurengpässe zu vermeiden.“
Schon seit längerem Beklagen die verschiedensten Wirtschaftsverbände den Mangel an Fachkräften. Und jedes mal bekommen wir darauf heftige Reaktionen und Kommentare unserer Leser. Die meisten Stellenangebote seien voll von übertriebenen Ansprüchen, das gebotene Gehalt nur knapp über dem Lebensminimum und wenn man sich bewirbt, gibt es nicht mal eine Antwort.
Jetzt hat sich Karl Brenke, Arbeitsmarktexperte vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), mit dem Thema befasst. und sagt: „Diese Befürchtung kann ich nicht nachvollziehen“. Seiner Meinung nach, lässt der Zulauf bei ingenieurwissenschaftlichen Studienplätzen eher ein Überangebot erwarten.
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