Elektromobilität und automatisierte Fahrzeuge Induktion bietet mehr Komfort beim Laden von E-Fahrzeugen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Vier Jahre lang forschte das Projektteam LaneCharge am induktiven Laden von E-Fahrzeugen und stellte fest: Anders als bei bisherigen Lösungsansätzen befindet sich die Ladeintelligenz nicht in der Straße, sondern im Fahrzeug. Das bietet Potenzial für weitere Einsatzgebiete, in denen automatisierte Fahrzeuge genutzt werden.

Die neue Technologie kann auf dem Gelände der Hochschule Hannover besichtigt werden.(Bild:  EDAG Group)
Die neue Technologie kann auf dem Gelände der Hochschule Hannover besichtigt werden.
(Bild: EDAG Group)

Zwischen 2019 und 2023 beschäftigte sich ein Team bestehend aus Mitgliedern der Edag Group, der Hochschule Hannover, der Technischen Universität Braunschweig sowie von Sumida Components & Modules im Rahmen des Projekts LaneCharge mit induktivem Laden für E-Fahrzeuge. Das Projekt, das unter der Förderrichtlinie Elektromobilität vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) mit fast 3 Millionen Euro unterstützt worden ist, setzte sich ein innovatives Laden von Elektroautos zum Ziel. 

Zum Projektabschluss, in dessen Rahmen die Ergebnisse präsentiert wurden, kündigte die Edag Group eine Patentanmeldung an. Mit LaneCharge konnte eine neue Technologie entwickelt werden, durch die eine kostengünstige, robuste und interoperable Ladeinfrastruktur realisierbar erscheint. Im Gegensatz zu bisherigen induktiven Ladeideen hat das Projektteam geschlossen, dass sich die Ladeintelligenz nicht in der Straße befinden muss, sondern darüber im Fahrzeuginneren. 

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Laden beim Parken, an der Ampel, in der Garage

„Anders als bei bisherigen Lösungsansätzen befindet sich die Ladeintelligenz nicht in der Straße, sondern im Fahrzeug,“ erklärt Dr.-Ing. Jan Leilich, Leiter Innovationen bei der Edag Group. „Die in die Fahrbahn eingelassene Technik wird dadurch einfacher und robuster als bisher.“

Der Entwurf von LaneCharge sieht die Steuerung von Start und Ende eines Ladevorgangs über wiederkehrende kleine Intervalle aus in den Asphalt eingelassene Induktionsspulen aus dem Inneren des Fahrzeugs vor. Des Weiteren wird die Ladeelektronik teilweise in unterirdischen Schaltschränken untergebracht, sogenannten Unterflurverteilern. Mit einer sich auf diesem Wege neutral ins Stadtbild einfügenden Technik wären keine zusätzlichen Ladesäulen mehr erforderlich.

„Das im Projekt entwickelte induktive Ladesystem erlaubt kontinuierliche Zwischenladungen u.a. für 'Stopp & Go'-Situationen, wie z.B. an einem Taxistand, wodurch eine kleinere Kapazität der Batterie bzw. eine erhöhte Reichweite der Fahrzeuge ermöglicht wird. Das Ladesystem ist insbesondere für Kommunen und Infrastrukturbetreiber attraktiv, da Ladepunkte ohne Veränderung des Stadtbildes geschaffen werden können“, erläutert Professor Hepp von der Hochschule Hannover via Now GmbH.

Wie und wie gut die neue Technik funktioniert, kann auf dem Gelände der Hochschule Hannover besichtigt werden, denn dort befindet sich eine Teststrecke mit einer Länge von 90 Metern, auf der bis zu zwölf Induktionsspulen kabellos geladen werden. Die Strecke steht auch nach Projektabschluss noch für Forschung und Lehre zur Verfügung.

Potenzial für automatisierte Fahrzeuge

Induktive Ladesysteme, die wesentlich mehr Komfort als das Laden an Säulen versprechen, sind nicht nur für den Verbraucher mit E-Auto auf der Straße interessant, um etwa der Reichweitenangst den Wind aus den Segeln zu nehmen. Matthias Girlach, Abteilungsleiter Embedded Systems bei der Edag Group sieht in der neuen Technologie auch Potenziale für automatisierte Fahrzeuge abseits öffentlicher Straßen.

„Insbesondere in der Intralogistik sehen wir ein großes Potenzial für die Anwendung dieser Technologie. Die Vorteile dafür liegen auf der Hand: zum einen natürlich der Komfort. Aber noch viel wichtiger ist das Automatisierungspotenzial. Bei automatisierten Fahrzeugen, sowohl im privaten als auch in nicht öffentlichen Bereichen wie Industrieparks oder auf dem Flughafen-Vorfeld, wird induktives Laden ein spannender Faktor“, so Girlach. (sb)

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