Siemens’ Blitzatlas 2023 Im Süden blitzte es am meisten – und am wenigsten

Von Susanne Braun 3 min Lesedauer

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Über das Jahr hinweg verfolgen zahlreiche Messstationen in Deutschland und Europa das Wettergeschehen, damit vorab Unwetterwarnungen ausgesprochen werden können. Der Blitzatlas 2023 zeigt: In Memmingen schlugen Blitze am häufigsten ein. Erneut!

Mehr als 300.000 Blitze sind 2023 in deutschen Boden eingeschlagen.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Mehr als 300.000 Blitze sind 2023 in deutschen Boden eingeschlagen.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Viele Leute fürchten sie, genauso viele Leute lieben sie, und das aus den unterschiedlichsten Gründen: Blitze. Klar, niemandem ist besonders wohl bei dem Gedanken, dass die in Wolken aufgebaute elektrostatische Ladung das nächste Gebäude in Brand stecken oder einen erheblichen elektrischen Schaden verursachen könnte. Und gleichzeitig übt die ungezügelte Naturgewalt eines sich entladenden Gewitters eine unglaubliche Faszination aus.

Für die Warnung vor einem drohenden Unwetter ist es sinnvoll, Gewitterzellen über ganz Europa zu verfolgen. Für Warnungen über den Dienst Gewitteralarm nutzte Siemens die Daten von rund 170 Messstationen in ganz Europa. Und die gesammelten Daten ermöglichen unter anderem die Kür der Blitzhauptstadt Deutschlands im Jahr 2023 zu. Schon vorab ein Spoiler: Die Stadt ist nicht zum ersten Mal Spitzenreiter.

Blitzhotspot Bayern, Blitzlowspot Bayern

Mit einer Blitzdichte von 2,9 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer ist Memmingen wie auch bereits im Jahr 2022 Blitzhauptstadt Deutschlands. Auf Rang 2 liegt Pirmasens mit einer Blitzdichte von 2,8 und dahinter folgt der oberbayerische Landkreis Mühldorf. Im Freistaat hat es die Natur also im vergangenen Jahr ordentlich krachen lassen.

Und gleichzeitig auch nicht! Denn die Stadt mit der geringsten Blitzdichte ist Amberg, das nur knapp 300 Kilometer mit dem Auto von Memmingen entfernt ist. Im Jahr 2023 lag die Blitzdichte in Amberg bei mageren 0,08 Blitzeinschlägen pro Quadratkilometer. Im nordischen Kiel kam die Blitzdichte auf 0,1 und in Neumünster auf 0,11.

Die Blitzlandeshauptstadt war 2023 übrigens Wiesbaden mit einer Blitzdichte von 2,3, gefolgt von Mainz mit 1,9 und München mit 1,5. Die höchste Blitzdichte gibt’s im Bundesland Baden-Württemberg, während die meisten Erdblitze, also Einschläge, in Bayern registriert wurden. Über 70.000 Mal knallte es im Freistaat.

Auch der brandenburgische Landkreis Teltow-Fläming kann mit einem Rekord aufwarten: Knapp 4.000 Erdblitze bringen dem Landkreis den Spitzenplatz bei der höchsten Anzahl der Blitzereignisse in Stadt- und Landkreisen ein.

Blitzreichster Monat und Tag

Ebenfalls spannend in den von Siemens präsentierten Statistiken sind die Angaben zu den blitzreichsten Monaten und Tagen. So war der August 2023 mit 111.000 Einschlägen bei den Monaten der absolute Spitzenreiter, während der blitzreichste Tag der 22. Juni mit 42.000 Einschlägen war. Schaut man sich an, wie viele Blitzereignisse über das gesamte Jahr gemessen wurden, ist diese Anzahl an Einschlägen an nur einem Tag beachtlich, denn insgesamt wurden im Jahr etwa 316.000 Blitzeinschläge aufgezeichnet.

Im Vergleich zur Menge der Blitzeinschläge im Jahr 2022 ist die Anzahl 2023 zwar um mehr als 30 Prozent gestiegen. Wirft man allerdings einen Blick in die Angaben zu den Blitzeinschlägen in den vergangenen 16 Jahren, zeigt sich, dass knapp mehr als 300.000 Einschläge eine eher geringe Anzahl an Ereignissen darstellen.

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Siemens’ BLIDS-Dienst nun beim Partnernetzwerk ALDIS

Passend zu den Daten vom Blitzatlas 2023 veröffentlichten die Verantwortlichen von Siemens außerdem eine Neuerung in diesem Geschäftsfeld. Seit September 2023 wird der Blitz-Informationsdienst BLIDS vom Partnernetzwerk ALDIS (Austrian Lightning Detection & Information System) des OVE Österreichischer Verband für Elektrotechnik und der APG Austrian Power Grid AG betrieben.

„Mit ALDIS verbindet uns eine jahrzehntelange, enge Partnerschaft im Fachverband EUCLID“, sagt BLIDS-Geschäftsleiter Stephan Thern in der Pressemitteilung im Januar 2024, der zum Ende desselben Monats in den Ruhestand gegangen ist. „Damit ist die reibungslose und gewohnt präzise Dienstleistung des Blitz-Informationsdiensts für unsere Kunden weiter gesichert und befindet sich in guten Händen.“ Das bestätigt auch Wolfgang Schulz, Leiter von ALDIS/BLIDS: „Durch unsere langjährige und bewährte Partnerschaft mit Siemens hatten wir optimale Voraussetzungen für eine reibungslose Übernahme. Die BLIDS-Kunden können sich weiterhin auf exakte Blitzdaten und eine serviceorientierte Dienstleistung verlassen.“ (sb)

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