Arbeitsplatzsicherheit in der Halbleiterindustrie IG Metall gründet Branchennetzwerk zur Halbleiterindustrie

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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In der Halbleiterindustrie werden in den kommenden Jahren in Deutschland zehntausende neuer Arbeitsstellen entstehen; auch dank der Ansiedlung beziehungsweise Expansion von Großunternehmen wie Infineon, TSMC und ASML im Raum Dresden und Berlin. Die IG Metall will mit einem Branchennetzwerk zur Halbleiterindustrie für tarifliche Sicherheiten sorgen.

Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, Michael Kretschmer, sächsischer Ministerpräsident (CDU) und Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Berlin.(Bild:  Frank Schnelle)
Christiane Benner, Erste Vorsitzende der IG Metall, Michael Kretschmer, sächsischer Ministerpräsident (CDU) und Jan Otto, Erster Bevollmächtigter IG Metall Berlin.
(Bild: Frank Schnelle)

Ein Halbleiterökosystem im eigenen Land trägt zur Sicherung der technologischen Souveränität und Unabhängigkeit bei, weil sich die Abhängigkeit von ausländischen Quellen verringert. Zudem unterstützt es die heimische Wirtschaft durch neue Arbeitsplätze, Innovationsförderung und Wachstumsstimulation in verwandten Branchen wie Elektronik, Automobilindustrie und Kommunikationstechnologie. Und dann ist ein solches Ökosystem mitunter entscheidend für die nationale Sicherheit, da Halbleiter in kritischen Infrastrukturen und Verteidigungssystemen eingesetzt werden.

In der jüngeren Vergangenheit haben viele Landesregierungen erkannt, dass die Einrichtung einer unabhängig agierenden Lieferkette für die Halbleiterfertigung wichtig ist und unterstützen die Initiativen in diesem Bereich mit allerhand Geldern. Insbesondere in den USA, Japan, Südkorea und China, aber auch in Frankreich und Deutschland fließen seit geraumer Zeit Subventionen, mit denen Player der Industrie angelockt werden sollen.

Gleichzeitig sollen an den neuen Standorten der Halbleiterindustrie viele Arbeitsplätze entstehen; allein der Verband Silicon Saxony rechnet mit rund 20.000 neuen Stellen. Dass es bei diesen Jobs, die Fachkräfte anlocken und die lokale Wirtschaft stärken sollen, auch fair zugehen soll, haben die Gewerkschaft IG Metall sowie mehrere Unternehmen bei der Halbleiter-Konferenz in Dresden gezeigt. Ein Ergebnis: Die IG Metall hat ein Branchennetzwerk gegründet, um das Bewusstsein für tarifliche Absicherungen in der Halbleiterindustrie zu stärken.

Für gute Tarifverträge in der Halbleiterindustrie Deutschlands

Zuletzt erst hat die IG Metall mit dem Lithografiemaschinen-Hersteller ASML am Standort Berlin kooperiert, um das Unternehmen mit etwa 1.800 Beschäftigten zu tarifieren. 2020 hatte ASML das Unternehmen Berliner Glas übernommen, wo Schlüsselkomponenten für die Lithografiesysteme von ASML hergestellt werden. Ginge es nach der IG Metall, dann sollten auch weitere Unternehmen der Halbleiterfertigung diesem Beispiel folgen.

Christiane Benner in ihrer Position als Erste Vorsitzende der IG Metall dazu: „Die Halbleiterbranche ist für unsere digitale Gesellschaft eine Schlüsselindustrie und relevant für nahezu alle Wirtschaftszweige. Wir wollen eine klimaneutrale und digitale, zukunftsfeste Industrie. Dafür brauchen wir größtmögliche Teile der Wertschöpfungskette für Halbleiter in Deutschland. In dieser Zukunftsbranche müssen auch die Arbeitsbedingungen stimmen: Tarifbindung, Tarifverträge und Mitbestimmung durch Betriebsräte. Denn Mitbestimmung ist auch gelebte Demokratie im Betrieb. Demokratische Werte, Solidarität und Offenheit braucht es auch, um Fachkräfte, kluge Köpfe und geschickte Hände zu gewinnen, die die Branche dringend benötigt.“

Stefan Ehly, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Dresden und Riesa, hat daher auch schon zu Beginn der bundesweiten Halbleiter-Konferenz am 10. April 2024 anklingen lassen, dass die Gründung des Branchennetzwerks der Halbleiterindustrie verfolgtes Ziel sei. „Am Nachmittag werden wir deshalb ein bundesweites Branchen-Netzwerk gründen, das eine klare Botschaft sendet: Die Beschäftigten zeigen mit der IG Metall als ihrer durchsetzungsstarken Gewerkschaft, dass sie sich für ihre Interessen einsetzen und die Branche mitgestalten werden!“ so Ehly. Eindrücke von der Halbleiter-Konferenz, an der unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Wirtschaftsminister Martin Dulig teilgenommen haben, finden Sie auf der Webseite der IG Metall Berlin(sb)

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