ifo Institut: Ende der Hochkonkunktur für die deutsche Wirtschaft

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Euroraum: Schlechte Zuwachsraten für Deutschland und Italien

Verglichen mit der ifo Frühjahrsprognose 2018 wurde der Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts für den Euroraum um 0,4 Prozentpunkte für dieses Jahr und um 0,1 Prozentpunkte für nächstes Jahr nach unten revidiert. Unter den fünf größten Ländern wurden die Zuwachsraten für Deutschland und Italien für das laufende Jahr mit 0,8 bzw. 0,4 Prozentpunkten am stärksten gesenkt. Die Prognosen für Frankreich und Spanien wurden nur leicht angepasst. Die Niederlande sind das einzige Land unter den großen Volkswirtschaften, für das die Prognose des BIP-Anstiegs im Prognosezeitraum nach oben revidiert wurde (um 0,2 Prozentpunkte für dieses und um 0,4 Prozentpunkte für kommendes Jahr).

Risiken: Rohölpreise, US-Handel und Italien

Anfang 2018 zogen die Inflationsraten in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften moderat an. Dieser Preisschub ist vor allem auf den beschleunigten Anstieg des Rohölpreises seit Mitte 2017 zurückzuführen. Aber auch die Zunahme des weltwirtschaftlichen Auslastungsgrad im Verlauf des vergangenen Jahres dürfte dazu einen Beitrag geleistet haben.

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Gegenüber dem Frühjahr sind vor allem die Abwärtsrisiken für die Konjunkturaussichten im Euroraum angestiegen. Sollten die geplanten Maßnahmen der neuen italienischen Regierung umgesetzt werden, so dürfte die hohe Staatsschuldenquote Italiens weiter ansteigen. Dies könnte Zweifel an der Tragfähigkeit der Schulden wecken. Hinzu kommt die euroskeptische Haltung mancher Regierungsparteien, die schlimmstenfalls den Fortbestand der Währungsunion durch einen Austritt Italiens, des drittgrößten Mitgliedstaates, in Frage stellen könnte. Die damit einhergehenden wirtschaftlichen Folgen sind nicht quantifizierbar; der Schaden dürfte aber groß sein.

Die Verschärfung des Handelskonflikts der Europäischen Union mit den Vereinigten Staaten könnte ebenfalls zu einem Abweichen der Prognose nach unten führen. Dies gilt insbesondere, falls die US-amerikanische Regierung Importzölle auf Fahrzeuge erhebt oder falls weitere Handelsbeschränkungen eingeführt werden. Dies könnte die Exporte aus dem Euroraum vermindern und Unternehmen dazu veranlassen, vermehrt in den Vereinigten Staaten zu investieren. Die zu Beginn des Jahres in Kraft getretene Unternehmenssteuerreform könnte ebenfalls Produktionsverlagerungen in die Vereinigten Staaten begünstigen.

Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass die Steuerreform in Frankreich und die geplanten staatlichen Maßnahmen der neuen Regierung in Italien zu einer stärkeren wirtschaftlichen Expansion führen als in dieser Prognose unterstellt.

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