Industriekameras nach Maß IDS zeigt, wie kundenspezifische Kameras entstehen

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

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Standardkameras stoßen oft an Grenzen. In der Vision-Channel-Session erklärt IDS, wie aus einer konkreten Anforderung eine maßgeschneiderte Kamera wird – von der Idee über EMV-Tests bis zur Serie, mit transparenten Schritten, klaren Kosten und Fertigung in Obersulm.

Individuelle Lösungen: IDS fertigt Industriekameras auch nach Maß.(Bild:  IDS Imaging Development Systems)
Individuelle Lösungen: IDS fertigt Industriekameras auch nach Maß.
(Bild: IDS Imaging Development Systems)

Wer industrielle Bildverarbeitung plant, landet schnell bei Details, die Standardprodukte nicht sauber abdecken: wenig Bauraum, raue Umgebung, andere Stecker, vorab montierte Optik, feste IP-Adresse oder eingefrorene Firmware. In einer Live-Session führt Projektleiter Moritz Fuchs von IDS durch den kompletten Ablauf kundenspezifischer Entwicklungen: „Wir starten nicht bei null“, sagt Fuchs. „Wir bauen auf einer Serienkamera und einem modularen Baukasten auf.“

Zwischen Erstkontakt und Serie: ein Prozess mit klaren Gates

Im ersten Gespräch, per Teams, Zoom, vor Ort in Obersulm oder beim Kunden, klärt das Team Hintergründe und Optionen. Danach prüft IDS die Machbarkeit gemeinsam mit Entwicklung und Produktion, der Kunde liefert zusätzliche Anforderungen. Es folgt eine Konzeptphase mit Angeboten, in der sich beide Seiten auf Technik, einmalige Entwicklungsaufwände (NRE) und Serienpreise verständigen. Erst wenn Spezifikation und Kalkulation stehen, beginnt die Umsetzung.

Je nach Projekt ändern die Ingenieure nur die Mechanik, passen Elektronikschaltpläne an oder kombinieren beides. Während der Entwicklung teilt IDS CAD-Daten oder Schaltpläne und lässt sie vom Kunden freigeben. Danach startet die Beschaffung für Prototypen. Parallel nutzt das Team eigene Ressourcen, um Tempo zu machen: SMD-Fertigungslinie für Elektronik, 3D-Druck und mechanisches Labor für schnelle Muster. Prüfen und validieren laufen zweigleisig: intern bei IDS und beim Kunden im Zielsystem.

Besonders heikel ist die elektromagnetische Verträglichkeit. Hier hilft die hauseigene EMV-Kammer, frühe Muster unter Realbedingungen zu testen. „Das bringt die Gesamtzeit vom Projektstart bis zur Serienfreigabe in einen kürzeren Zeitrahmen“, sagt Fuchs. Auch Klimakammern stehen bereit, um Temperatur- und Feuchteprofile abzudecken. Liefert eine Testschleife neue Erkenntnisse, folgt ein weiterer Loop, ohne langes Warten auf externe Laborslots.

Was IDS anpasst – und was nicht

Zu den typischen Anpassungen zählen vormontierte und kalibrierte S-Mount-Objektive auf definierte Arbeitsabstände, alternative Steckverbinder (z. B. RJ45 oder M12), vorkonfigurierte Netzwerkeinstellungen oder mechanische Sonderformen. Die Elektronik reicht von runden Platinen bis zu flexiblen Leiterplatten für enge Einbausituationen. White-Label-Wünsche deckt IDS über Gehäusedruck sowie markenkonforme Firmware- und Software-Brandings ab. „Jede Qualitätsstufe geben wir gemeinsam frei“, betont Fuchs, der Kunde sitze an jedem Gate mit am Tisch.

Bei der Firmware setzt IDS klare Grenzen: Branding und gezielte Funktionsanpassungen sind möglich, komplette Neuentwicklungen für Kunden übernimmt das Team nicht. Ziel bleibt, die Standardprodukte technisch zu stärken und Anpassungen darauf aufzusetzen. Das senkt Risiken, beschleunigt Zertifizierungen und hält die Kosten im Rahmen.

Serienfertigung, Änderungsmanagement und Langfristigkeit

Ist das Design stabil, läuft die Serie, wie die Prototypen, in Obersulm. Die Industrial-Engineering-Abteilung passt Werkzeuge und Prozesse für Sonderteile an, die modulare Fertigung bleibt dennoch flexibel. IDS verspricht langjährige Verfügbarkeit und ein definiertes Änderungsmanagement. So behalten Kunden Planungssicherheit, auch wenn Bauteile abgekündigt werden oder neue Varianten entstehen.

In der Fragerunde räumt Fuchs typische Bedenken aus: Maßanfertigungen seien nicht automatisch teuer oder schwer wartbar, wenn man konsequent auf Seriennähe, modulare Baugruppen und transparente Freigaben setzt. Ein Beispiel aus dem Alltag: Statt früh teure Spritzgusswerkzeuge zu ordern, erlaubt der 3D-Druck schnelle Passmuster, reduziert Fehlerrisiken und verschiebt Investitionen auf den richtigen Zeitpunkt.

Auch externe Partner zeigten Interesse, etwa für die Sensor-Montage in kleinen Stückzahlen bis hin zu Chip-on-Board-Prozessen im Reinraum. Fuchs blieb offen für Gespräche, die Botschaft der Session blieb jedoch klar: Wer Spezialanforderungen hat, bekommt bei IDS einen strukturierten Pfad von der ersten Idee bis zur Serie. Der modulare Aufbau, die enge Abstimmung mit dem Kunden und die Entwicklung nahe an der Serie sollen Tempo bringen, Risiken senken und eine langfristig verfügbare Lösung ermöglichen. (mc)

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