50 Millionen Euro EU-Förderung Halbleiterbasierte Quanten-Pilotlinie „SPINS“ gestartet

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Mit EU-Unterstützung wurde SPINS (Semiconductor Pilot line for Industrial Quantum NanoSystems) ins Leben gerufen, eine von sechs europäischen Quanten-Pilotlinien. Das von Imec koordinierte Konsortium bringt 25 europäische Forschungseinrichtungen, Industriepartner und akademische Forschungsgruppen zusammen, um Europas Führung und Souveränität in diesem strategisch wichtigen Bereich zu stärken.

Um die Entwicklung von High-TRL-Halbleiter-Qubits zu beschleunigen und damit in Europa produzierte Quantensysteme in größerem Maßstab zu ermöglichen wurde die vom belgischen Forschungsinstitut IMEC koordinierte Quanten-Pilotlinie SPINS ins Leben gerufen.(Bild:  Imec)
Um die Entwicklung von High-TRL-Halbleiter-Qubits zu beschleunigen und damit in Europa produzierte Quantensysteme in größerem Maßstab zu ermöglichen wurde die vom belgischen Forschungsinstitut IMEC koordinierte Quanten-Pilotlinie SPINS ins Leben gerufen.
(Bild: Imec)

Die Quanteninformatik hat sich zu einem hoch strategischen Gebiet mit stark steigender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedeutung entwickelt. Die Anwendungen reichen von Durchbrüchen in der Arzneimittelforschung und der Materialwissenschaft bis hin zu extrem sicherer Kommunikation und Navigationssystemen der nächsten Generation.

Zwischen der aktuellen Quantenforschung und der Herstellung von Quantenprozessoren, die bedeutende Quantenanwendungen ermöglichen, klafft jedoch noch eine Lücke. Die Skalierung der Anzahl stabiler Qubits (auf bis zu einer Milliarde) ist der Schlüssel zum Bau zuverlässiger und fehlertoleranter Quantencomputer.

In Anbetracht der technologischen Komplexität, die unter anderem einen kryogenen Betrieb, hochpräzise Steuerelektronik und hochspezialisierte Herstellungsprozesse umfasst, und angesichts der strategischen Bedeutung von Quantenchips wurden im Rahmen des EU-Chip Acts sechs komplementäre Quanten-Pilotlinien eingerichtet, die sich jeweils auf eine bestimmte Hardware-Plattform konzentrieren und gemeinsam die Quantentechnologien in den Bereichen Quantencomputer, Kommunikation und Sensorik voranbringen. Innerhalb dieses Portfolios ist SPINS die Pilotlinie, die sich mit halbleiterbasierten Spin-Qubits befasst und deren Hauptaugenmerk auf der Entwicklung von Quantenchips für Quantencomputeranwendungen liegt. Imec koordiniert diese neue Pilotlinie und leitet ein europäisches Konsortium von 25 Partnern aus Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer, VTT und CEA-Leti, aus der Industrie (sowohl Großunternehmen wie Infineon und Siltronic als auch KMU und Start-ups) und aus akademischen Gruppen (wie der TU Delft und der Universität Jyväskylä), die ihr Wissen und ihre Fähigkeiten gemeinsam einbringen, mit dem Ziel, den strategischen Rahmen des EU-Chipgesetzes in konkrete Maßnahmen umzusetzen.

Zu den ersten Projekten des SPINS-Konsortiums gehören Prozess- und Designoptimierung, um eine robuste Grundlage für skalierbare, stabile und leistungsstarke Spin-Qubits auf drei verschiedenen Technologieplattformen zu schaffen: Si/SiGe, Ge/GeSi und SOI. SPINS zielt darauf ab, diese Technologie über Multi-Project-Wafer (MPW) und standardisierte Quanten-Prozessdesign-Kits (PDKs) vom Labor in die Produktion zu überführen, um die Eintrittsbarrieren für Start-ups und KMUs in der halbleitenden Quantentechnologie zu senken und die Grundlage für europäische Unternehmen zu schaffen, frühzeitig Quanten-Know-how aufzubauen.Neben der Pilotlinie für die Halbleitertechnologie gibt es weitere europäische Quantenforschungsprojekte, darunter die Pilotlinie für Photonik für Quanten „P4Q“ (koordiniert von der Universität Twente, Niederlande), an der auch das imec beteiligt ist, Ionenfallen-Qubits „CHAMP-ION“ (koordiniert von Silicon Austria Labs, Österreich), supraleitende Qubits „SUPREME“ (koordiniert von VTT, Finnland), Diamant-Quantenchips ‚DIREQT‘ (koordiniert von CNR, Italien) und neutrale Atome „Q PLANET“ (koordiniert von Pasqal, Frankreich).(sg)

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