Wärmemanagement Grundlagen der Schaltschrank-Klimatisierung, Teil 2
Die immer leistungsfähigere Technik in den Produktionsprozessen lässt auch die Verlustleistung in Schaltschränken rasant anwachsen. Wir stellen Klimatisierungskomponenten und Kühlsysteme vor.
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Mit hocheffizienten Klimalösungen, bei denen die Energieeffizienz im Mittelpunkt steht, trägt Rittal der höheren Verlustleistung in Schaltschränken Rechnung. Innovative Klimatisierungskomponenten und Kühlsysteme bieten heute einen über 40% höheren Wirkungsgrad als bisherige Systeme.
Im ersten Teil dieses Beitrags wurden die drei Möglichkeiten der Wärmeabführung – die Wärmeleitung, die Konvektion und die Wärmestrahlung – sowie die technologischen Varianten für unterschiedliche Aufgaben erläutert. Darüber hinaus wurden die Wärmeabführung durch thermoelektrische Kühlung, Luft/Wasser-Wärmetauscher und die Wasserkühlung erörtert.
Wärmemanagement
Grundlagen der Schaltschrank- Klimatisierung, Teil 1
Aktive Klimatisierung mit Schaltschrank-Kühlgeräten
Die weltweit verbreitetste und flexibelste Lösung zur Wärmeabführung sind Kühlgeräte, mit denen die Innentemperatur bis weit unter die Umgebungstemperatur abgekühlt werden kann. Sie arbeiten nach dem gleichen kältetechnischen Prinzip wie ein Kühlschrank, als Kühlmedium wird ein Kältemittel verwendet.
Das gasförmige Kältemittel wird in einem Kältekompressor verdichtet und erwärmt sich dabei. Durch Leitungen wird es über einen Außenluft-Wärmetauscher (Kondensator) geführt und seine Wärme an die Umgebungsluft abgegeben (gekühlt). Durch diese Abkühlung verflüssigt sich das Kältemittel und fließt über den Filtertrockner zum Expansionsventil. Hier erfolgt eine Druckabsenkung. Das Kältemittel wird entspannt und fließt über einen Innenluft-Wärmetauscher. Dort wird die Verlustleistung aus dem Schaltschrank aufgenommen. Durch die Erwärmung wird das Kältemittel wieder gasförmig und im Kältekompressor verdichtet. So beginnt der Kältekreislauf erneut.
Alle Schaltschrank-Kühlgeräte verfügen über zwei völlig getrennte Luftkreisläufe und erfüllen die Schutzart IP 54 im Innenkreislauf. Ihre industrielle Einsatzgrenze liegt in der Regel bei einer Umgebungstemperatur von 55°C. Sie müssen heute immer stärker an die jeweils örtlichen Gegebenheiten angepasst und integriert werden.
Entfeuchtung als willkommener Nebeneffekt
Ein willkommener Nebeneffekt bei Kühlgeräten ist die Entfeuchtung des inneren Schaltschranks. Beim Abkühlen der Innenluft kondensiert ein Teil der in der Luft enthaltenen Feuchtigkeit am inneren Wärmetauscher (Verdampfer) und wird über den Kondensatablauf sicher nach außen abgeführt.
Wie viel Kondensat tatsächlich anfällt, hängt von der relativen Luftfeuchte, der Lufttemperatur und dem Volumeninhalt des Gehäuses ab. Durch Undichtigkeiten am Schaltschrank (Kabeldurchführungen, offene Bodenbleche oder Betrieb des Kühlgeräts bei offener Schaltschranktür) können jedoch deutlich höhere Kondensatmengen anfallen. Grundsätzlich gilt:
- Betrieb der Kühlgeräte nur bei geschlossener Schaltschranktür;
- immer Türendschalter verwenden;
- Schaltschrank gemäß der geforderten Schutzart IP54 abdichten;
- möglichst keine tiefere Innentemperatur wählen als 35°C, um übermäßige Abkühlung im Schaltschrank zu vermeiden;
- Kondensat sicher, gemäß den Montagehinweisen, nach außen abführen.
Den gestiegenen Ansprüchen hinsichtlich der Energieeffizienz tragen die „Blue e“-Kühlgeräte aus Herborn Rechnung. Sie verbrauchen im Vergleich zu etwa fünf Jahre alten Geräten bis zu 70% weniger Energie, vor allem aufgrund der aktuellen Kompressor- und Ventilatortechnologie (EC-Lüftermotoren). Zudem wurden die Schaltzyklen deutlich reduziert. Und mit Hilfe der Nano-Technologie beim Wärmetauscher im Außenkreislauf – inklusive des optimierten Betriebspunkts – wird auch die Lebensdauer der Komponenten erheblich verlängert.
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