Edge-AI und Embedded Linux Gleiche Edge-AI-App auf Qualcomm und Nvidia

Von Manuel Christa 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Peridio zeigt, wie eine Edge‑AI‑Anwendung mit Avocado OS ohne Umbauten von Qualcomm auf Nvidia wechselt. Das freie Embedded‑Linux verkürzt Prototyping, trägt Updates zuverlässig in die Serie und hält Sicherheitsanforderungen ein.

Avocado OS: Die Embedded-Linux-Distribution von Peridio, soll eine skalierbare und aktualisierbare Plattform mit Benutzerfreundlichkeit bieten.(Bild:  Peridio)
Avocado OS: Die Embedded-Linux-Distribution von Peridio, soll eine skalierbare und aktualisierbare Plattform mit Benutzerfreundlichkeit bieten.
(Bild: Peridio)

Peridio aus Nashville, Tenessee, USA, nutzte die Bühne der Microelectronics UK, um seinen Ansatz für Embedded‑Linux zu zeigen: Avocado OS zielt auf Entwickler, die Edge‑AI‑Geräte vom ersten Prototyp zur Serie bringen müssen, ohne sich im Werkzeug‑Dschungel zu verlieren. Im Zentrum stand eine Live‑Demo: Dieselbe Avocado‑OS‑basierte Anwendung läuft wahlweise auf Qualcomms QCM6490‑Plattform und auf Nvidias Jetson Orin. Peridio kompiliert die identische Codebasis auf beide Ziele und macht so den Hardware‑Wechsel greifbar.

Migration ohne Reibungsverluste

Die Demonstration zielt auf ein klassisches Problem: Ein Produkt startet auf einem günstigen Dev‑Kit, die Serie landet später auf anderer Hardware. Avocado OS soll diesen Sprung abfedern, weil die Distribution die Umgebung vereinheitlicht und deterministische Laufzeiten vorgibt. Peridio verweist zudem auf ein Produktions‑Setup, das Updates im Feld planbar macht.

Für konkrete Geräte zeigt das Unternehmen die Kompatibilität mit Serienhardware wie der Advantech‑Kamera ICAM‑540, die auf dem Jetson‑Orin‑Modul basiert. So wandert die Demo aus der Messehalle theoretisch direkt in ein Produktdesign, inklusive OTA‑Pfad und abgesicherten Boot-Ketten.

„Embedded‑Entwickler standen lange vor einem Dilemma: Entweder eine vorkonfigurierte Linux‑Distribution wählen, die sofort läuft, sich aber in der Serie nur schwer skalieren und absichern lässt, oder eine eigene, gehärtete und skalierbare Distribution bauen und sich dabei mit der ganzen Komplexität des Yocto Project auseinandersetzen. Jetzt löst Avocado OS diesen Zielkonflikt – und die Demo auf der Microelectronics UK erlaubt den Blick unter die Haube“, sagt Justin Schneck, Mitgründer und Chief Product Officer von Peridio.

Werkbank für Prototypen, Gerüst für die Serie

Avocado OS kombiniert schnelle Iteration mit kontrollierter Produktion. Zu den Bausteinen zählen unveränderliche, deterministische Runtimes, Fehlertoleranz, modulare Update‑Mechanismen, eine vereinfachte Secure‑Boot‑Umsetzung, vollständige Laufwerksverschlüsselung sowie dedizierte Boot‑Modi für Fertigung, Recovery und Tests. Live per NFS eingebundene Erweiterungen spiegeln Code‑Änderungen unmittelbar auf Zielhardware wider – ohne lange Rebuild‑ oder Flash‑Zyklen.

Die Distribution setzt auf eine komponierbare Architektur. Ein unveränderlicher Kern bildet das Fundament; Funktionsschichten kommen als Erweiterungen hinzu, ohne die Integrität des Systems zu gefährden. Das trennt Prototyp‑Tempo und Produktions‑Disziplin, statt beides zu vermischen.

Zeitplan für Edge‑AI: schneller releasen, sicher bleiben

Peridio hatte Avocado OS im April 2025 vorgestellt. als Antwort auf Edge‑AI‑Projekte, die Modelle häufiger austauschen und Sicherheitslücken zeitnah schließen müssen. Datenwissenschaftler liefern neue Modelle, Betreiber erwarten Updates „on demand“, während das Gerät im Feld weiterläuft. Genau hier setzt Avocado OS mit deterministischen Builds und OTA‑Pipelines an.

Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit der Linux Foundation. Peridio beteiligt sich nach eigenen Angaben aktiv in Arbeitsgruppen und steuert Code bei, um Kompatibilität zu gängigen Standards zu halten. Engagement im Yocto Project sichert die Anbindung an verbreitete Build‑Ökosysteme, ohne Entwickler zur reinen Yocto‑Bastelei zu zwingen.

Wenn der Hardware‑Wechsel zur Routine wird, rückt die Software‑Lieferkette in den Fokus: reproduzierbare Builds, signierte Artefakte, saubere Rollbacks. Avocado OS verspricht genau das. Entscheidend wird, wie gut sich das Konzept in heterogene Lieferketten und reale OTA‑Backends einfügt. (mc)

(ID:50573342)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung