Universität Örebro Gerät wandelt Schallwellen und ermöglicht „Hören“ über die Haut
Eine schwedische Elektrotechnikerin hat ein Gerät entwickelt, das durch Wandlung in niederfrequente Schwingungen Klänge fühlbar macht. Schallwellen werden so umgewandelt, dass sie über die Haut als Schwingungen wahrgenommen werden können.
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Die Elektrotechnikerin Parivash Ranjbar an der schwedischen Universität Örebro hat ein Hilfsmittel entwickelt, das schwer hörgeschädigte und sogar taubblinde Menschen „hören“ lässt. Möglich wird das, indem das tragbare Gerät „Monitor“ Schallwellen derart umwandelt, dass sie über die Haut als Schwingungen wahrgenommen werden können.
Mit diesem Hilfsmittel wird es Ranjbar zufolge den Betroffenen nicht nur möglich, Geräusche wie Telefonklingeln, Vogelzwitschern und Autos zu unterscheiden. „Mit etwas Übung konnte eine meiner Testpersonen sogar verstehen, was in einem Gespräch gesagt wurde“, sagt die Forscherin mit Pflegeerfahrung.
Wandlung macht Klänge fühlbar
Das von Ranjbar entwickelte Gerät nimmt Schallwellen mit einem Mikrofon auf und wandelt sie elektronisch in niederfrequentere Signale um. Das ist nötig, da das menschliche Gehör Frequenzen von bis zu etwa 20.000 Hz wahrnehmen kann, die Haut aber nur Schwingungen bis maximal 800 Hz registriert.
Charakteristische Eigenschaften einzelner Klänge gehen bei der Wandlung laut Ranjbar nicht verloren. Ein Vibrationselement gibt die niederfrequenten Signale wieder. Dieses könne laut Forscherin beispielsweise auch in Schnuller verbaut werden, um selbst Säuglinge Klänge mit den Lippen spüren zu lassen.
Vibrationsempfindliche Nutzer
Taubblinde sind Ranjbar zufolge gut dazu in der Lage, aus Schwingungen Information zu erahnen. „Sie können beispielsweise die Schritte verschiedener Personen an den Vibrationen im Boden erkennen oder fühlen, wenn das Wasser in einem Kessel zu kochen beginnt“, erzählt die Forscherin. Monitor eröffne ihnen nun neue Möglichkeiten, die Umgebung wahrzunehmen.
Eine Gruppe taubblinder Testpersonen hat Ranjbar zufolge sowohl im Heim als auch im Freien eine Reihe von Geräuschen erkennen können. „Der Umgang mit dem Gerät war für die Probanden leicht zu erlernen, selbst für jene, die gehörlos geboren wurden“, sagt die Elektrotechnikerin.
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