Angemerkt Digitalisierung ist schön und gut, aber die Welt ist analog

Von Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther 1 min Lesedauer

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Die Digitalisierung ist voll im Trend. Heute ist unser Leben ohne Digitaltechnik nicht mehr vorstellbar. Und mit dem Voranschreiten des Internets der Dinge wird bald auch jede Milchkanne auf dem letzten Bauernhof in Hinterwaldingen ins IoT eingebunden sein.

Thomas Kuther, DG8NM, Redakteur: „Digitaltechnik ist angreifbar und auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen.“(Bild:  ELEKTRONIKPRAXIS)
Thomas Kuther, DG8NM, Redakteur: „Digitaltechnik ist angreifbar und auf eine funktionierende Infrastruktur angewiesen.“
(Bild: ELEKTRONIKPRAXIS)

Ganz klar, die Digitalisierung bietet viele Vorteile. Allerdings begeben wir uns zunehmend in eine gefährliche Abhängigkeit, denn die zugrunde liegende Infrastruktur muss zuverlässig funktionieren. Sie ist aber angreifbar und zudem auf ein funktionierendes Stromnetz angewiesen!

Die Folgen eines Blackouts zeigten sich beispielsweise bei der Flutkatastrophe 2021 im Ahrtal, als Telefonnetze und Internet großflächig aufgrund eines Stromausfalls zusammengebrochen waren – und damit auch die digitalen Kommunikationssysteme von Feuerwehr und Polizei. Funkamateure sprangen damals in die Bresche und hielten mit an Solarpanels oder Autobatterien betriebenen Funkstationen die Kommunikation aufrecht. Das ist nicht das einzige Beispiel, denn schon oft waren es Funkamateure, die in Notfällen wie Schneekatastrophen oder Überflutungen die Kommunikation übernahmen, wenn andere Kommunikationsmittel ausfielen. Hier zeigt sich, dass Digitalisierung nicht immer funktioniert und die analoge Funktechnik im Vorteil ist.

Deshalb ist es für mich unverständlich, dass das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland seine lange bestehenden Kurzwellenverbindungen zu den deutschen Botschaften und Konsulaten weltweit in den 1990er Jahren abbaute und durch Internet- und Satellitenverbindungen ersetzte. Das rächte sich, als am 11. September 2001 aufgrund des Terroranschlags alle öffentlichen Kommunikationsmittel im Raum Washington und New York ausfielen. Unter anderem war auch der Siemens-Standort in Iselin, New Jersey, abgeschnitten. Der deutsche Krisenstab bei Siemens erhielt Informationen über eine Amateurfunkstation von Siemens-Mitarbeitern in Deutschland, von wo aus eine Funkverbindung unter anderem zur New Yorker Niederlassung aufgebaut wurde.

Die Welt wird zwar immer digitaler, aber sie bleibt analog!

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