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Wo sehen Sie konkrete Einsatzmöglichkeiten heute und in naher Zukunft?
Am weitesten entwickelt ist der Markt der OLEDs, der Organic Light Emitting Diodes. Diese extrem dünnen Displays basieren auf effizienten, lichterzeugenden Elementen und finden bereits vielfältige Anwendungen in Mobiltelefonen. Pioniere gibt es auch im TV-Bereich. Und wo neue Technologien entstehen, sind auch schnell die Produktdesigner da. Erste Lampen sind schon auf dem Markt. Im Übrigen wird diese Technologie der Beleuchtungsindustrie völlig neue Möglichkeiten schaffen.
Erste Anwendungen gibt es auch in einem Bereich mit ungeheurem Potenzial. Taschen, mit denen man schon heute sein Mobiltelefon aufladen kann, weisen in die Richtung. In einigen Jahren können wir bislang noch nicht nutzbare Solarenergie mit Hilfe organischer Photovoltaik wesentlich besser „ernten“ und mit flexiblen Batterien am Bedarfsort „lagern“.
Im Medizinbereich wird organische und gedruckte Elektronik sowohl in der Diagnose als auch in der Therapie Einzug halten. Schon heute kommen Einweg-Teststreifen bei Diabetes-Patienten milliardenfach zum Einsatz. In Zukunft sollen beispielsweise mit organischer Elektronik ausgestattete „Smart Bandagen“ helfen, den Wechsel von Wundverbänden gezielt zu steuern und dadurch den Heilungsprozess zu unterstützen.
Es wäre kein Problem, die Liste weiter fortzuführen. Lassen Sie mich nur noch ein paar Stichworte einwerfen. Die RFID-Technologie wird die Massenlogistik wesentlich verbessern. Der Verpackungsindustrie öffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Denken Sie zum Beispiel an „leuchtende“ Verpackungen, die Alarm schlagen, wenn das Verfallsdatum eines Lebensmittels abgelaufen ist. Smart Textiles, erste Anwendungen sind auf dem Markt, vor allem im Active Sportswear, da können wir noch viel Kreativität erwarten.
Wo wurden in den letzten Jahren die größten Fortschritte gemacht?
Sicherlich im Materialbereich. Die Leistungsfähigkeit und Einsatzmöglichkeiten haben „Quantensprünge“ erlebt. Und das wird so weitergehen.
Wie viele Firmen aus welchen Industriezweigen beschäftigen sich mit dieser Technik in praktischer Anwendung und Forschung?
Allein bei der OE-A sind derzeit weltweit 150 Firmen und Organisationen organisiert. Und es werden immer mehr. Die Durchdringung dieser Technik in Anwendungen hat ja erst begonnen.
Wie wird das Marktpotenzial eingeschätzt?

Angenommen, Sie hätten drei Wünsche frei! Was würden Sie sich für Ihre Branche wünschen?
Dass die Neugierde und Begeisterungsfähigkeit bei potenziellen Anwendern genauso steigt wie die Möglichkeiten dieser faszinierenden Technologie. Was organische und gedruckte Elektronik schon heute leistet und wohin sie sich entwickelt, sieht man nirgends besser als auf der LOPE-C. Sie hat sich als zentrale Branchenplattform etabliert.
Zweitens wünsche wünsche ich mir technologische Durchbrüche bei den letzten „Red Brick Walls“ – das sind die gemeinsam identifizierten technologischen Barrieren, die zur Erreichung der Roadmap Marktziele der OE-A noch genommen werden müssen.
Last but not least wünsche ich mir, dass Europa auch nach dem Marktaufbau bei der Produktion eine wichtige Rolle spielt. In der Technikentwicklung haben wir eine gute Position. Die müssen wir für die nächste Phase beibehalten.
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