Wie genau kann EBV Kunden bei der Entwicklung ihrer Produkte helfen?
Wir können ihnen einen Überblick über die Anforderungen geben, sie an anerkannte Fremdfirmen verweisen, eine geeignete Hardwareplattform empfehlen und sie bei der Entwicklung unterstützen. Außerdem organisieren wir spezielle Kundenseminare. Da wir bei EBV seit Jahren die Entwicklung und das Design von Hightech-Produkten aktiv begleiten und die Systemlösungen genau kennen, sind wir für jeden Kunden, der funktionale Sicherheit implementieren möchte, ein optimaler Partner.
EBV bietet Mikroprozessoren in Form von EBVChips. Könnten Sie erläutern, was EBVChips überhaupt bedeutet?
In enger Zusammenarbeit mit unseren Partnern in der Herstellung bieten wir Lösungen, die von bestehenden Standardprodukten derzeit nicht zufriedenstellend abgedeckt werden. Und in Zusammenarbeit mit unseren Kunden entwickeln wir neue Halbleiter, die ihren Anwendungsbedürfnissen entsprechen. Dabei kann es sich um ein Upgrade oder einen Teil eines bestehenden Prozessors handeln, bei dem einige Peripheriefunktionen hinzugekommen sind oder weggelassen wurden, oder es könnte sich um die Integration eines Prozessors mit Mixed-Signal- und Powerfunktionalität handeln.
Bieten Sie EBVChips auch für Anwendungen in sicherheitsrelevanten Systemen an?
Warum nicht? Wir arbeiten mit erstklassigen Partnern in der Fertigung zusammen, die über das notwendige Knowhow und die Technologie verfügen, um uns bei derart anspruchsvollen Aufgaben unterstützen zu können. Tatsächlich entwickeln wir mit unseren Herstellern derzeit bereits EBVChips für Märkte wie die Automobilindustrie und erneuerbare Energien, in denen hohe Zuverlässigkeit unabdingbar ist.
Wie unterscheiden sich Mikroprozessoren für sicherheitsrelevante Systeme von standardmäßigen Prozessoren?
Sie werden gemäß höchster Qualitätsstandards gefertigt und geprüft, verfügen über die notwendige Peripherie für Selbsttest-Funktionen, besitzen Redundanz bei kritischen Funktionen und werden von bestimmten Betriebssystemen unterstützt.
Wie viel Sicherheit kann man sich leisten – ist „totale Sicherheit“ tatsächlich erreichbar?
Die Herausforderung liegt im Entwurf eines Systems mit einer Ausfallwahrscheinlichkeit unter dem akzeptablen Niveau, abhängig von der Funktionalität, der erforderlichen Verfügbarkeit und den Folgen eines Ausfalls. Es gibt verschiedene Sicherheitsanforderungsstufen (Safety Integrity Levels). Derzeit sieht es danach aus, dass SIL3 der bei verschiedenen industriellen Anwendungen geforderte Standard wird (99,9 % Verfügbarkeit, höchstens ein Ausfall in 11.000 Jahren).