KI-Hardware aus Baden-Württemberg Fraunhofer baut KI-Chipdesign-Zentrum in Heilbronn auf

Von Sebastian Gerstl 2 min Lesedauer

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Mit dem Forschungs- und Innovationszentrum (FIZ) „Chip AI“ erweitern die Fraunhofer HNFIZ ihr Portfolio um Chipdesign für und mit KI. Ziel ist eine leistungsfähige Plattform für energieeffiziente Hardware und technologische Souveränität in Europa.

Die Fraunhofer-Institute IAF und IIS arbeiten im Fraunhofer Forschungs- und Innovationszentrum Chip AI an Chipdesigns für und mit KI.(Bild:  Fraunhofer IAS / KI-generiert (Adobe Firefly))
Die Fraunhofer-Institute IAF und IIS arbeiten im Fraunhofer Forschungs- und Innovationszentrum Chip AI an Chipdesigns für und mit KI.
(Bild: Fraunhofer IAS / KI-generiert (Adobe Firefly))

Die Fraunhofer-Gesellschaft stärkt ihre Aktivitäten im Bereich KI-Hardware und etabliert am Standort Heilbronn das Forschungs- und Innovationszentrum FIZ „Chip AI“. Getragen wird das Vorhaben von den Fraunhofer IAF und Fraunhofer IIS im Rahmen der Fraunhofer Heilbronn Forschungs- und Innovationszentren.

Gefördert durch die Dieter Schwarz Stiftung entsteht damit ein Kompetenzknoten für KI-Chip-Design. Der Anspruch ist klar: Hardware-Innovation soll zum strategischen Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland und Europas werden.

Prof. Holger Hanselka, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, bringt es auf den Punkt: „Künstliche Intelligenz ist ein zentraler Treiber der künftigen Wertschöpfung. Neben leistungsfähiger Software und innovativen Anwendungen kommt der Entwicklung hochmoderner Hardware eine entscheidende strategische Bedeutung zu.“

KI im und für den Entwurfsprozess

Im FIZ „Chip AI“ geht es um zwei Richtungen zugleich: leistungsfähige Chips für KI-Anwendungen und den Einsatz von KI im Chip-Design selbst. Ziel ist es, Designprozesse durch Automatisierung zahlreicher Einzelschritte effizienter zu machen und manuelle Iterationen im CMOS-Entwurf gezielt zu reduzieren.

Gerade bei komplexen CMOS-Schaltungen mit hohen Anforderungen an Robustheit, Energieeffizienz und Lebensdauer eröffnet KI-gestützte Unterstützung neue Spielräume. Ergänzend sollen Strategien zum Schutz geistigen Eigentums sowie Lösungen für Verifikation und Zertifizierung entstehen, insbesondere für sicherheitskritische Anwendungen in Mobilität, Robotik oder Luft- und Raumfahrt.

Prof. Reinhold R. Geilsdörfer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Dieter Schwarz Stiftung, betont: „Wir schaffen einen Ort, an dem die technologische Souveränität Deutschlands aktiv gestaltet wird. Wir bieten den klügsten Köpfen hier eine Forschungsperspektive, die die Brücke schlägt zwischen Hochtechnologie und industrieller Anwendung.“

Neuromorphe Architekturen und Edge-KI

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuromorphen Hardware-Architekturen. Das Fraunhofer IIS entwickelt skalierbare, konfigurierbare Prozessoreinheiten in analog/mixed-signal CMOS-Design, inklusive Software-Toolchain für das Training.

Im Fokus stehen Spiking Neural Networks, die Informationen ereignisbasiert in Form zeitlicher Impulse verarbeiten. Diese Architektur verbindet hohe Energieeffizienz mit Echtzeitfähigkeit und adressiert Edge-KI-Szenarien in Robotik, Mobilfunk oder Satellitensystemen.

Eingebettet ist das Zentrum in das Innovationsumfeld rund um den Innovation Park Artificial Intelligence (IPAI) sowie weitere Akteure am Bildungscampus Heilbronn. Die räumliche Nähe von Software-Expertise, Halbleiterforschung und industrieller Anwendung schafft kurze Wege vom Entwurf bis zur Verwertung.

Mit dem FIZ „Chip AI“ soll in Heilbronn ein integrierter Ansatz entlang zentraler Glieder der Wertschöpfungskette entstehen. Chip-Design, neuromorphe Architekturen und KI-gestützte Entwicklungsprozesse werden hier systematisch zusammengeführt – mit dem erklärten Ziel, europäische Souveränität in der KI-Hardware nachhaltig zu stärken. (sg)

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