Ericsson F&E am Standort Backnang bleibt erhalten

Redakteur: Andreas Mühlbauer

Entgegen dem ursprünglichen Plan will Ericsson nun doch den Forschungs- und Entwicklungsstandort in Backnang beibehalten. Teilbereiche sollen jedoch ausgegliedert werden, während die Zahl der Arbeitsplätze weit gehend erhalten bleibt.

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Ericsson hat mitgeteilt, der Konzern wolle seinen Standort Backnang in ein eigenständiges Forschungs- und Entwicklungszentrum umwandeln. „Die Kostensituation in den derzeitigen Forschungs- und Entwicklungsfeldern des Standorts Backnang bleibt für Ericsson weiterhin ein Thema“, erklärte Dr. Stefan Kindt, Geschäftsführer der Ericsson GmbH. Das Unternehmen habe jedoch seine ursprünglichen Restrukturierungspläne noch einmal überarbeitet und sehe von einem Outsourcing des F&E-Zentrums in Backnang ab.

Prozesse und Arbeitsweisen dem Konzern angleichen

So bleiben die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für Weitverkehrsrichtfunk und das Netzmanagementsystem ServiceOn in eigenständigen Organisationseinheiten in Backnang erhalten. Alle weiteren F&E-Mitarbeiter sollen in ein Design-Zentrum eingegliedert werden, das sich im Rahmen der weltweiten F&E-Aktivitäten von Ericsson um verschiedene Projekte und Aufträge bewerben wird.

Die Aufgabe des neuen Leiters, Jann Binder, soll in erster Linie darin bestehen, die Prozesse und Arbeitsweisen des neuen Bereiches denen des Ericsson-Konzerns anzugleichen. Weiterhin soll Binder die weltweite Zusammenarbeit mit anderen Design-Zentren koordinieren. Binder verfügt über 18 Jahre internationale F&E-Erfahrung in der Telekommunikationsbranche und hatte in dieser Zeit verschiedene Führungspositionen inne. Als Leiter des Design-Zentrums wird er Mitglied des R&D Management Teams im Bereich Ericsson Broadband Networks.

Neubewertung dank hoher Professionalität der Mitarbeiter

Ericsson will dem Design-Zentrum in Backnang einen klaren Schwerpunkt verleihen und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dazu plant das Unternehmen, bestimmte Teilbereiche auszugliedern und an anderen Ericsson-Standorten zu bündeln. Dabei handelt es sich unter anderem um mechanische Fertigung, Entwicklung von Bauteilen und Fertigungsvorbereitung. Von dieser Maßnahme sind rund 40 der derzeit 380 Mitarbeiter am Standort Backnang betroffen.

„Die Neubewertung des Standorts wurde vor allem durch die beispielhafte Arbeitsmoral und die Professionalität der Ingenieure und Manager in Backnang möglich“, erklärt Dr. Stefan Kindt. „Trotz der ungewissen Situation der vergangenen Monate haben sie auf gewohnt hohem Standard weitergearbeitet. So konnte das Ericsson-Management in Schweden und Deutschland alle Möglichkeiten ausloten und schließlich zu dieser alternativen Lösung kommen.“

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