Elektromobilität EWE und Karmann wollen Elektrofahrzeuge ins Strom- und Kommunikationsnetz einbinden

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Thomas Kuther

Der Oldenburger Energiekonzern EWE und die Wilhelm Karmann GmbH in Osnabrück werden künftig auf dem Gebiet der Elektromobilität kooperieren.

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Die beiden niedersächsischen Unternehmen werden die Einbindung von Elektrofahrzeugen in das Strom- und Telekommunikationsnetz von EWE untersuchen und die Frage prüfen, wie intelligente Steuerungssysteme effizient für ein Batterie- und Netzmanagement genutzt werden können.

Die Zusammenarbeit ihrer Unternehmen gaben Dr. Werner Brinker, Vorsitzender des Vorstandes EWE AG und Peter Harbig, Sprecher der Geschäftsführung der Wilhelm Karmann GmbH, im Beisein von Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff bekannt. Die strategische Partnerschaft läuft bis 2012 und umfasst mehrere Forschungsvorhaben.

Hand in Hand für umweltschonende motorisierte Fortbewegung

„Elektrofahrzeugen gehört die Zukunft. Gemeinsam mit unserem Partner Karmann möchten wir daher konkrete Ideen zum Thema Elektromobilität und Netzintegration entwickeln und umsetzen. So können wir zum einen eine umweltschonende motorisierte Fortbewegung ermöglichen und zum anderen die Entwicklung mobiler Stromspeicher als Bestandteil der zukünftigen Energieversorgung entscheidend voranbringen“, sagte Brinker. Karmann sei mit seiner über 100-jährigen Erfahrung in der Fahrzeugentwicklung der richtige Partner für eine solche Herausforderung.

Strategische Partnerschaft mit Signalwirkung

„Mit dieser strategischen Partnerschaft setzt Karmann seinen Kurs fort, den Wachstumsbereich Fahrzeugentwicklung konsequent auszubauen. Gemeinsam mit EWE werden wir an zukunftsfähigen Antriebs- und Batterietechnologien arbeiten, die Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität sind“, erklärte Harbig.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff freute sich über das gemeinsame Engagement: „EWE und Karmann haben in der Vergangenheit in ihren Branchen stets eine Vorreiterrolle eingenommen. Diese zukunftsfähige Kooperation hat Signalwirkung. Wir brauchen solche Unternehmen, die über den Tellerrand hinausschauen, um den Wirtschaftsstandort Niedersachsen zu sichern.“

Mit Versuchsfahrzeugen sollen Erfahrungen gesammelt werden

Karmann wird mit seinem Know-how, komplette Fahrzeuge zu entwickeln und zu produzieren, für den Systempartner EWE von 2009 bis 2011 vier bis sechs Fahrzeuge aufbauen, die im EWE-Versorgungsgebiet als Versuchsfahrzeuge eingesetzt werden. Das erste fahrfertige Fahrzeug wird im September 2009 ausgeliefert. „Mit den EWE-Fahrzeugen sollen Felderfahrungen gewonnen werden. Es handelt sich dabei um Versuchsträger für unsere gemeinsame Forschungsarbeit“, betont Harbig. Als Konsortialführer steuert EWE die Projekte und finanziert als Einmalinvestition die Entwicklung der Konzeptfahrzeuge. Über die Höhe der Investition machten die Unternehmen keine Angaben. Für die Erforschung des Batteriemanagements und der Informationstechnologie zum Datenaustausch mit der Ladestation haben die Projektpartner beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie eine Förderung beantragt.

Kommunikation zwischen Fahrzeug, Kunde und Energieversorger

Ziel der Partnerschaft ist es, eine Hard- und Software zu entwickeln und einzusetzen, die eine funktionierende Kommunikation zwischen Fahrzeug, Kunde und Energieversorger sicherstellt. Damit kann ein standortungebundenes Abrechnungssystem eingeführt werden, das die Stromversorgung für die Batterie unabhängig vom EWE-Netz realisiert.

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