Elektronische Post Uni Karlsruhe erhielt vor 40 Jahren E-Mail aus den USA

Von Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter 3 min Lesedauer

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Am 3. August 1984 erhielt der damalige Universitätsprofessor Werner Zorn elektronische Post aus den USA. Das Besondere daran war, dass es sich um einen eigenständigen, bundesweit verfügbaren Mailserver handelte, der erstmals den Versand von E-Mails über das Internet ermöglichte.

Post aus dem Computer: Die erste E-Mail nach Deutschland kam im August 1984 aus den USA und wurde über das CSNET verschickt.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Post aus dem Computer: Die erste E-Mail nach Deutschland kam im August 1984 aus den USA und wurde über das CSNET verschickt.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Im Jahr 2022 wurden weltweit 333,2 Mrd. E-Mails verschickt und empfangen. Diese Zahl der privat und geschäftlich versendeten und empfangenen E-Mails soll in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen und im Jahr 2026 bei 392,5 Mrd. E-Mails pro Tag liegen. Das geht aus Zahlen von Statista Research von Anfang Juli 2024 hervor.

Die Geschichte der E-Mail geht mit dem Vorläufer des Internets einher: ARPANET wurde entwickelt, damit Wissenschaftler sich austauschen konnten und ihre Arbeit eines Tages auch für andere nutzbar wurde. Über dieses Netzwerk konnten die Wissenschaftler auch kommunizieren. 1971 war das Arpanet noch klein und umfasste ungefähr 20 Rechner, die miteinander vernetzt waren.

SMTP-Protokoll für Austausch zwischen verschiedenen Netzen

1971 arbeitete Ray Tomlinson am ARPANET, dem internen Netzwerk der Advanced Projects Research Agency, das verschiedene Forschungsorganisationen in den USA miteinander verband. Er untersuchte „Möglichkeiten der Interaktion zwischen Menschen und Computern“ und wollte einen Weg finden, Dateien zwischen Computern zu versenden, nicht nur zwischen verschiedenen Benutzern desselben Computers (was damals bereits möglich war). Sein Nachrichtenprotokoll ermöglichte es einer Person, einer anderen Person auf einem anderen Computer in diesem Netzwerk zu schreiben.

In den 1980er Jahren verbreitete sich die E-Mail zunehmend in akademischen und militärischen Netzwerken. Mit der Einführung des Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) im Jahr 1982 wurde ein Standard geschaffen, der den Austausch von E-Mails zwischen verschiedenen Netzwerken ermöglichte.

Erste E-Mail nach Deutschland über CSNET

Die E-Mail in Deutschland begann in den frühen 1980er Jahren, als die deutschen Universitäten und Forschungseinrichtungen begannen, an internationalen Netzwerken teilzunehmen. Das Deutsche Forschungsnetz (DFN), welches im Jahr 1984 gegründet wurde, ermöglichte den Austausch von E-Mails im akademischen Umfeld.

Mit der ersten E-Mail nach Deutschland am 3. August 1984 ist ein Name besonders verbunden: Werner Zorn, Professor an der Universität Karlsruhe – heute Karlsruhe Institut of Technology (KIT) und Leiter des Rechenzentrums der Universität. Zorn erkannte schnell das Potenzial der E-Mail und setzte sich dafür ein, dass sie sich in Deutschland durchsetzen konnte. An jenem 3. August 1984 erhielt Prof. Zorn zusammen mit seinem Kollegen Michael Rotert die erste E-Mail aus den USA. Sie stammte von der Forscherin Laura Breeden vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Die Mail wurde über das CSNET (Computer Science Network) verschickt. Das war ein Netzwerk, das mit dem ARPANET verbunden war.

Welcome to CSNET

Laura Breeden, Mitarbeiterin des CSNET Koordinations- und Informationszentrums bei Bolt Beranek & Newman (BBN) in Boston, schickte die Mail am 2. August aus den USA und begrüßte die neuen deutschen Netzwerkmitglieder mit den Worten: „This is your official welcome to CSNET. We are glad to have you aboard.“ Damit war die Betriebsbereitschaft des deutschen Servers offiziell erklärt.

Obwohl in Deutschland schon vor August 1984 E-Mails versandt und empfangen wurden, stellt die E-Mail des MIT ein besonderes Ereignis dar: Sie war die erste, die über einen eigenständigen, bundesweit verfügbaren E-Mail-Server über das Internet verschickt wurde. Zuvor mussten sich deutsche Nutzer per Telefon in meist amerikanische Computer einwählen.

Zukunft der E-Mail

Als Ray Tomlinson Anfang der 1970er Jahre das Programm zum Verschicken der E-Mails geschrieben hatte, konnte er noch nicht ahnen, wie erfolgreich die elektronische Kommunikation sein würde. Denn erst mit dem Fall der Mauer 1989 öffnete sich das Internet für die Allgemeinheit und wurde kommerziell genutzt. Zuvor hatten die Amerikaner zu viel Angst vor Spionage.

Die Flut an E-Mails wird auch in Zukunft weiter zunehmen. Vor allem wird sich die Sicherheit weiter entwickeln. Es werden allerdings auch alternative Kommunikationsplattformen wie Instant Messaging, soziale Netzwerke und Videokonferenzen weiter an Bedeutung gewinnen. (heh)

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