Globale Strategie Europäische Fabrik für Energiespeicher und Wechselrichter eröffnet

Von Dipl.-Ing. (FH) Michael Richter 2 min Lesedauer

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Sungrow setzt ein Zeichen für den Ausbau seiner Präsenz in Europa. Das Unternehmen hat mit dem Bau seiner ersten europäischen Produktionsstätte für Energiespeichersysteme und Wechselrichter im polnischen Wałbrzych begonnen.

So soll die Fabrik im polnischen Wałbrzych aussehen.(Bild:  Sungrow Power Supply Co., Ltd.)
So soll die Fabrik im polnischen Wałbrzych aussehen.
(Bild: Sungrow Power Supply Co., Ltd.)

Mit dem ersten Spatenstich für ein neues Werk im polnischen Wałbrzych verlagert Sungrow einen wesentlichen Teil seiner Produktion erstmals nach Europa. Die Investition von rund 230 Millionen Euro steht für den Anspruch, die Energiewende auf dem Kontinent nicht nur zu beliefern, sondern sie direkt vor Ort industriell zu unterstützen. Dies berichtet der Hersteller in seiner Pressemitteilung.

Ein neues Produktionszentrum in Niederschlesien

Wałbrzych in der Region Niederschlesien wird Standort einer Fertigungsanlage mit einer Fläche von rund 65.000 Quadratmetern. Nach der geplanten Inbetriebnahme im kommenden Jahr soll das Werk Wechselrichter mit einer Gesamtleistung von bis zu 20 Gigawatt pro Jahr sowie Energiespeichersysteme mit einer Kapazität von 12,5 Gigawattstunden produzieren.

Die Wahl des Standorts folgt einer klaren Logik. Niederschlesien hat sich in den vergangenen Jahren gezielt als Region für industrielle Zukunftstechnologien positioniert. Neben der verkehrsgünstigen Lage bieten lokale Strukturen stabile Rahmenbedingungen für Investitionen. Für die Region bedeutet das Projekt zudem die Schaffung von rund 400 Arbeitsplätzen in technischen und produzierenden Bereichen.

Reaktion auf fragile Lieferketten

Die Entscheidung für eine europäische Fertigung ist weniger eine Frage zusätzlicher Kapazitäten als eine strategische Antwort auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Globale Transportketten haben sich wiederholt als störanfällig erwiesen. Lange Lieferwege, schwankende Frachtkosten und logistische Engpässe erschweren eine verlässliche Projektplanung.

Mit der Produktion in Polen verkürzen sich die Wege zu zentralen Märkten in Europa deutlich. Gleichzeitig steigt die Unabhängigkeit von interkontinentalen Transportströmen. Die Nähe zu den Kunden ermöglicht schnellere Reaktionszeiten und eine höhere Planungssicherheit für Projekte im Bereich Photovoltaik und Energiespeicherung.

Vom Exporteur zum europäischen Produktionsstandort

Der Konzernsitz von Sungrow bleibt weiterhin im chinesischen Hefei. In Europa ist das Unternehmen jedoch seit vielen Jahren mit eigener Struktur vertreten, gesteuert vom Hauptsitz in München. Mit 25 Niederlassungen und zwei Forschungszentren hat sich über die Zeit eine dichte organisatorische Präsenz entwickelt.

Das Werk in Wałbrzych ergänzt diese Struktur nun um eine industrielle Basis. Forschung, Vertrieb und Service werden damit erstmals durch eine eigene europäische Fertigung ergänzt.

Bedeutung für Projektplanung und Marktstabilität

Die neue Produktionsstätte steht exemplarisch für eine Entwicklung, bei der internationale Technologieanbieter ihre Wertschöpfung näher an die Absatzmärkte verlagern. Für Planer und Betreiber großer Solar- und Speicherprojekte in Europa erhöht sich dadurch vor allem die Verlässlichkeit in der Beschaffung zentraler Komponenten. In einem Markt mit stetig wachsender Nachfrage nach erneuerbaren Energielösungen gewinnt diese Form regionaler Produktionsstruktur zunehmend an Bedeutung. (mr)

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