In Europa und insbesondere in Deutschland steigt die Nachfrage nach Industrie-Robotern: Die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union installierten 2022 rund 72.000 Einheiten – ein Plus von 6 % im Vergleich zum Vorjahr.
Die Roboterinstallationen in Europa, einschließlich der Nicht-EU-Mitgliedstaaten, erreichten 2022 insgesamt 84.000 Einheiten – ein Anstieg um 3 % im Vergleich zum Vorjahr. „Die fünf wichtigsten Anwenderländer für Industrie-Roboter innerhalb der EU sind Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und Polen", sagt Marina Bill, Präsidentin der International Federation of Robotics (IFR). „Auf sie entfallen etwa 70 % aller Installationen in der EU im Jahr 2022."
Deutschland ist der mit Abstand größte Robotermarkt in Europa
2022 wurden in Deutschland rund 26.000 Einheiten installiert (+ 3 % im Vergleich zum Vorjahr). Dies entsprach einem Anteil von 37 % an der EU-Gesamtzahl. Weltweit verzeichnet das Land nach Japan, Singapur und der Republik Korea die vierthöchste Roboterdichte.
Die Automobilindustrie ist traditionell der Hauptabnehmer von Industrie-Robotern in Deutschland. 27 % der neu eingesetzten Einheiten wurden 2022 in dieser Branche installiert. Das entspricht 7.100 Einheiten – das sind 22 % weniger als im Vorjahr. Hier zeigt sich ein bekanntes zyklisches Investitionsverhalten in diesem Segment.
In der allgemeinen Industrie war der Hauptabnehmer die Metallbranche, die im Jahr 2022 insgesamt 4.200 Einheiten (+ 20 %) installierte. Dies liegt über dem Niveau vor der Pandemie von um die 3.500 Einheiten pro Jahr, mit einem Spitzenwert von 3.700 Einheiten im Jahr 2019. Die Installationen in der Kunststoff- und Chemieindustrie erreichten wieder die Zahlen vor der Pandemie mit einem Anstieg um 7 % auf 2.200 Einheiten im Jahr 2022.
Italien liegt auf Platz 2
Italien ist nach Deutschland der zweitgrößte Robotermarkt in Europa. Im Jahr 2022 wurde ein Allzeithoch von fast 12.000 Einheiten (+ 10 %) installiert. Dies entsprach einem Anteil von 16 % an den Gesamtinstallationen in der EU.
Das Land hat eine starke Metall- und Maschinenindustrie: Der Absatz erreichte 3.700 Einheiten im Jahr 2022 - ein Plus von 18 % gegenüber dem Vorjahr. Der Absatz von Robotern in der Kunststoff- und Chemieindustrie stieg mit 1.400 installierten Einheiten um 42 %. Darüber hinaus hat Italien eine bedeutende Lebensmittel- und Getränkeindustrie.
Die Installationen stiegen um 9 % auf 1.400 Einheiten im Jahr 2022. Die Nachfrage aus der Automobilindustrie ging um 22 % auf 900 Einheiten zurück. Dieses Segment wird von der Stellantis-Gruppe beherrscht, die aus der Fusion von FIAT-Chrysler und PSA (Frankreich) hervorgegangen ist.
Der französiche Robotermarkt
Der Robotermarkt in Frankreich stand 2022 an dritter Stelle in Europa. Die jährlichen Installationen stiegen um 15 % auf 7.400 Einheiten. Das ist weniger als ein Drittel der Zahl des Nachbarlandes Deutschland. Hauptabnehmer ist die Metallindustrie mit einem Marktanteil von 22 %. In diesem Segment wurden 1.600 Roboter installiert - ein Plus von 23 %. Die Automobilindustrie legte um 19 % zu und erreichte 1.600 Einheiten.
Dies entspricht einem Marktanteil von 21 %. Das Mitte 2021 in Kraft getretene 100-Milliarden-Euro-Konjunkturpaket der französischen Regierung für Investitionen in smarte Fabriken dürfte in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Industrie-Robotern antreiben.
Robotermarkt in Spanien und Polen
Die jährlichen Installationen in Spanien stiegen um 12 % auf insgesamt 3.800 Einheiten. Die Roboterinstallationen werden traditionell von der Automobilindustrie angetrieben. Nach Angaben der Internationalen Organisation der Kraftfahrzeughersteller (OICA) ist Spanien nach Deutschland der zweitgrößte Automobilproduzent in Europa. Die spanische Automobilindustrie installierte 900 Einheiten – ein Plus von 5 %. Der Absatz in der Metallindustrie stieg um 20 % und erreichte 900 Einheiten. Auf die Automobil- und die Metallindustrie entfielen in Spanien fast 50 % der Roboterinstallationen im Jahr 2022.
Die Roboterinstallationen in Polen steigen seit neun Jahren stark an. Die jährliche Statistik zeigt für das Jahr 2022 eine Gesamtzahl von 3.100 Einheiten – das zweitbeste Ergebnis nach dem neuen Höchststand von 3.500 Einheiten im Jahr 2021. Die Nachfrage aus der Metall- und Maschinenindustrie stieg um 17 % auf 600 Einheiten im Jahr 2022.
Die Automobilindustrie verzeichnet mit 500 installierten Einheiten eine zyklische Nachfrage - ein Rückgang um 37 %. Der Krieg im Nachbarland Ukraine dämpfte das produzierende Gewerbe. Investitionen in Digitalisierungs- und Automatisierungstechnologien werden jedoch zwischen 2021 und 2027 mit insgesamt 160 Mrd. EUR von der EU gefördert. (mk)
Stand: 08.12.2025
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