Zustimmung zum Zusammenschluss EU nickt die Fusion von Synopsys und Ansys ab – unter Auflagen

Von Susanne Braun 2 min Lesedauer

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Zum Start des Jahres 2024 teilten die Software-Unternehmen Synopsys und Ansys ihr Bestreben zur Fusion mit; Synopsys wollte sich die Übernahme von Ansys 35 Milliarden US-Dollar kosten lassen. Die EU-Kommission hat die Übernahme freigegeben, allerdings unter Auflagen.

Die EU-Kommission stimmt den Fusionsbestrebungen zwischen Synopsys und Ansys zu, sofern die Software-Tätigkeiten zu Code V, LightTools, LucidShape, RSoft, ImSym und Power Artist veräußert werden.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Die EU-Kommission stimmt den Fusionsbestrebungen zwischen Synopsys und Ansys zu, sofern die Software-Tätigkeiten zu Code V, LightTools, LucidShape, RSoft, ImSym und Power Artist veräußert werden.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Rund ein Jahr lang arbeiten die Verantwortlichen der Software-Unternehmen Synopsys und Ansys an der zum Jahreswechsel 2024 angekündigten Fusion. Rund 35 Milliarden US-Dollar will sich Synopsys, einer der führenden Anbieter von EDA-Software, die Transaktion kosten lassen. Ansys entwickelt Simulationssoftware für Ingenieure. Mit der Übernahme will Synopsys die eigene Marktposition stärken, die möglicherweise nur von den Mitbewerbern Cadence und Siemens EDA (vormals Mentor Graphics) ansatzweise streitig gemacht werden kann.

Während kleine und mittelgroße Unternehmen mit Bedarf an EDA-Werkzeugen die oligopolistische Entwicklung auf dem Markt kritisch sehen könnten, winkt die EU-Kommission die anstehende Fusion unter Auflagen durch, wie sie am 10. Januar 2025 bekannt gegeben hat. „Die Kommission untersuchte die Auswirkungen der Übernahme auf den Weltmärkten für die Bereitstellung von i) Optik-Software, ii) Photonik-Software und iii) Software-Tools für Electronic Design Automation (EDA) für die Chipentwicklung, wo sich die Tätigkeiten von Synopsys und Ansys tatsächlich oder potenziell überschneiden“, heißt es darin.

Die Untersuchung ergab demnach, dass sich die Tätigkeiten der Unternehmen weitgehend ergänzen, sich die Fusion aber teilweise beschränkend auf den Wettbewerb auf den Märkten der Optik-Software, Photonik-Software und EDA-Software auswirken würde. Genauer heißt es: auf den „i) Markt für Optik-Software zur Simulation des Verhaltens von Licht in großen makroskopischen Systemen (z. B. Bildschirme oder Autoscheinwerfer), ii) Markt für Photonik-Software zur Simulation des Verhaltens von Licht in kleineren nanoskopischen optischen Systemen (z. B. Digitalkameras oder Solarpaneele) und iii) Markt für Software zur Analyse des Energieverbrauchs auf Register-Transfer-Ebene, ein EDA-Software-Tool, das in der ersten Phase der Chipentwicklung zur Ermittlung des Energieverbrauchs eingesetzt wird.“

Deswegen stellte die Kommission fest, dass die Übernahme zu den angekündigten Bedingungen zu einer zu hohen Konzentration gemeinsamer Marktanteile führen würde, während nicht genügend andere Wettbewerber verblieben, um regulierend auf den Markt einzuwirken und eine Auswahl für den Kunden zu bieten. Also, um es kurz zu sagen, entstünde in den genannten Bereichen ein Monopol.

Übernahme mit Auflagen: Die Abhilfemaßnahmen der EU-Kommission

Die Kommission, die mit Blick auf das Wettbewerbsrecht ihr Veto oder ihren Segen gewährt, empfiehlt die Veräußerung von unternehmenseigenen Software-Tätigkeiten, nämlich

  • die Optik- und Photonik-Software von Synopsys, einschließlich Code V, LightTools, LucidShape, RSoft und ImSym und
  • die Software zur Analyse des Energieverbrauchs auf Register-Transfer-Ebene Power Artist von Ansys.

Sofern das geschieht, würden die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der EU-Kommission vollständig ausgeräumt werden. „Über die Genehmigung eines geeigneten Erwerbers der zu veräußernden Geschäftsbereiche wird die Kommission in einem gesonderten Verfahren entscheiden. Synopsys kann die Übernahme von Ansys erst nach dieser Genehmigung vollziehen“, merkt die Kommission an. (sb)

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