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Ethisches Handeln in Unternehmen – eine Frage der Personalentwicklung

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Endstation Termitenstaat oder Verbund freier Menschen?

Die jüngeren Entwicklungen in der Wirtschaft und Arbeitswelt betrachtet Rupert Lay allerdings eher kritisch: „Die Politik und die Ökonomie betreiben eine Pluralität, die einer Ethik des Humanen nicht gerecht wird“, sieht er die Grundlagen für ethisches Denken und Handeln in Gefahr.

Insbesondere die fortschreitende Globalisierung erschwere eine individuelle Werteorientierung, indem sie die Menschen in ihren Entscheidungen unfreier mache. „Die Politik und die globalisierte Wirtschaft versuchen, politische und ökonomische Großgebilde zu schaffen, das heißt kollektive Wirklichkeiten zu schaffen.“ Die unweigerlich damit verbundende Kollektivierung des Denkens und Urteilens begrenze die Möglichkeiten der Gedankenfreiheit – und schränke folglich auch die Handlungsfreiheit ein.

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Laut Prof. Lay befindet sich die Menschheit derzeit am Scheideweg: Noch sei unklar, ob sie sich zu einem riesigen „Termitenstaat“ ausforme oder künftig wie ein Verbund freier Menschen organisiert sei, in dem jeder Einzelne seine „Wirklichkeiten“ ausleben könnte.

Um der Globalisierung des Denkens, des Wollens und Handelns im Termitenstaat zu entgehen, dürften nicht Systeme diktieren, was sozial verträglich oder unverträglich sei, sondern nur die Ethik. „Ethik ist keine kollektive, sondern eine individuelle Sache. Wenn alle Menschen an diesem einen Strang der Ethik ziehen, werden wir dem Termitenstaat entgehen – aber auch nur dann“, betont Prof. Lay.

Über Prof. Dr. Rupert Lay SJ

Der Philosoph, Theologe, Psychotherapeut und Unternehmensberater Prof. Dr. Rupert Lay wurde am 14. Juni 1929 in Drolshagen im Sauerland geboren. 1952 trat er in den Jesuitenorden ein. Er studierte Philosophie, Theologie, theoretische Physik und Psychologie sowie Betriebswirtschaftslehre.

Als „Ethik-Papst“ der Wirtschaft machte sich Rupert Lay in den 90er Jahren einen Namen. Lay veröffentlichte insgesamt mehr als 100 Publikationen, darunter Bestseller wie „Weisheit für Unweise“ und „Die Macht der Moral“.

Für seine Verdienste in der Wirtschaftsethik erhielt er 2004 den Fairness-Ehrenpreis der Fairness-Stiftung. Rupert Lay ist bis heute Ehrenvorsitzender im Kuratorium der „Fairness-Stiftung“ sowie Ehrenpräsident des Ethikverbands der Deutschen Wirtschaft.

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