Serie CompactPCI Serial, Teil 55 Ethernet-Stern-Architektur
Ein Standard-PC basiert nach dem Wegfall des parallelen PCI-Busses auf einer einfachen Sternarchitektur. Peripherie-Geräte und Komponenten werden zentral Punkt-zu-Punkt-förmig vom CPU-Chipsatz angesprochen. Dies ermöglicht hohe Datenraten, ohne dass sich Teilnehmer gegenseitig Bandbreite abtreten müssen.
Anbieter zum Thema
Für einen Standardcomputer ist diese einfache Struktur auch vollkommen ausreichend. Aber auch für Multiprocessing-Systeme, die auf Ethernet basieren, genügt diese Architektur häufig, wenn im System-Slot ein geeigneter Ethernet-Switch untergebracht wird. Solch ein Switch kann als Mezzanin auf dem System-Slot realisiert werden (Bild 1).
Ebenso ist es natürlich denkbar, auf dem System-Slot lediglich einen Switch unterzubringen, der selbst keine Computer-Funktionalität besitzt (Bild 2).

Eine weitere interessante Variante besteht darin, dass der Rechner im System-Slot neben der zentralen Ethernet-Anbindung auch die Aufgabe als NAS (Network Attached Storage) übernimmt. Das SATA (RAID) wird ebenso zentral als Stern verbunden.
Selbstverständlich können alle CPU-Baugruppen identisch sein, jedoch nutzt nur die CPU im System-Slot ihren RAID-Controller und hat zudem einen aufgesteckten Switch. Die zusätzlichen CPUs in den Peripherie-Slots haben im System weder Switch- noch RAID-Funktion (Bild 3).

Insgesamt verfügt eine CompactPCI-Serial-Backplane standardmäßig über bis zu neun Steckplätze, so können CPUs und Festplatten beliebig kombiniert werden. Mit einer kundenspezifischen Backplane können bis zu acht Ethernet-Slots und acht Festplatten-Slots ohne weitere Bridge- oder Switch-Boards implementiert werden.
Die einfache Sternarchitektur gestattet es, komplexe Aufgaben preiswert zu lösen. Für anspruchsvollere Aufgaben bietet der CompactPCI-Serial-Standard CPCI-S.0 auch eine Lösung via Ethernet-Mesh. Dazu erfahren Sie mehr in Teil 56.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:359842)