Elektromechanik Escha beginnt Auslandsfertigung in Tschechien
Escha Bauelemente beginnt Mitte Mai die neue Auslandsfertigung im tschechischen Rumburk. Nahe der deutschen Grenze werden rund 800 Quadratmeter Produktionsfläche in Betrieb genommen. Der Steckverbinder- und Gehäusehersteller will mit diesen Maßnahmen weitere Voraussetzungen für Wachstum und Stabilität schaffen.
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Durch Lizenzfertigungen in China, den USA und Mexiko garantiert das Unternehmen weltweit eine hohe Verfügbarkeit und gleichbleibende Qualität seiner Produkte. Jetzt geht das mittelständische Unternehmen den nächsten Schritt im Rahmen seiner Internationalisierungs-Strategie und startet Mitte Mai mit einer Fertigungseinheit in Tschechien.
„An unserem Heimatstandort sind wir mittlerweile an der Kapazitätsgrenze angekommen“, sagt Geschäftsführer Dietrich Turck. „Anstatt die Produktionsflächen ausschließlich in Halver auszuweiten, haben wir uns dazu entschlossen, zusätzlich in Tschechien zu investieren. Hier bietet sich die Möglichkeit, bei entsprechend hoch entwickelter technischer Infrastruktur sowie einem im Vergleich zu Deutschland niedrigerem Lohnniveau zu produzieren.“
Zu Beginn der operativen Fertigung Mitte Mai stehen 800 Quadratmeter Produktionsfläche zur Verfügung, die sukzessive ausgebaut werden sollen (Bild 1). Zunächst werden ausschließlich Baugruppen zur Weiterverarbeitung in den deutschen Werken hergestellt. Laut Turck besteht das Ziel darin, innerhalb der ersten sechs Monate eine Verwaltungs- und Produktionsmannschaft von 40 bis 50 Mitarbeitern aufzubauen. Nach dieser Übergangszeit sollen in Rumburk Endartikel produziert werden, die unter deutschen Produktionsbedingungen auf Dauer nicht wettbewerbsfähig sind.
Investitionen in den Standort Halver
Die neue Produktionsfläche im Ausland schafft die Voraussetzungen für eine gleichzeitige Umstrukturierung und Flächenerweiterung am Standort Halver. Im Werk an der Oststraße wurden bereits für 750.000 Euro neue Spritzgießmaschinen angeschafft, die für eine höhere Leistungsfähigkeit und Produktivität sorgen. Zudem werden ab Mitte des Jahres weitere 1.000 Quadratmeter für die Abteilungen Werkzeugbau, Werkzeugkonstruktion und Maschinenprogrammierung zur Verfügung stehen. Hierfür wurde eigens das Nachbargebäude renoviert. Die Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen führen dazu, dass in Halver demnächst noch mehr Kapazitäten für kundenspezifische Entwicklungen zur Verfügung stehen werden.
„Durch die neuen Spritzgießmaschinen kann der gesamte Maschinenpark besser aufeinander abgestimmt werden. Das erhöht die Flexibilität und die Auslastung der Anlagen“, sagt Jürgen Sikora, Geschäftsleiter Werkzeug- und Kunststofftechnik beim Unternehmen. Aufgrund der unterschiedlichen Maschinentypen könne das gesamte Produktportfolio im Haus hergestellt werden. Von vergleichsweise kleinen Komponenten – wie beispielsweise Kontaktträgern – bis hin zum größeren Gehäuse wird alles in Eigenregie gefertigt. Nach Unternehmensangaben werden momentan in der Fertigungsstätte an der Oststraße auf insgesamt 20 Maschinen ungefähr 12.000 so genannter „fallender Teile“ pro Tag produziert.
In einer sich leicht abkühlenden Konjunktur sieht die Firma aus Halver die Maßnahmen in Tschechien und in Deutschland durchaus als wagemutig an. Doch alles in allem ist Geschäftsführer Turck überzeugt, „dass wir mit unserem Konzept mittel- bis langfristig die Voraussetzungen für Wachstum und damit für Stabilität schaffen.“ //KR
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