Automobilsoftware Erste Toolchain mit Unterstützung für AUTOSAR Tool Plattform (ARTOP)

Redakteur: Martina Hafner

Geensys bietet mit seiner Toolchain AUTOSAR Builder laut eigenen Angaben als erster Anbieter Unterstützung für ARTOP (Autosar Tool Plattfom). Die Plattform wurde durch die ARTOP User Group entwickelt und im Oktober offiziell vorgestellt.

Anbieter zum Thema

Geensys ist als Gründungsmitglied der ARTOP-UG gemeinsam mit BMW Cat IT, Continental und PSA einer der vier derzeitigen Design Member. Ziel der ARTOP UG ist die Verbesserung der Qualität und der Interoperabilität bei AUTOSAR Entwicklertools. Unter anderem soll die Zeitverzögerung bei der toolseitigen Unterstützung neuer AUTOSAR Spezifikationen eliminiert werden. Das will die ARTOP-UG durch ihre Infrastruktur-Plattform erreichen. Diese fokussiert sich auf die gemeinsame Entwicklung von Basisfunktionen, die in allen Entwicklertools vorhanden sein müssen, aber keine Wettbewerbsvorteile einzelner Hersteller darstellen.

Um die Ziele der ARTOP-UG zu unterstützen, hat Geensys seine sein AUTOSAR TDK als Basis zur Verfügung gestellt. Diese Codebasis baut wiederum auf Eclipse auf und hilft, die mehrfach geleistete Entwicklungsarbeit der nicht wettbewerbsentscheidenden Komponenten einzelner Hersteller zu vermeiden. So sollen künftig schneller gut getestete Tools aller Hersteller für alle Bereiche der AUTOSAR Methodologie entwickelt werden können.

Die Version 1.0 von ARTOP unterstützt AUTOSAR 3.0. Zukünftige Versionen von ARTOP werden weitere Releases vom AUTOSAR Metamodell unterstützen. Dabei ist auch die gleichzeitige Unterstützung verschiedener Releases geplant. ARTOP stellt alle Basisfunktionen zur Verfügung, die typischerweise zur Erstellung von AUTOSAR Tools notwendig sind. So können sich die Hersteller auf die Entwicklung ihrer eigentlichen Tools mit ihren unterscheidenden Funktionen konzentrieren und entsprechende Wettbewerbsvorteile erlangen.

Nahtlos integrierte Designumgebung

AUTOSAR Builder stellt eine ARTOP konforme und nahtlos integrierte Designumgebung zur Verfügung, welche ein System- und ECU-Design ermöglicht. Die Tools des AUTOSAR Builders adressieren die verschiedenen Phasen in einem AUTOSAR Design Prozess und ermöglichen es dem Entwickler so auf einfache Art die notwendigen Schritte auszuführen.

(Archiv: Vogel Business Media)

Die Tools umfassen AUTOSAR Authoring Tool (AAT), ECU Extract, Software Component Conformance Validation Tool (SCVT), Generic ECU Configuration Editor (GCE) und demnächst ein Plug-In Tool zur System Simulation.

  • The AUTOSAR Authoring Tool (AAT): Basierend auf einem substantiellen Subset des AUTOSAR Meta-Modells ermöglicht der AAT das erstellen von Software Komponenten (SW-C) sowie ECU- und System-Beschreibung auf Applikationsebene. Für jedes AUTOSAR Element werden die Eigenschaften in einem grafischen Editor dargestellt. Der Editor erlaubt die Darstellung der Elemente als Diagramme und unterstützt auch das Hinzufügen weiterer Elemente. Das Rule-Checking mit automatischer Fehlerbehebung, verhindert, das ungültige oder inkonsistente Daten eingegeben werden können.
  • ECU Extract: Ist eine Zusatzfunktion zum AAT und ermöglicht es dem Entwickler, einzelne, ECU spezifische Beschreibungen aus dem System-Design zu extrahieren und ist vollständig konform mit der AUTOSAR Methodologie.
  • Software Component Conformance Validation Tool (SCVT): Arbeitet auf Applikationsebene und überprüft die Beschreibung der SW-C. Die Analyse der SCVT stützt sich auf den Beschreibungsregeln der SW-C, der statischen Analyse des Anwendungscodes und generierten RTE-Code und stellt die Kohärenz zwischen SW-C Beschreibung und Code sicher. Dazu werden Reports über die Analyse und Validierung des Codes erstellt.
  • The Generic ECU Configuration Editor (GCE): Ermöglicht das Erstellen und die Konfigurierung der Parameter von Basic Software Modulen (BSW). Er stellt die strikte Konformität zur AUTOSAR Spezifikation sicher und validiert, dass alle Regeln und Anforderungen eingehalten werden. Der GCE wurde in drei separaten Plug-Ins realisiert: ECU Parameter Definition (EPD), der BSW Module Description (BMD) und der ECU Parameter Configuration (EPC).

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