Testverfahren auswählen Entscheidungsmatrix für Baugruppentests optimiert Prozesse zwischen Entwicklung und Prüffeld

Autor / Redakteur: Marcus Lau * / Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Welche Testkombination ist am geeignetsten für einen Baugruppentest? Wir zeigen Ihnen eine Entscheidungsmatrix, die Prozesse zwischen Entwicklung und Prüffeld optimiert.

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Können wir uns eine Welt ohne Elektronik überhaupt noch vorstellen? Elektronik ist unsere Gegenwart und unsere Zukunft. In der Luftfahrt oder der Bahntechnik müssen wir uns mehr denn je auf die Zuverlässigkeit von Elektronik verlassen können. Eine Entscheidungsmatrix zur Auswahl des optimalen Testverfahrens wird künftig die Prozesse in der Entwicklung und im Prüffeld bei tecnotron optimieren helfen.

Ein wichtiger Faktor im Product Lifecycle Management, kurz PLM, bei tecnotron ist das Testen der entwickelten Kundenprodukte. Damit geeignete Testverfahren erfolgreich umgesetzt werden können, bedarf es einer guten Abstimmung von Prüffeld und Entwicklungsabteilung. Hier kann auf die jahrelange Erfahrung der Mitarbeiter im Prüffeld und der Entwicklung zurückgegriffen werden. Sie wissen, welche Testverfahren hinsichtlich technischer und wirtschaftlicher Betrachtung geeignet sind.

Entscheidungsmatrix findet geeignete Testverfahren

Moderne Methoden für die optimale Testabdeckung setzen eine Kombination verschiedener Testverfahren voraus. Eine neu entwickelte Entscheidungsmatrix soll in Zukunft helfen, um Testverfahren und deren Kombinationen besser beurteilen zu können. Sie kann als Entscheidungshilfe die richtige Kommunikationsgrundlage zum Prüffeld schaffen.

Die Entscheidungsmatrix ist ein Hilfswerkzeug für zukünftige Entscheidungen, wenn es darum geht, die geeigneten Testverfahren für bestimmte Baugruppen zu finden. Die wichtigsten Daten und Fragestellungen werden bei der Suche nach der besten Testkombination angesetzt, um die gewonnenen Ergebnisse in die Entwicklung der Baugruppe für die zukünftigen Tests mit einfließen zu lassen.

Die vier Hauptteile einer Entscheidungsmatrix

Die Informationssammlung hat die Aufgabe, alle wichtigen Daten für die weitere Vergabe der Kriterien bereitzustellen und aufzubereiten. Informationen über die Leistung und Funktion verschiedener Testverfahren sind dabei genauso wichtig, wie die Kenntnis über den Aufbau verschiedener Baugruppen und die eingesetzten Bauteile.

Die Fehlerarten haben einen direkten Bezug zu den einzelnen Testverfahren und können in drei Überprüfungsstufen eingeordnet werden: Die erste Stufe beinhaltet alle sichtbaren Fehler und kann mit allen optischen Testverfahren überprüft werden. Die Überprüfungsstufen zwei und drei bilden die elektrischen Testverfahren, wobei die Stufe zwei Bauteile auf die Werte hin überprüft und die Stufe drei Teil- oder Gesamtfunktionen der Baugruppe überprüft.

Vergleichbarkeit der Testverfahren und Baugruppen sicherstellen

Aus diesen Informationen werden geeignete Kriterien festgelegt, um die Vergleichbarkeit der einzelnen Testverfahren und Baugruppen zu gewährleisten. Bei dieser Auswahl an Kriterien ist es wichtig zu wissen, welche besonderen technischen und wirtschaftlichen Fragestellungen geeignete Merkmale der einzelnen Testverfahren und Baugruppen hervorrufen.

Es müssen vier Kriteriengruppen unterschieden werden, um eine geeignete Bewer-tung der einzelnen Testverfahren zu erreichen:

  • Die technischen Kriterien geben eine Auswahl an technischen Gegebenheiten der zu testenden Baugruppe und verknüpfen diese Informationen jeweils über die Testabdeckung der einzelnen Testverfahren.
  • Die wirtschaftlichen Kriterien beinhalten die wirtschaftliche Komponente innerhalb der Entscheidungsmatrix und müssen jeweils zusätzlich in die zwei folgenden Kriterien unterteilt werden.
  • Die baugruppenabhängigen Kriterien beinhalten zum einen die technischen Gegebenheiten der Baugruppen aber auch die wirtschaftliche Komponente der zu testenden Gesamtmenge der Baugruppe.
  • Die testverfahrenabhängigen Kriterien umfassen alle Bewertungen hinsichtlich der Testabdeckung pro Testverfahren, aber auch die wirtschaftliche Komponente der Testverfahren untereinander.

Diese Kriterien werden im nächsten Schritt mit sogenannten Maßzahlen bewertet und in einer Wertetabelle festgehalten. Mit Vergabe der Maßzahlen werden die einzelnen Kriterien in Bezug auf die Testverfahren mit 0-10 Punkten bewertet. Diese Bewertung ist notwendig, um die verschiedenen Bewertungen wie Zeit oder Kosten auf ein gleiches Bewertungslevel umzusetzen. Dabei werden die einzelnen Kriterien der Reihe nach zunächst grob mit einem Schulnotensystem bewertet. Danach erfolgt mit Auf- oder Abstufungen jeweils die Punktevergabe.

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