Elcoteq Communications Technology EMS aus dem Schwarzwald fertigt hochkomplexe HF-Baugruppen für ganz Europa
Vier Jahre nach der Übernahme durch den finnischen Elcoteq-Konzern zieht die Elcoteq Communications Technology GmbH eine erfolgreiche Bilanz. Seit 45 Jahren produziert der im Schwarzwald ansässige EMS-Anbieter Baugruppen für die Übertragungstechnik, seit einem Jahr sogar Produkte eines chinesischen Unternehmens für den europäischen Markt.
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Dass sich komplexe Baugruppen und Systeme kostengünstig in Deutschland produzieren lassen, stellt die Elcoteq Communications Technology GmbH in Offenburg im Schwarzwald täglich unter Beweis. Seit nunmehr 45 Jahren produziert der im Schwarzwald ansässige Baugruppenproduzent Systeme für die Übertragungstechnik.
Die Produktion startete in den 60er-Jahren durch die Gründung der damaligen AEG-Telefunken. Mehrere Wechsel von ANT zu Bosch Telecom und Marconi hatten im Jahre 2003 zur Übernahme durch den finnischen EMS-Konzern Elcoteq geführt. „Mittlerweile können wir nach vier Jahren der Übernahme auf eine Erfolgsbilanz blicken, in der wir eine ganze Reihe von neuen Kunden gewonnen haben“, freut sich Maik Regenbrecht, Sales & Customer Service bei der Elcoteq Communications Technology GmbH.
„Diese erfolgreiche Etablierung am Markt zeigt“, so Regenbrecht, „dass mit dem richtigen Konzept auch die Fertigung in Deutschland erfolgreich sein kann.“ Schwerpunktmäßig werden im Schwarzwald Baugruppen für die Kommunikationstechnik gefertigt. In der Produktion beherrscht man die verschiedenen Technologien der Übertragungstechnik optischen Übertragungstechnik, Hochfrequenztechnik bis 38 GHz und Hohlleitertechnik.
Chinesische Produkte „Made in Germany“

Die Offenburger beweisen aber nicht nur, dass man auch erfolgreich am Standort Deutschland produzieren kann. Während anderswo die Fertigung nach China verlagert wird, produzieren die Offenburger seit einem Jahr erfolgreich WDMs (Wavelength Division Multiplex), OSM (Optical Services Multiplexer) und Wireless-Produkte eines chinesischen Unternehmens für den europäischen Markt.
„Der schnelle Zugriff auf die Produkte und kurzfristige Belieferung der Komponenten auf die Baustellen haben dem chinesischen Partner die Notwendigkeit der lokalen Produktion aufgezeigt“, schildert Regenbrecht. Eigens für diesen Ablauf hat Elcoteq eine zusätzliche Fertigungshalle eingerichtet. Die Fertigung und Konfiguration von kompletten Aufträgen erfolgt innerhalb von drei Tagen vom Auftragseingang bis zur Ablieferung.
45 Jahre Fertigungserfahrung von Telecom-Baugruppen
„Vielleicht liegt gerade hier die Chance in dem hochtechnologischen Markt von Europa auch Dienstleistungen für Fernost zu übernehmen, da Mentalität und Schnelligkeit immer weiter in den Vordergrund rücken“, ist Regenbrecht überzeugt. Elcoteq in Offenburg verfügt über 45 Jahre Erfahrung in der Fertigung von Baugruppen für die optische, koaxiale oder drahtlose Übertragungstechnik.
Zu 80% befindet sich der Schwerpunkt für die Produktion hochkomplexer Systeme der Übertragungstechnik in Europa. Experten prognostizieren für den im Jahr 2006 auf ein Volumen von 600 Mrd. € geschätzten Markt weiterhin Wachstumspotenzial. Hierfür sehen sich die Offenburger, die für das Jahr 2007 eine Umsatzsteigerung von über 10% geplant haben, gut gerüstet. Das Elcoteq-Werk im Schwarzwald hat eine Produktionsfläche von 10.800 m² sowie eine Reinraumfläche von 1400 m².
Elcoteq Offenburg sei nicht nur jeweils auf dem aktuellen technischen Fertigungsstand, sondern früh im Aufbau von neuen Fertigungstechnologien eingebunden, wie es bei WiMAX der Fall ist, um einen umfangreichen Service bereits bei der Markteinführung dieser Technologien bieten zu können.
NPI (New Product Introduction) ist einer der Erfolgsfaktoren

Die frühe Einbindung des Dienstleisters in neue Projekte und die Projektierung setzt eine langjährige Erfahrung voraus. Eigens hierfür hat Elcoteq eine NPI-Abteilung (New Product Introduction) eingerichtet. Dem NPI steht ein eigenständiger Einkauf zur Verfügung, um möglichst schnell das Material für die ersten Muster zu beschaffen. Darüber hinaus werden diese Baugruppen und Erzeugnisse vollständig getestet und ausgeliefert. D.h., auch in einer derart kurzen Zeit sind die Spezialisten in der Lage, die Testeinrichtungen einschließlich Prüfsoftware zu erstellen.
„Damit reduziert sich für die Entwicklung die unnötige Suche von möglichen Fehlern bei den Prototypen“, erläutert Regenbrecht den Vorteil für den Partner. Alle Erfahrungen aus der Musterfertigung werden von Elcoteq gebündelt und zusammen mit dem Auftrgageber für die Serienfertigung optimiert.
In der Serienproduktion ist ein Kanbanlagersystem installiert („Supermarktmodell“), das sich verbrauchsgesteuert an Forecast und Aufträgen orientiert. „Mit kurzen Fertigungsdurchlaufzeiten der einzelnen Baugruppen stellen wir das Erreichen des Liefertermins sicher“, schildert Regenbrecht, der in dieser Flexibilität einen weiteren Erfolgsfaktor sieht.
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