Sorge vor Abhängigkeit Elmos darf Chipfabrik wohl doch nicht verkaufen

Von Michael Eckstein

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Jetzt doch nicht: Nach übereinstimmenden Berichten wird der Dortmunder Chiphersteller Elmos seine Chipfabrik nicht wie geplant an die schwedische Tochter des chinesischen Konzerns Sai Microelectronic verkaufen dürfen.

Elmos lässt seine Automotive-Chips zukünftig von Samsung Foundry fertigen.(Bild:  elmos semiconductor)
Elmos lässt seine Automotive-Chips zukünftig von Samsung Foundry fertigen.
(Bild: elmos semiconductor)

In einer Pressemeldung hat Elmos jetzt mitgeteilt, dass das Bundeswirtschaftsministerium den Verkauf der unternehmenseigenen Chipfabrik an Silex nun wohl doch untersagen wird – entgegen vorherigen Aussagen. Diese Entscheidung werde voraussichtlich in der Kabinettssitzung am Mittwoch getroffen, teilte Elmos am Montagabend mit und bezog sich auf eine informelle Mitteilung des Bundeswirtschaftsministeriums. Silex ist eine Tochterfirma des chinesischen Konzerns Sai Microelectronics.

Konkret gibt der westfälische IC-Entwickler und -Hersteller an: „Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat den beteiligten Parteien heute mitgeteilt, dass in der kommenden Kabinettssitzung am 9. November 2022 der Verkauf der Elmos Waferfertigung an Silex Microsystems AB voraussichtlich untersagt werden wird. Im Falle der Untersagung kann der Verkauf der Waferfertigung an Silex Microsystems AB nicht vollzogen werden.“

Elmos kalt erwischt: Hin und Her um Chipfabrik-Verkauf

Noch Ende Oktober 2022 hatte Elmos mit einer baldigen Zustimmung für den Verkauf aus Regierungskreisen gerechnet: „Das ist eine neue Entwicklung, da bis zum heutigen Tage das BMWK den beteiligten Parteien mitgeteilt hatte, dass die Transaktion wahrscheinlich genehmigt werden wird.“

Dabei hatte sich zuvor bereits das Amt für Bundesverfassungsschutz ablehnend geäußert und laut „Handelsblatt“ von der Genehmigung für die Übernahme der Chipfabrik abgeraten. Schließlich gehe es nicht nur um potenziellen Wissenstransfer, sondern schlicht auch um Produktionskapazitäten. Demnach kaufe sich China über Firmenkonstrukte gezielt in Industrien ein, um Druck auf einzelne Länder ausüben zu können.

Tatsächlich ist es schwer vermittelbar, einerseits Multimilliarden-Subventionsprogramme in der EU aufzulegen, um händeringend wieder Produktionskapazitäten für Chips in Europa aufzubauen – um dann vorhandene Waferfabriken an ausländische Interessenten zu verkaufen. Zumal, wenn diese aus China kommen. Politiker aller Regierungsparteien äußerten zuletzt Sorge vor einer wachsenden Abhängigkeit von China bei der Halbleiterproduktion.

„Nach Zugang des Bescheids werden die beteiligten Parteien diesen eingehend prüfen und im Anschluss über die weiteren Schritte entscheiden“, so Elmos. (me)

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