Der Dortmunder Halbleiterhersteller Elmos will seine Chipfabrik an Silex verkaufen, Tochterfirma eines chinesischen Konzerns. Der Fall wird noch von Regierungsstellen geprüft, aber wohl positiv beschieden. Elmos will seine ICs zukünftig verstärkt von Auftragsfertiger Samsung fertigen lassen.
Elmos lässt seine Automotive-Chips zukünftig von Samsung Foundry fertigen.
(Bild: elmos semiconductor)
Abseits von Giganten der Halbleiterherstellung wie TSMC, Global Foundries, Samsung oder Intel gibt es viele kleinere Chiphersteller, die sich meist auf bestimmte Technologien und Prozessknoten spezialisiert haben. So auch Elmos Semiconductor aus dem westfälischen Dortmund: Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Chips primär für den Automobilbau.
Nun prüft die Bundesregierung eine mögliche Übernahme der Chipfabrik von Elmos durch Silex, ein Tochterunternehmen des chinesischen Konzerns Sai Microelectronics. Pikant: Regierungssprecher Steffen Hebestreit sagte, das Bundeskanzleramt habe erst am Donnerstag aus den Medien von dem geplanten Geschäft in Dortmund erfahren. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) reist in der kommenden Woche nach China.
Elmos arbeitet zukünftig „fabless“
Zuerst hatte das „Handelsblatt“ letzte Woche über den geplanten Verkauf berichtet – und darüber, dass die Bundesregierung die Übernahme voraussichtlich zulassen wolle. Offiziell bestätigt ist bislang, dass zum geplanten Verkauf einer Chip-Fabrik des Dortmunder Unternehmens Elmos an ein Tochterunternehmen des chinesischen Konzerns Sai Microelectronics ein Investitionsprüfverfahren läuft. Ein Abfluss von Knowhow droht wohl nicht, da die Prozesstechnologie von Elmos überholt sei, berichtet die Zeitung.
Elmos würde durch den Verkauf zum „fabless“ IC-Entwickler: Bereits seit Mitte des Jahres bezieht das Unternehmen Produkte auf 130-nm-Basis von seinem neuen Kooperationspartner Samsung Foundry, die Serienproduktion läuft bereits. Nach eigenen Angaben ermöglichen es die „zukunftsweisenden kleineren Technologieknoten, ein kostenoptimales Design der Elmos ICs für zahlreiche automobile Applikationen, deren digitaler Anteil im Fahrzeug kontinuierlich wächst“.
Noch weitere Übernahmen durch chinesische Unternehmen in Prüfung
Elmos ist offenbar nicht der einzige Fall: Das Bundeswirtschaftsministerium prüft laut dpa aktuell noch weitere geplante Investitionen, bei denen es um einen Erwerb durch chinesische Firmen oder ihre Tochtergesellschaften geht. Am Freitag verwies eine Sprecherin der EU-Kommission auf die EU-Regeln zur Überprüfung ausländischer Direktinvestitionen, die seit Oktober 2020 gelten.
Darüber würden mögliche Maßnahmen koordiniert, wenn man zu der Ansicht gelange, „dass eine potenzielle Transaktion eine Bedrohung für die Sicherheit oder die öffentliche Ordnung der Europäischen Union darstellen kann“. Demnach ist ein EU-Land dazu verpflichtet, die EU-Kommission und die anderen Mitgliedstaaten über jede ausländische Direktinvestition zu informieren, die in diesem Land geprüft werde. Dann könnten Gegenmaßnahmen vorgeschlagen werden, um Risiken etwa für die öffentliche Sicherheit zu reduzieren.
Elmos mit deutlichem Umsatzplus erfolgreich
Nach eigenen Angaben ist Elmos mit seinem Portfolio durchaus erfolgreich und konnte die letzten beiden Quartale mit einem Umsatzplus von nahezu 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr abschließen.
Im August veröffentlichte das Unternehmen seine Bilanzen für das zweite Quartal 2022: Demnach konnte Elmos „die positive Geschäftsentwicklung weiter fortsetzen und sowohl Umsatz als auch Ergebnis nochmals deutlich steigern“. Durch die unverändert hohe Nachfrage nach Elmos-Halbleitern hätte der Elmos-Konzern einen Umsatz von 105,8 Millionen Euro im zweiten Quartal 2022 erzielt. Dies entspräche einer Steigerung von 34,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Q2 2021: 78,9 Mio. Euro).
Auf Basis des dieses Wachstums konnte die Firma im zweiten Quartal 2022 ein EBIT von 25,2 Mio. Euro, „trotz weiter steigender Materialpreise sowie allokations- und pandemiebedingter Effekte“, erwirtschaften. Die EBIT-Marge im Q2 2022 verbesserte sich laut Unternehmensangaben auf 23,8 Prozent gegenüber 15,9 Prozent im Vorjahr.
China ist weiter auf Einkaufstour
Der Verkauf von Technologieträgern nach China ist ein Thema, das spätestens seit der Investition von Cosco in den Hamburger Hafen wieder in den Fokus der Aufmerksamkeit rückt: Das Bundeskabinett hatte am Mittwoch beschlossen, dass der chinesische Staatskonzern einen Anteil unterhalb von 25 Prozent an dem Containerterminal erwerben darf. Ursprünglich wollte er 35 Prozent kaufen. Mehrere Ressorts waren aus Sicherheitsbedenken für eine vollständige Untersagung des Geschäfts.
Auch im aktuellen Fall von Elmos ist das Amt für Bundesverfassungsschutz offenbar nicht begeistert und rät laut „Handelsblatt“ von der Übernahme der Chipfabrik ab. Schließlich gehe es nicht nur um potenziellen Wissenstransfer, sondern schlicht auch um Produktionskapazitäten. Demnach kaufe sich China über Firmenkonstrukte gezielt in Industrien ein, um Druck auf einzelne Länder ausüben zu können. (me)
Stand: 08.12.2025
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