Display-Technik

Ein empfindsames Touch-Display, das berührt

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Weitere F&E-Aktivitäten bei taktilen Mehrfinger-Displays

Dadurch nimmt der Benutzer nur an der Stelle einen Tastreiz wahr, an der sich angeregte X- und Y-Elektroden überkreuzen. Das Bild 4 zeigt den schematischen Aufbau eines Masken-Layouts bei einem taktilen Display-Prototypen. Die Spezifikationen des Displays sind wie folgt: Die Diagonale beträgt 4,1'', die Anzahl der Elektroden betragen 32 (X) x 52 (Y) und der Abstand der Elektroden ist mit 1,73 mm (X) x 1,75 mm (Y) angegeben.

Die wichtigsten Parameter zur Verstärkung des durch den Beat-Effekt erzeugten Reizes sind der Elektrodenabstand und der seitliche Abstand zwischen den X- und Y-Elektroden. Im vorliegenden Prototypen beträgt der Elektrodenabstand ca. 1,7 mm. Der seitliche Abstand zwischen den X- und Y-Elektroden wurde durch eine rautenförmige Gestaltung der Elektroden minimiert.

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Touchscreens zählen zu den wichtigsten Schnittstellen moderner IT-Geräte. Das taktile Display bietet ein neues Benutzererlebnis mit verbessertem Benutzerkomfort und einem realitätsgetreuem Sinneserlebnis. So lassen sich sensorische Erfahrungen über das Internet zwischen Anwendern austauschen.

Solche lokal definierten Impulse bieten vielen Anwendungen umfassenden Mehrwert, wie beispielsweise intelligenten Geräten sowie Cockpit-Displays in Autos und Flugzeugen, die dabei unterstützen, eine visuelle Ablenkung des Fahrers oder Piloten zu vermeiden. Ein weiterer Anwendungsbereich sind Geräte für sehbehinderte Benutzer.

Elektrostatische Kraft mit Beat-Effekt

Ein herkömmliches taktiles Touch-System präsentiert auf seiner gesamten Fläche den gleichen Impuls. Alle mit der Oberfläche in Kontakt kommenden Finger erhalten den gleichen Reiz. Im Gegensatz hierzu liefert die NLT Tactile-Touch-Technologie über elektrostatische Kraft einen lokalisierten Tastreiz. Die elektrostatische Kraft wird mithilfe des Beat-Effekts an der Stelle erzeugt, an der sich angeregte X-Elektroden mit angeregten Y-Elektroden überkreuzen, was den taktilen Impuls für den Benutzer ergibt.

Die bei dem Panel verwendete taktile Touch-Technik ermöglicht eine Interaktion mit mehreren Fingern. Sobald der Anwender mit einem oder mehreren Fingern an der Stelle des angezeigten Bildes über das Display streicht, erzeugt es einen Tastimpuls der Oberflächenstruktur.

Berühren mehrere Finger gleichzeitig das Display, dann spüren die Fingerkuppen im Bildbereich eine entsprechende Textur, während die Fingerkuppen auf Bereichen ohne Bild keine Textur fühlen. So kann der Benutzer nicht nur visuell, sondern auch per Tastsinn erkennen, in welchem Bereich das Bild gezeigt wird.

Quellen:

[1] I. Poupyrev et al., "Tactile Interface for Small Touch Screens," UIST 2003: ACM, pp. 217-220 (2003).

[2] O. Bau et al., "TeslaTouch: Electrovibration for Touch Surfaces," UIST 2010: ACM, pp. 283-292 (2010).

[3] H. Kajimoto, "Skeletouch: Transparent Electro-Tactile Display for Mobile Surfaces," SIGGRAPH Asia 2012 (2012).

* Karl-Heinz Lambertz ist Manager New Business Development für LCDs bei der Renesas Electronics Europe GmbH.

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