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Tiefstapler dagegen ziehen ihren Vorteil daraus, dass sie weniger geben als sie könnten. Sie bewahren sich stille Reserven, z.B. in Form wertvoller Informationen. In risikoreichen Situationen überlassen sie großzügig anderen den Vortritt mit dem Hinweis, dass die es sicher besser können.
Auch geschickte Selbstdarstellung hat ihren Preis
Geschickte Selbstdarstellung bietet einen weiteren Vorteil: Sie bewahrt vor direkten Auseinandersetzungen mit Konkurrenten. Wer seine (angeblichen) Vorzüge besonders wirksam in Szene setzt, kann eine Entscheidung oft zu seinen Gunsten beeinflussen, ohne seine Überlegenheit beweisen zu müssen. Der gutaussehende Dampfplauderer hat gegenüber dem genialen aber wortkargen Programmierer die Nase vorn. Selbstdarstellung ist ein entscheidender Türöffner.
Die graue Eminenz, die bescheiden die Fäden im Hintergrund zieht, vermeidet es dagegen, sich zu exponieren, und hält sich damit Neider, Wettbewerber oder Forderungen vom Leib. Doch die Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und Realität hat ihren Preis. Es kommt zum Konflikt zwischen den Ansprüchen, die eine Person aufgrund der Selbsteinschätzung an sich stellt, und der Wirklichkeit. Außerdem entsteht ein Widerspruch zwischen den Erwartungen, die die Selbstdarstellung geweckt hat, und der Realität.
Es gibt nun mehrere Möglichkeiten, diese Probleme zu lösen: Die Person sorgt dafür, dass sie den Ansprüchen gerecht wird. In diesem Fall dient Selbstbild und Selbstdarstellung als leistungssteigernde Zielvorgabe im Interesse des Projekts. Allerdings besteht bei hochgesteckten Zielen die Gefahr der Überforderung. Wenn das nicht möglich oder erwünscht ist, dann tritt Plan B in Aktion: die Manipulation der Wahrnehmung oder der Realität selbst. Schließlich gibt es noch die Variante einzugestehen, dass die Anforderungen nicht erfüllt werden wollen oder können.
Doch Veränderung und Geständnisse sind hohe Hürden. Plan B dagegen verspricht kurzfristige Entlastung und erfordert (zunächst) nur geringen Einsatz. Deshalb wird die Manipulation nicht nur häufig angewendet, sondern sie zeigt auch vielfältige Gesichter. Beispiele sind Arroganz, Aggression, Ausrede oder Schuldzuweisung. Arroganz und Aggression wirken der Bedrohung des Egos entgegen, weil sie wie Burgmauern und Geschütze Distanz schaffen. Ausreden und Schuldzuweisungen lenken von eigenen Schwächen ab.
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