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Eclipse goes Automotive

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Da mit Eclipse eine derartige Plattform bereits eingesetzt wird, formiert sich innerhalb der Eclipse Foundation seit Februar die Eclipse Automotive Industry Working Group. Ziel ist es, vom projekt- und unternehmensspezifischen Einsatz von Eclipse zu einer offenen gemeinsamen Plattform für die Branche zu gelangen. Erstes konkretes Ergebnis wird eine Automotive-spezifische Eclipse-Distribution sein, die für die Automobilbranche relevante Komponenten enthält. Von der Architekturdefinition (logische und technische Architektur) über die Implementierung bis hin zu Integration und Test sind alle Bereiche des Entwicklungsprozesses durch ein oder mehrere Komponenten vertreten.

Bild 3: Ziel der Automotive Working Group: Vom projekt- und unternehmensspezifischen Einsatz von Eclipse zu einer offenen gemeinsamen Plattform für die Branche zu gelangen. (Archiv: Vogel Business Media)

Applikationsentwickler können dann wie in Bild 3 zu sehen auf diesen Komponenten aufsetzen. Der Entwicklungsaufwand reduziert sich ebenso wie der Integrationsaufwand und der Aufwand für projektspezifische Erweiterungen, da die gemeinsame Plattform klar definiert ist. In der Arbeitsgruppe wird die Menge der Komponenten für die Plattform definiert.

Bei vielen Teilnehmern wie BMW, Bosch, Delphi, Continental, itemis oder WindRiver wird Eclipse bereits intensiv als Entwicklungsplattform eingesetzt. Grundlegend werden neben den Basisfunktionen von EMF (Eclipse Modeling Framework) auch GEF (Eclipse Grahpical Editing Framework)/GMF (Eclipse Grahpical Modeling Framwork) für die grafischen Aspekte von Werkzeugen sowie die UML 2- und OCL-Funktionen aus den Model Development Tools (MDT) verwendet.

Durch den Brückenschlag zum Projekt EDONA findet das Modellierungswerkzeug Papyrus mit den Komponenten EAST-ADL und SysML Eingang in die Werkzeugbasis. Damit ist die Grundlage geschaffen, auf der Plattform auch grafische Entwicklungswerkzeuge aufsetzen zu können, die sowohl spezifisch, als auch an Standards angelehnt sein können.

Die Weiterverarbeitung der erfassten Daten wird sichergestellt, da Komponenten zur Modelltransformation in der Distribution enthalten sein werden: Komponenten aus den Projekten M2M, JET und oAW (openArchitectureWare) unterstützen die Generierung von abgeleiteten Modellen und Code. Der generativ oder manuell erstellte Quellcode wird dann über die C-Entwicklungsumgebung CDT übersetzt, gelinkt und auf das Steuergerät aufgebracht.

Durch diese grundlegende Distribution können Projekte und Hersteller ihre Anwendungen so gestalten, dass sie im Automotive-Bereich breit eingesetzt werden können. Dies ermöglicht eine Kostenreduktion bei der Bereitstellung, da alle Komponenten als Open Source vorliegen.

Alle Komponenten, die in die Liste aufgenommen wurden, sind bereits seit geraumer Zeit in unterschiedlichen Projekten im Einsatz. Daher sind sie stabil und können in Hinblick auf Ihre Tauglichkeit fundiert bewertet werden.

Künftige Anforderungen an Eclipse sind noch zu formulieren

Zielgruppe dieser Distribution ist dabei nicht der End-Entwickler, der Steuergeräte-Software implementiert. Vielmehr dient sie als Basis, auf der aufbauend Prozess, -Methoden- und Werkzeugstellen Werkzeuge für die Software-Entwickler bereitstellen können. Zudem kann durch die offene Plattform aus einer Reihe von Anbietern ausgewählt werden, die die Werkzeuge um projektspezifische Funktionen ergänzen.

Mit der Definition einer Distribution ist die Arbeit der Working Group jedoch nicht beendet. OEMs, First-Tiers, Werkzeughersteller und Komponenten-Lieferanten kommen zusammen, um die Anforderungen an Eclipse als Werkzeugplattform für den gesamten Entwicklungszyklus abzustimmen, die aktuell noch nicht umgesetzt sind.

Eines der Themen, für die die Anforderungen konsolidiert werden müssen, ist die Unterstützung für sehr große Projekte, die an verteilten Standorten bearbeitet werden sollen. Hier existieren in Einzelbereichen bereits Ansätze, die zu einer tragfähigen Gesamtlösung verbunden werden müssen. Im Automotive-Bereich stellt die Working Group sicher, dass Eclipse in der E/E-Entwicklung eine tragfähige und rentable Plattform bleibt und vermehrt eingesetzt wird. Dies ist durch die Teilnahme bedeutender Hersteller und Zulieferer sichergestellt. (mh)

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