Ventilatoren ebm-papst feiert 50-jähriges Bestehen
In 50 Jahren wurde aus dem Ziehl-Abegg-Satelliten Elektrobau Mulfingen der Weltkonzern ebm-papst mit einem Umsatz von 1,35 Mrd. Euro und knapp 11000 Mitarbeitern an 18 Produktions- und 57 Vertriebsstandorten. Wir zeigen einige Stationen dieser Erfolgsgeschichte auf.
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Weil kleine Ventilatoren nicht in das Portfolio der Firma Ziehl-Abegg passten, gründeten Heinz Ziehl und sein damaliger technischer Leiter Gerhard Sturm die Firma Elektrobau Mulfingen (ebm).
Noch bevor der Gesellschaftervertrag unterzeichnet war, begannen Ende des Jahres 1962 die Bauarbeiten im schwäbischen Jagsttal. Eigentlich war das Kochertal vorgesehen, aber dort bekam man damals keine Arbeitskräfte mehr. Aber auch das Jagsttal unterlag Beschränkungen, denn die Regierung Baden-Württemberg wollte verhindern, dass der damals dominierenden Landwirtschaft Arbeitskräfte entzogen wurden. Man einigte sich schließlich auf den Kompromiss, dass nicht mehr als 85 Arbeitskräfte am Standort beschäftigt werden durften. Diese Einschränkung wurde jedoch aufgrund des Strukturwandels in der Landwirtschaft Ende der 1960er Jahre relativ bald aufgehoben.
Als ebm am 3. Oktober 1963 mit 35 Mitarbeitern schließlich den Betrieb aufnahm, war nicht abzusehen, dass die Grenze „85“ bereits nach zwei Jahren erreicht sein würde. Denn man hatte mit zahlreichen technischen Problemen zu kämpfen. Die kleinen Außenläufer-Motoren ließen sich durch ihre kompakte Bauweise zwar gut als Lüfter verwenden und brachten auch eine gute Eigenkühlung, aber waren technisch nicht ausgereift. „Wir hatten sehr viele Reklamationen“, berichtet Sturm. Die Schwachstelle lag in den Lagern, die nicht präzise eingebaut werden konnten. Die Flucht stimmte nicht und die Lager verloren Öl und es kam zum Trockenlauf und letztendlich dazu, dass sich die Motorwelle festsetzte. Die Lösung war recht einfach, man bohrte den 60 mm Motor auf 68 mm auf. Damit konnten ausgereifte Standard-Kugellager eingesetzt werden.
Den Durchbruch brachte der 68er-Motor im Jahr 1965
Der Durchbruch kam im Jahr 1965 mit einem Großauftrag der Firma Neff, die den 68er-Motor in Dunstabzugshauben einsetzte. Weitere folgten. So schrieb man schnell schwarze Zahlen. 1965 machte die Firma mit 87 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,6 Mio. Euro, zwei Jahre später 3,4 Mio. Euro mit 112 Mitarbeitern. Im Geschäftsjahr 1970/71 erzielten 204 Mitarbeiter einen Umsatz von 9,5 Mio. Euro.
Lange Zeit arbeitet ebm versteckt „hinter den sieben Bergen“. 1963 und 1964 wurden auf einer Produktions- und Bürofläche von 560 qm täglich vier Motoren pro Mitarbeiter hergestellt. 1968 hatte sich die Zahl verdoppelt, 1973 wurde eine weitere Verdopplung erzielt. Steigende Produktivität und Mitarbeiterzahlen erforderten zahlreiche Erweiterungen der Produktionskapazitäten. 1971 wurde eine 2400 qm große Halle mit installierten Fließbändern in Betrieb genommen, was sowohl den Ausstoß als auch die Qualität beträchtlich erhöhte.
1973/74 lag der Umsatz bei 24,4 Mio. Euro, die Mitarbeiterzahl stieg auf 382. In Mulfingen wurde weiter gebaut, jedes Jahr kamen mehrere hundert qm dazu. Die Flächenbilanz 1983: 20940 qm, davon 17440 qm Fertigung. 183 Mitarbeiter fertigen pro Tag ca. 14500 Motoren, das sind pro Kopf rund 18,5.
Innovative Produktentwicklungen waren mitverantwortlich für den Erfolg des schwäbischen Unternehmens. Der technologische Vorsprung mit dem kleinen Außenläufer-Motor ermöglichte 1965 einen guten Start im breiten Konkurrenzumfeld. In diesem Jahr entwickelte man ebenfalls den ersten Kompaktlüfter in EC/DC-Technik, damals noch kontaktlose Gleichstrom-Motoren genannt. 1974 entwickelte ebm den ersten EC-Motor (electronical commutated, elektronisch gleichgerichtet). Der bürstenlose Gleichstrommotor trieb einen Querlüfter an, der in den Bugschrank eines Kässbohrer-Busses eingebaut wurde.
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