Strukturelle Batterien E-Rennwagen speichert Strom in seiner Karosserie
Mit dem Elektro-Rennwagen B12/69V will der Rennstall Lola-Drayson am 24-Stunden-Rennen von Le Mans teilnehmen. Er soll nicht nur beweisen, dass E-Rennwagen genauso schnell sein können wie herkömmliche Rennautos, sondern kann auch noch Energie in der Karosserie speichern.
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“Unser Rennwagen B12/69V ist mit Technologien wie induktiver Ladung, strukturellen Batterien und veränderbarer Aerodynamik eins der innovativsten grünen Motorsport-Projekte der Welt. Mit seinen mehr als 850 PS soll er der schnellste Elektro-Rennwagen der Welt werden”, so Lord Paul Drayson.
Drayson ist ein früherer britischer Wissenschaftsminister, der dem Rennsport frönt und dessen Rennstall gemeinsam mit dem Rennwagenhersteller Lola den B12/69V entwickelt hat.
Der Lola-Drayson B12/69V wird von vier Oxford YASA Motoren angetrieben, die ausschließlich auf die Hinterräder wirken und ihre Energie aus Hochleistungs-Akkus von A123 Systems beziehen, die auf Lithium-Nanophosphat-Basis arbeiten.
Soweit beeindruckend, aber noch nicht ungewöhnlich. Zu etwas ganz Besonderem wird der Rennwagen durch sogenannte strukturelle Batterien, die aus Teilen der Karosserie einen Energiespeicher machen.
Diese strukturellen Batterien dienen beim B12/69V zur Versorgung einiger Bordsysteme und wurden vom britschen Rüstungskonzern BAE Systems entwickelt.
Ausrüstung von Soldaten soll leichter werden
Das Ziel von BAE ist es, durch strukturelle Batterien die Ausrüstung von Soldaten wie Rucksäcke oder Taschenlampen deutlich leichter zu machen.
Über die Details der Technik schweigt sich BAE Systems aus. Allerdings gibt ein anderes Projekt deutliche Hinweise darauf, wie sturkturelle Batterien funktionieren.
Denn im Projekt StorAGE des 7. Europäischen Forschungsrahmenprogramm enwickelt ein Konsortium, dem unter anderem das britische Imperial College und der Autohersteller Volvo angehören, ebenfalls an strukturellen Batterien.
Sie machen sich zunutze, dass moderne Komposit-Materialien wie kohlefaserverstärkter Kunststoff (CFK) und Energiespeicher gleichermaßen in Schichten aufgebaut sind.
Gesamtgewicht von Autos um 15 % senken
Die Forscher des Imperial College um Milo Shaffer nutzen daher das Kohlefasergewebe in CFK als Elektroden und die Epoxydharz-Matrix als Elektrolyt. Glasfibermatten dienen als Isolator.
Das Kohlefaser-Komposit wird porös gemacht und eine Flüssigkeit in die Poren eingebracht, um dem Ionentransport zu verbessern.
Durch struktuelle Batterien soll das Gesamtgewicht von künftigen Autos um bis zu 15 Prozent sinken werden. Dem Vernehmen nach könnten Strukturelle Batterien in den Radkästen der erste kommerzielle Anwendungsfall sein.
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